Die Joseph-Hennewig-Schule in Haltern. © Johanna Wolter
Distanzunterricht

Halterner Schulleiterin: „Die Eltern sind sehr dankbar für das Angebot“

Das neue Unterstützungsangebot der Schulen für Schüler, die zuhause keine angemessenen Lernbedingungen haben, ist am 1. Februar gestartet - so setzen es die Halterner Schulen um.

Schüler aller Klassen könnten ab diesem Montag grundsätzlich auch in den Schulen am Distanzunterricht teilnehmen, wenn sie zuhause nicht lernen können (wir berichteten). Das hatte Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) am vergangenen Donnerstag (28. Januar) im NRW-Landtag angekündigt.

Für die Schulen kam dieses Angebot, wie viele andere Beschlüsse aus dem Ministerium auch, ziemlich kurzfristig. Denn schon ab Montag sollten Schülerinnen und Schüler diese Unterstützung in Anspruch nehmen können.

Im Unterschied zur Notbetreuung, die nur für die Stufen 1 bis 6 vorgesehen war, könnten theoretisch auch Abiturienten das Angebot zum Distanzlernen in der Schule wahrnehmen. Eine inhaltliche Hilfestellung ist jedoch nicht darin eingeschlossen – die Lehrkräfte müssten weiterhin für den Videounterricht zur Verfügung stehen und seien nicht vor Ort.

In der Halterner Joseph-Hennewig-Hauptschule liefen am Montag die Vorbereitungen auf Hochtouren. „Wir sind dabei, den Sachstand zu ermitteln“, so Schulleiterin Dagmar Perret. Die Klassenlehrer hätten bereits Kinder vorgeschlagen, bei denen es aus ihrer Sicht förderlich sein könnte, sie in der Schule statt im häuslichen Umfeld lernen zu lassen. „Jetzt müssen wir aber noch die Eltern befragen, ob sie dazu bereit sind, ihre Kinder in die Schule zu schicken.“ Einige hätten schon zugesagt und seien sehr dankbar für das Angebot, so Perret weiter. Nach einer aktuellen groben Schätzung beträfe es etwa 10 bis 12 Kinder. Am Mittwoch sehe man hoffentlich klarer über die genauen Zahlen. Die Betreuung übernähmen unter anderem die Schulsozialarbeiter. Natürlich könne man nicht vorhersehen, für wie lange man diese Betreuung einrichten müsse. „Im Moment fahren wir nur auf Sicht“, betont die Schulleiterin.

Im Gymnasium hält sich die Nachfrage „in sehr bescheidenen Grenzen“, sagt Ulrich Wessel. Zusätzlich zu den zwei Schülern, die in der Notbetreuung sind, habe es drei weitere Anfragen zur Unterstützung gegeben.

Eine Zunahme hat Wessel aber bei den Bescheinigungen zur Beantragung von Kinderkrankentagegeld beobachtet. Seit kurzem können Eltern bis zu 20 Tage im Jahr dem Arbeitsplatz fernbleiben, auch wenn das Kind nicht krank ist, sondern nur eine andere Betreuung fehlt. „Das scheint hier in Haltern nun häufiger in Anspruch genommen zu werden“, sagt Ulrich Wessel.

Realschule hat 15 Kinder in der Notbetreuung

In der Realschule sind zurzeit 15 Kinder in der Notbetreuung, für vier weitere wird jetzt das jüngste Unterstützungsangebot eingerichtet. Sie stammen aus den Stufen 6 bis 9. Sie bringen entweder eigene iPads mit oder bekommen welche von der Schule gestellt. „Sie können hier an den Videokonferenzen teilnehmen sowie die Aufgaben bearbeiten“, erklärt Schulleiter Frank Cremer. Integrationsbeauftragte und Schulsozialarbeiter übernähmen die Betreuung, ohne inhaltlich zu helfen.

Zu den Bedarfen der Grundschulen gab die Stadt Haltern am Montag auf Anfrage folgende Auskunft: Lediglich in der Heideschule seien zwei Kinder zusätzlich angemeldet worden, so Stadtsprecher Georg Bockey. Die niedrigen Zahlen seien aber auch darin begründet, dass die Schulen in der Zwischenzeit eigeninitiativ auf Eltern zugegangen seien, wenn erkennbar war, dass die Kinder nicht regelmäßig an den Videokonferenzen teilgenommen oder Aufgaben abgeliefert hatten, führte Bockey weiter aus.

„Homeschooling“ ist seit Montag auch in der Schule möglich.
„Homeschooling“ ist seit Montag auch in der Schule möglich. © dpa © dpa

Fragen rund um das Thema Schule beantworten wir in unserem kostenlosen Live-Talk am Dienstag, 2. Februar, um 18.30 Uhr unter www.halternerzeitung.de

Zu den Experten gehört unter anderem Mathias Richter, Staatssekretär im Schulministerium. Fragen können Sie schon jetzt mailen an: reden@halternerzeitung.de

Über die Autorin
Redakteurin
Vor mehr als zwanzig Jahren über ein Praktikum zum Journalismus gekommen und geblieben. Seit über zehn Jahren bei Lensing Media, die meiste Zeit davon als Redakteurin in der Nachrichten- und Onlineredaktion in Dortmund. In Haltern seit September 2019.
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Ilka Bärwald

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