Handy-Abzocke mit Arbeit bestraft

WULFEN Von einem „Glückstag“ für den Angeklagten sprach Richterin Elisabeth Hinkers, Vorsitzende Richterin am Jugendschöffengericht, am Mittwoch.

von Von Andre Förster

, 30.07.2008, 14:24 Uhr / Lesedauer: 1 min

Für 70 Euro hatten die beiden Täter dann das Mobiltelefon weiterverkauft und sich das Geld geteilt. Der Angeklagte bestritt seine direkte Beteiligung an der Tat: „Ich wollte meinen Freund noch davon abhalten und habe seine Hände festgehalten. Ich hatte Angst, dass er den Jungen absticht.“ Staatsanwalt Pollender indes wies eindringlich darauf hin, dass es sich bei „Handy-Abzocke“ keinesfalls um ein Kavaliersdelikt handele: „Das ist ein schwerer Raub und ganz und gar nichts harmloses.“ So sah es auch Richterin Hinkers, die außerdem bezweifelte, dass sich solch ein Raubüberfall lohne: „Wenn sie einen halben Tag bei Mc Donalds arbeiten, haben sie mehr Geld.“

Der Vorwurf der Bedrohung gegen den mehrfach unter anderem wegen Sachbeschädigung und Diebstahl vorbelasteten Angeklagten konnte sich nicht bestätigen. Erneut war der 17-jährige Bekannte verantwortlich. Er hatte beim Cousin des geschädigten Jugendlichen angerufen und gedroht: „Wenn Du uns beschuldigst, bringe ich dich, deine Schwester und deinen Cousin um!“ Wegen Beihilfe zum schweren Raub – das angebliche Eingreifen des Angeklagten nahm das Gericht ihm nicht ab – wurde der Dorstener schließlich zu 80 Sozialstunden verurteilt. Zuletzt zeigte sich der 18-Jährige einsichtig: „Ich hab Scheiße gebaut und dazu muss ich stehen.“ Richterin Hinkers entließ den Angeklagten mit einer Anweisung: „Wir haben uns mit dem Urteil schwer getan, aber sehen Sie zu, dass Sie ihr Leben nun auf die Reihe kriegen.“

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