Halterner organisiert Pilotprojekt zur Biodiversität im Bistum Münster

Pilotgemeinden gesucht

Um landwirtschaftliche Flächen, die von Gemeinden verpachtet werden, ökologischer zu nutzen, hat das Bistum Münster jetzt ein Pilotprojekt gestartet. Ein Halterner ist dabei federführend.

Haltern

06.11.2020, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ein Blühstreifen am Ackerrand kann eine von vielen Maßnahmen und Möglichkeiten sein, um biologische Vielfalt in der Landwirtschaft zu fördern.

Ein Blühstreifen am Ackerrand kann eine von vielen Maßnahmen und Möglichkeiten sein, um biologische Vielfalt in der Landwirtschaft zu fördern. © Bischöfliche Pressestelle/Kiepe

Unter dem Titel „Gemeinsam für Vielfalt – Biodiversität auf Kirchenland“. hat das Bistum Münster und die Katholische Landvolkbewegung ein Pilotprojekt ins Leben gerufen. Es startete mit einer Informationsveranstaltung für Vertreterinnen und Vertreter von Kirchenvorständen unterschiedlicher Pfarreien im Kreisdekanat Recklinghausen in seine Pilotphase.

Fabian Teltrop ist neuer Umweltschutzmanager im Bistum Münster.

Fabian Teltrop ist neuer Umweltschutzmanager im Bistum Münster. © Bischöfliche Pressestelle

„Wir möchten die Kirchenvorstände dabei unterstützen, gemeinsam mit ihren landwirtschaftlichen Pächterinnen und Pächtern eine nachhaltige Verpachtungs- und Bewirtschaftungspraxis zu schaffen und somit ihrem Auftrag zur Schöpfungsverantwortung gerecht zu werden“, erläuterte Fabian Teltrop, Fachstellenleiter Umweltschutzmanagement und Schöpfungsverantwortung im Bischöflichen Generalvikariat (BGV). Der Halterner hat im April seine Tätigkeit als Umweltschutzmanager im Bistum aufgenommen.

Gemeinsam mit Pfarrer Bernd Hante, Diözesanpräses der Katholischen Landvolkbewegung (KLB) und der Katholischen Landjugendbewegung (KLJB), Ulrich Oskamp, KLB-Diözesanreferent, sowie Birgit Hüsing von der Gruppe Liegenschaften im BGV, hatte Fabian Teltrop zu dieser Auftaktveranstaltung eingeladen.

Videokonferenz im Internet

Die Vertreter der Pfarreien aus Marl, Waltrop, Haltern, Oer-Erkenschwick und Recklinghausen trafen sich mit den Referentinnen und Referenten nicht wie geplant im Könzgenhaus in Haltern, sondern wegen der massiv steigenden Coronainfektionen zu einer Videokonferenz im Internet. Rund 900 landwirtschaftliche Betriebe verzeichnet die Landwirtschaftskammer NRW im Kreis Recklinghausen. Neben der Tierhaltung bildet die Obst- und Gemüseproduktion einen Schwerpunkt.

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Marianne Lammers von der Landwirtschaftskammer NRW informierte die Anwesenden über die augenblickliche Situation, den Strukturwandel und das betriebswirtschaftliche Dilemma, in der sich die Landwirtschaft befände. Seit vier Jahren biete die Kammer eine kostenlose Biodiversitätsberatung an.

Prof. Tillmann Buttschardt, Professor für Angewandte Landschaftsökologie und Ökologische Planung an der Universität in Münster, verdeutlichte in seinen Ausführungen den Zusammenhang von Biodiversität, also die genetische und biologische Vielfalt, und ihre Rolle in der Landwirtschaft. Der Geowissenschaftler und Ökologe sieht einen dringenden Bedarf, anders mit dem Boden, den Nahrungsmitteln und der Landschaft umzugehen.

Fachliche Unterstützung und Öffentlichkeitsarbeit

Zum Abschluss stellten Ulrich Oskamp und Birgit Hüsing den Teilnehmenden das gemeinsame, auf drei Jahre angelegte Pilotprojekt vor. Eine grundlegende Voraussetzung für eine nachhaltige Landwirtschaft sei ein breiter gesellschaftlicher Bewusstseinswandel im Umgang mit Lebensmitteln und ein wertschätzender Dialog miteinander.

„Im Idealfall haben wir es am Ende in den Pilotgemeinden geschafft, die ökologischen, ökonomischen, sozialen und kirchlichen Werte und Zielvorstellungen in einem Dialog auf Augenhöhe zusammenzubringen“, führte Oskamp aus und ergänzte: „Da fühlen wir uns als Kirche, die in Deutschland immerhin fünf Prozent der landwirtschaftlichen Nutzflächen besitzt, in der Pflicht.“

Insgesamt ginge es bei dem Projekt auch darum, die Pfarreien auf das Thema aufmerksam zu machen und sie dafür zu sensibilisieren. Oskamp machte den Pilotgemeinden das Angebot, sie durch fachliche Unterstützung und Öffentlichkeitsarbeit zu begleiten.

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