Die Bilanz des Handels in Haltern fällt für 2019 durchwachsen aus. Einige Neueröffnungen haben aber für neue Anziehungspunkte gesorgt.

Haltern

, 02.01.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Jahr 2019 war für den Halterner Einzelhandel ein Jahr mit Höhen und Tiefen. Christoph Kleinefeld, Geschäftsführer der Werbegemeinschaft „Haltern handelt“ fasst für seine Kolleginnen und Kollegen die wichtigsten Tendenzen zusammen.

? Wie ist das Jahr aus Sicht des Handels gelaufen? Welche Spitzenzeiten gab es? Spielten dabei Veranstaltungen eine besondere Rolle (Heimatfest, Gänsemarkt etc.)?

Das Handelsjahr 2019 war insgesamt durchwachsen. Aber nicht alle Branchen haben im Umsatz verloren. Haltern am See spielt seine Trümpfe mit den Veranstaltungen gut aus. Wir haben eine hohe Standort-Sympathie, besonders bei den auswärtigen Besuchern. Viele lernen uns durch ein Event kennen und werden dann zu Wiederholungskunden. Und dabei spielen Geschäfte mit hoher Individualität, mit gutem Service und herausragender Qualität im Sortiment eine besondere Rolle.

Handel mit durchwachsener Bilanz - Aber: Neue Geschäfte bereichern die Halterner Innenstadt

Im März eröffnete das Modehaus van Buer am neuen Standort an der Rekumer Straße. © Jürgen Wolter


? Wie hat sich die Struktur des Einzelhandels verändert? Was waren die wichtigsten Neueröffnungen? Wie sieht es mit den Leerständen aus?

Eine generelle Veränderung der Einzelhandelsstruktur kann ich am Standort nicht feststellen. Es gibt und gab schon immer ein Interesse von Filialisten an unserer Stadt. So bespielt heute zum Beispiel der international tätige Filialist Hunkemöller eine Immobilie, die eine wechselhafte Geschichte hinter sich hat. Gleichzeitig investiert aber auch ein inhabergeführter ortsansässiger Modehändler van Buer großartig in der Fußgängerzone und wechselt in die 1a-Lage. Beide sind für den Standort eine Bereicherung. Das Café Berthold’s ist ein weiterer Pluspunkt und zeigt deutlich, dass eine mutige Investition ein Objekt und den Standort belebt. Leerstände sind leider da, aber selten, und ganz besonders in der 1a-Lage kaum zählbar.

Handel mit durchwachsener Bilanz - Aber: Neue Geschäfte bereichern die Halterner Innenstadt

Mit der Firma Hunkemöller siedelte sich auch ein internationaler Filialist neu in Haltern an. © Jürgen Wolter

? Inwieweit bringt sich inzwischen der Halterner Handel in die Initiative „Haltern am See. Tut gut!“ ein? Werden sich in Zukunft neue Kooperationen entwickeln?

Zunächst will der Slogan „Haltern am See. Tut gut!“ den Menschen vermitteln, dass es sich hier gut leben, erholen, arbeiten und einkaufen lässt. Das gelingt nach außen schon ganz gut.

Aber nach innen für die Händler selbst ist die Anzahl an Vereinen nicht mehr transparent. Darum gibt es auch Bestrebungen einer möglichen Fusion. Tatsache ist aber auch, dass „Haltern aktiv“, „Haltern handelt“, „Immobilien-Standortgemeinschaft“ oder „Haltern am See. Tut gut!“ jeweils noch andere Zielrichtungen verfolgen. Es braucht Überzeugungsarbeit und kluge Köpfe, alle Bedürfnisse einzufangen, um die vorhandenen Kräfte zu bündeln. Die Möglichkeiten sind riesig.

Handel mit durchwachsener Bilanz - Aber: Neue Geschäfte bereichern die Halterner Innenstadt

Der Unverpakt-Laden setzte einen ganz neuen Akzent in der Halterner Innenstadt. © Jürgen Wolter

? Gibt es einen Trend im Käuferverhalten, dass Kunden (auch jüngere) wieder verstärkt auf Beratung setzen?

Der Mensch ist ein soziales Wesen, der auch beim Einkaufen alle seine Sinne einsetzt. Gerade in der Beratung kann sich der Facheinzelhandel seine Kompetenz gegenüber anderen Marktteilnehmern und dem Internet beweisen. Es ist ja klar, dass das Internet immer da sein wird. Vielfach sind die Kunden vorab bereits sehr gut informiert und kommen mit gezielten Kaufabsichten.

? Wie blickt der Halterner Handel in die Zukunft, welche Perspektiven eröffnen sich 2020?

Das wird ein tolles Jahr! Und auch in 2020 wird es wieder Veränderungen geben. Dazu zählen neue Ladenkonzepte, Standortwechsel, Geschäftsaufgaben und Neuvermietungen. Der Markt ist stetig in Bewegung. Es bleibt spannend.

? Welche Herausforderungen kommen auf den Handel zu?

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen waren in den letzten Jahren eher günstig. Die niedrigen Zinsen sorgten für eine geringe Sparquote und für mehr Konsum. Die Einflüsse von sich im Umbruch befindlichen Leitbranchen, wie der Automobilindustrie, werden vermutlich wichtige Weichen stellen. Alle Branchen müssen den Ressourcenverbrauch, die Nachhaltigkeit und Klimaneutralität ernst nehmen und selbstständig handeln. Verbote sind da häufig nur Symbol-Politik und lösen die ursächlichen Probleme nicht.

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