Darum wollen Halterner am 8. November auf dem Marktplatz ein Zeichen gegen Rechts setzen

Gedenkveranstaltung

Das Halterner „Forum für Demokratie, Respekt und Vielfalt“ lädt zu einer Kundgebung auf dem Marktplatz ein. Dabei steht das Gedenken an die Reichspogromnacht von 1938 im Mittelpunkt.

Haltern

03.11.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Darum wollen Halterner am 8. November auf dem Marktplatz ein Zeichen gegen Rechts setzen

Schon in den vergangenen Jahren versammelten sich viele Halterner auf dem Marktplatz, um ein Zeichen gegen Rechts zu setzen. © privat

Die Erinnerung an den 9. November 1938 gehört zum festen Bestandteil der Kultur der Stadt Haltern am See. Bei jeder Wiederkehr dieses Datums versammeln sich Halterner zum öffentlichen Protest auf dem Marktplatz und widersprechen der Gedankenwelt und den politischen Überzeugungen, die faschistische Verbrechen möglich machten.

„Wir wissen aus der Geschichte unserer eigenen Stadt, wie leicht es möglich war, Hass und Gewaltbereitschaft in den Herzen und Köpfen der Menschen zu entfachen. Es brauchte nur eine erkennbare Minderheit und eine diffuse Stimmung von Angst. Dann war es ein Leichtes, ein Klima todbringender Gewalt zu erzeugen“, teilt das Organisationsteam des Forums mit.

Objekte des öffentlichen Hasses können willkürlich ausgewählt werden

Der 9. November 1938 sei unauslöschlich mit dem Beginn der Vernichtung öffentlichen jüdischen Lebens und Glaubens in Deutschland verbunden. „Darum steht das Erinnern an dieses Leid im Mittelpunkt unseres Gedenkens heute. Inzwischen wissen wir aber auch, dass Objekte des öffentlichen Hasses und der Gewalt willkürlich ausgewählt werden können. Sie sind leicht auswechselbar. In der kurzen Geschichte unserer Demokratie seit 1949 gab es immer wieder neue Versuche, den sogenannten Volkszorn zu bündeln: natürlich, wie schon zuvor die ‚Juden‘, obwohl kaum noch welche bei uns lebten, bis hin heute zu den ‚Migranten‘“, so das Forum.

„Unglaubliche Freude an Gewalt und Vernichtung“

Seit Kurzem würden „die Eliten“, „die Journalisten“ und „die Politiker“ in den Fokus geraten sowie Menschen, die einfach nur für gelebte Demokratie einstehen. „Wenn man sich in den sogenannten Sozialen Medien umsieht, dann scheint sich da auch eine unglaubliche Freude an Gewalt und Vernichtung als solcher auszubreiten, die einem den Atem verschlägt“, so das Forum.

Dem Forum ist das nicht egal: „Wir stehen für Demokratie, Respekt und Vielfalt. Und wir sind viele. Am 8. November 2019 greifen wir unsere langjährige Tradition auf und wehren uns gegen jeden Angriff auf diese Werte. Wir haben diese Einladung breit gestreut. Sie richtet sich an alle Menschen, gleich welcher Religionsgemeinschaft und gleich welcher Weltanschauung, an die Parteien unserer Stadt und die Gewerkschaften, an unsere Schulen und Vereine, an die vielen kleinen und großen gesellschaftlichen Gruppen und die vielen Einzelpersonen, die unser Zusammenleben, auf welche Weise auch immer, bereichern.“

Termin: Freitag (8. November 2019) um 18 Uhr auf dem Halterner Marktplatz. Im Anschluss an die Kundgebung findet gegen 19 Uhr in der Sixtuskirche ein ökumenisches Friedensgebet statt. Dazu laden die evangelische und katholische Kirchengemeinde ein.

Lesen Sie jetzt