Halterns Bürgermeister zur Corona-Warnstufe: „Maßnahmen sind vernünftig“

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Die Ausrufung der Corona-Warnstufe Rot im gesamten Kreis Recklinghausen hat manche Pläne durchkreuzt. Der scheidende Bürgermeister Bodo Klimpel appelliert an das Verständnis der Halterner.

Haltern

, 11.10.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Obwohl es sich bereits abzeichnete, hat die Nachricht, dass im Kreis Recklinghausen die Zahl der Coronafälle den kritischen Wert von 50 Neuinfizierten pro Woche auf 100.000 Einwohner überschritten hat, am Samstag (10. Oktober) viele Bürger kalt erwischt.

Natürlich sei es bedauerlich, dass die Stadt Haltern nun zu den Risikogebieten in Deutschland zähle, obwohl ihr Inzidenzwert mit 23,7 (Stand Samstag) noch weit unter dem Grenzwert liege. Das erklärte am späten Samstagabend Noch-Bürgermeister Bodo Klimpel (CDU) auf Anfrage. Ab November wird ihm Parteikollege Andreas Stegemann in das Amt nachfolgen und mit der Corona-Pandemie gleich auf eine Bewährungsprobe treffen.

Er appellierte aber an das Verständnis der Halterner und sagte: „Die Dinge, die jetzt verlangt werden, sind nicht unzumutbar.“ Er bat darum, die Lage ernst zu nehmen und daran zu denken, dass es viele Gegenden in Europa gibt, um die es gerade viel schlechter bestellt sei.

Alles zur Eindämmung des Virus tun

„Gott sei dank liegen wir in Haltern unter dem Grenzwert. Wir sollten alles dafür tun, dass dies so bleibt“, sagte Bodo Klimpel.

Die angekündigten Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie vor Ort seien vernünftig und sinnvoll, teilte Klimpel mit, der im November das Amt des Landrats im Kreis Recklinghausen übernehmen wird. Er selbst sei als Bürgermeister der Stadt Haltern am Samstagmittag darüber informiert worden, dass für den Kreis die Corona-Alarmstufe Rot erreicht wurde.

In der rund 38.000 Einwohner zählenden Stadt Haltern sind bisher 137 Corona-Fälle bekannt. Mit Oer-Erkenschwick (22,3) und Datteln (23,1) weist Haltern den niedrigsten Inzidenzwert unter den Städten im Kreis auf. Trauriger Spitzenreiter ist die Stadt Gladbeck (100,4), gefolgt von Waltrop (92) und Recklinghausen (75,7).

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Fragen nach Corona-Schnelltests

Wie schon bei der ersten Welle der Corona-Pandemie im Frühjahr wurden am Wochenende und dem Beginn der Herbstferien in NRW wieder Pläne von (Halterner) Bürgern kurzfristig zerschlagen. Gut, wenn sie diese Durchkreuzung gelassen sehen konnten.

So wie ein Sythener, der am Samstag vor einem Weinregal im Lebensmittelladen stand und eine großzügige Auswahl traf. Eigentlich, so berichtete er, sei er auf dem Weg zum Winzer an der Mosel. Weil das nun nicht mehr klappe, finde jetzt eine Weinprobe zu Hause statt.

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Andere versuchten, noch auf schnellem Weg einen Coronatest machen zu lassen, um den geplanten Urlaub antreten zu können. Eine jungn Halternerin erkundigte sich in einer Facebook-Gruppe nach den Möglichkeiten. Nicht alle Bürger blieben rücksichtsvoll. So wurde die Kreisleitstelle der Feuerwehr unter 112 mit Anrufen und Fragen nach Corona-Testungen bombardiert.

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