Halternerin ärgert sich über Knöllchen am Ecksteins Hof

dzKnöllchen und Corona

Sonja Korczowski ärgert sich, dass am Ecksteins Hof ihrer Meinung nach in Corona-Zeiten mehr Knöllchen geschrieben werden. Die Stadt Haltern bestreitet das.

Hamm-Bossendorf

, 22.04.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sonja Korczowski wohnt seit fast 18 Jahren im Wohngebiet Ecksteins Hof in Hamm-Bossendorf. Eng waren die Straßen dort immer. Und der Mangel an öffentlichem Parkraum sei auch nichts Neues. Das Parkproblem wird nach Meinung der Hamm-Bossendorferin in Zeiten von Corona allerdings auf die Spitze getrieben. „Und das Ordnungsamt profitiert auch noch davon“, ist sie stinksauer. Denn gerade jetzt, wo alle zu Hause bleiben sollten und entsprechend mehr Fahrzeuge permanent abgestellt werden müssten, fahnde die Stadt in Ecksteins Hof verstärkt nach Falschparkern. „Das ist moralisch verwerflich“, meint Sonja Korczowski.

Die Hamm-Bossendorferin wohnt auf der Straße Kreienbrand. Nur vereinzelte Parkboxen hat die Stadt hier direkt an der Straße eingeplant. Am Ende des Kreienbrands gibt es zudem in einem Wendehammer vier Parkplätze - „viel zu wenig für die vielen Autos im Gebiet“, urteilt Korczowski.

„Wo sollen die Leute denn sonst parken?“

Die Parkverbote würden oft von Anwohnern missachtet, gesteht sie ein. „Aber gerade jetzt, wo eben auch alle zu Hause sind und im Homeoffice arbeiten, müsse die Stadt doch auch mal ein Auge zudrücken, vorausgesetzt, dass niemand behindert wird“, fordert sie und fragt: „Wo sollen die Leute denn sonst parken?“ Stattdessen kontrolliere das Ordnungsamt gerade jetzt besonders intensiv. Schon viermal seien die Kontrolleure seit Beginn der Corona-Pandemie vor Ort gewesen. Das habe es in dieser Häufigkeit noch nie gegeben.

Wenig Parkmöglichkeiten gibt es an der Straße Kreienbrand im Wohngebiet Ecksteins Hof.

Wenig Parkmöglichkeiten gibt es an der Straße Kreienbrand im Wohngebiet Ecksteins Hof. © Jürgen Wolter

Die Stadt verweise auf den Müllwagen, der sonst im Wendehammer behindert werde. „Wenn das der Fall ist, hat ein Knöllchen natürlich seine Berechtigung“, sagt Sonja Korczowski. Allerdings komme der Lkw auch dann gut voran, wenn mehr als die vier zulässigen Autos dort abgestellt seien.

Zahl der Knöllchen in Haltern ist deutlich gesunken

Die Stadt Haltern bestreitet die Vorwürfe. Im Kreienbrand werde keineswegs öfter kontrolliert, sagt Stadtsprecher Georg Bockey auf Anfrage. Im April seien die Kontrolleure zwei Mal dort tätig gewesen. „Im Übrigen: Ein absolutes Halteverbot ist ein absolutes Halteverbot, das ist keineswegs wegen der Corona-Epidemie aufgehoben, genauso wenig wie Geschwindigkeitsbegrenzungen.“

Die Mitarbeiter des Ordnungsamtes seien weniger mit dem Schreiben von Knöllchen beschäftigt als vor der Krise, sagt Georg Bockey. „Sie sind vielmehr zum Teil mit dem Überwachen der Einhaltung des Kontaktverbots beschäftigt. Das sind exakt dieselben Mitarbeiter, die sonst Knöllchen schreiben.“

Dass zurzeit erheblich weniger Knöllchen in Haltern geschrieben werden als üblich belegen auch die Zahlen: Im Februar 2019 und 2020 waren sie etwa gleich hoch: 1170 (2019) und 1126 (2020) wurden geschrieben. Im März sieht es anders aus: 1192 (2019) zu 547 (2020). „Im April 2019 wurden 1144 Knöllchen geschrieben, im April 2020 waren es bis zum 18. April 350“, so Georg Bockey.

Lesen Sie jetzt