Hauptverkehrsstraßen machen zu viel Lärm

Änderungen gefordert

Der Schüttenwall, die Münsterstraße und die Weseler Straße gehören zu den Hauptverkehrsachsen Halterns. Diese sind überdurchschnittlich vom Lärm gestört und zudem in einem desolaten Zustand, was im Lärmaktionsplan festgehalten wurde. Änderungen sind gefordert, doch wird sich auch etwas tun?

HALTERN

, 15.09.2016, 17:47 Uhr / Lesedauer: 1 min

„Hier werden die Anwohner überdurchschnittlich von Lärm gestört“, sagte Jochen Richard vom Planungsbüro Richter/Richard aus Aachen im Ausschuss Bauen und Verkehr. Festgehalten sind die Untersuchungen im Lärmaktionsplan Haltern (2. Stufe), der öffentlich auslag und nun mit den Anregungen von Bürgern an die Bezirksregierung Münster übermittelt wurde.

Für Hauptverkehrsstraßen

Gemeinden wie Haltern sind verpflichtet, Lärmaktionspläne aufzustellen. Sie gelten für sämtliche Hauptverkehrsstraßen mit über drei Millionen Autos pro Jahr ( z.B. Weseler Straße: rund 4 Millionen). Was nutzt ein solcher Plan, wenn bei Kreis-, Landes- und Bundesstraßen Haltern kein Entscheidungsrecht hat? „Wer keinen Lärmaktionsplan schreibt, kann auch keine Forderungen stellen“, erklärte Jochen Richard. „Machen Sie immer wieder Druck, wenn Sie Lärm auf Halterns Straßen mindern wollen“, riet der Planer aus Aachen.

Heinrich Wiengarten (SPD) nannte gleich einen Ansatz. Die Münsterstraße zwischen Drügen Pütt und Quarzwerke in Sythen sei täglich durch bis zu 250 Silozüge, die den Quarzsand abtransportieren, sehr hoch belastet. „Für die Anwohner ist das untragbar, zumal die Straße in einem desolaten Zustand ist. Wir müssen dringend etwas tun, um die Lebensqualität zu erhöhen“, forderte er im Ausschuss. Für die Münsterstraße wurde die Höchstgeschwindigkeit bereits auf 70 Stundenkilometer abgesenkt, hier soll bald Tempo 50 gelten.

Flüsterasphalt als Lösung?

„Beschwerden sind nicht immer Angelegenheit der Stadt“, stellte Stadtkämmerer Dirk Meussen deutlich heraus. Ansprechpartner sei immer der jeweilige Baulastträger, im Falle der Münsterstraße der Landesbetrieb Straßen NRW. Die Politiker waren sich einig, mehr Druck auf Straßen NRW ausüben zu wollen, damit die Belastungen durch PKW- und LKW-Verkehr erträglicher für die Halterner werden.

Markus Ernst (CDU) trug zusätzlich zur Verabschiedung des Aktionsplanes einen ergänzenden Antrag seiner Partei vor: „Die Verwaltung wird beauftragt, Maßnahmen bei überörtlichen Trägern einzufordern und insbesondere bei kommenden Straßenbau-Maßnahmen Flüsterasphalt zu verbauen.“

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