Hauptkommissar Manfred Schneider ist der Neue im Revier

In Sythen

HALTERN/SYTHEN Hauptkommissar Manfred Schneider verstärkt seit September den Bezirks- und Schwerpunktdienst der Halterner Wache. Er ist bisher vor allem den Lippramsdorfern bekannt: Dort wohnt der 53-Jährige seit 22 Jahren.

von Von Ilka Bärwald

, 04.01.2010, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Sythen und ein Teil der Innenstadt ist das "Revier" von Hauptkommissar Manfred Schneider.

Sythen und ein Teil der Innenstadt ist das "Revier" von Hauptkommissar Manfred Schneider.

„Starker Bring- und Abholverkehr“, herrsche morgens und mittags auf dem Platz, sagt der Polizist. Jetzt bedeckt eine dicke Schicht aus Schnee und Eis den Boden, so dass schnelles Fahren schier unmöglich ist. Nur ein knappes Dutzend Eltern sind unterwegs, um ihre Sprösslinge einzusammeln. Die Kleinen reißen Augen und Münder auf und staunen den hochgewachsenen Beamten ehrfürchtig von unten an.

Mit seiner grünweißen Mütze und Uniform macht er großen Eindruck auf sie. „Auto“ kräht der zweijährige Maurice und tapst in seinem Schneeanzug zum Polizeiwagen. Seine Oma Maria Erdbrügge holt den Ausreißer fix wieder ein. „Ich habe Sie neulich schon einmal hier gesehen“, sagt sie zu Schneider. Kontaktpflege, Gespräche mit den Bürgern gehören zu dessen Aufgaben. Auch im beschaulichen Haltern. Hier kennt man sich, fällt ein neues Gesicht sofort auf. Schneider hat sich bewusst auf die freie Stelle in seiner Heimatstadt beworben. Vorher hat er 18 Jahre in Herten gearbeitet, davor ging er zwölf Jahre in Dortmund auf Streife. Orte mit anderen Bevölkerungs- und Sozialstrukturen.

„Man kann schon sagen, dass Haltern noch ein Stück heile Welt ist“, betont Manfred Schneider. „Ich bin hier nicht angetreten, um die Welt zu verbessern. Ich möchte einfach dazu beitragen, den Status Quo aufrecht zu erhalten.“ So genannte „Angsträume“, wie sie anderswo existieren, gäbe es in Haltern nicht. Der leidenschaftliche Doppelkopfspieler und Großvater eines 20 Monate alten Jungen ist mit seinen 32 Dienstjahren ein erfahrener Polizist. Ihn bringen auch die weniger angenehmen Seiten des Jobs, wie die Vollstreckung von Haftbefehlen oder Einsätze bei häuslicher Gewalt, nicht aus der Ruhe.  

„Ich war immer gern im Streifendienst“, erklärt er seine Motivation. „Kein Tag ist wie der andere.“ In Haltern gefalle es ihm auch beruflich gut. „Die Kollegen haben mir den Einstieg sehr leicht gemacht.“ Der Sythener Marktplatz hat sich mittlerweile geleert. Manfred Schneiders Job hier ist für heute erledigt. Er steigt in seinen Einsatzwagen und fährt langsam über den vereisten Marktplatz in Richtung Polizeiwache davon.

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