Halterner LWL-Römermuseum rüstet auf Erdwärme um

Leuchtturmprojekt

Das LWL-Römermuseum rüstet um: Künftig will es Erdwärme nutzen, um das Museum im Winter zu heizen und im Sommer zu kühlen. Der Landschaftsverband setzt erstmalig auf Geothermie - und verwirklicht in Haltern auf Wunsch der Landesregierung ein Leuchtturmprojekt.

HALTERN

von Von Elisabeth Schrief

, 23.08.2013, 18:13 Uhr / Lesedauer: 2 min
Vor dem Eingang des LWL-Römermuseum wird gerade viel Erde bewegt, weil dort Probebohrungen durchgeführt werden sollen. Der Landschaftsverband will Erdwärme nutzen, um das Museum zu kühlen.

Vor dem Eingang des LWL-Römermuseum wird gerade viel Erde bewegt, weil dort Probebohrungen durchgeführt werden sollen. Der Landschaftsverband will Erdwärme nutzen, um das Museum zu kühlen.

Das wurde wieder verworfen. Aber den Technikern war letztlich aus logistischen Gründen ein Heranrücken an das Museumsgebäude genauso recht. Bei den Grabungen wurde bislang bis auf eine Münze nichts gefunden. Dr. Bettina Tremmel geht davon aus, dass das Grundstück in römischer Zeit als Weide genutzt wurde. Voraussichtlich verlassen die Archäologen und ihre Helfer Ende nächster Woche die Baustelle.Eine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung ist der Entscheidung für Geothermie vorausgegangen. Anlass war, dass die alte mehr als 20 Jahre alte Gasheizung nicht mehr den energetischen Anforderungen entspricht und die Jahresenergiekosten mit 89 000 Euro zu hoch sind. Der Landschaftsverband sollte, so der Wunsch der Landespolitik, ein Leuchtturmprojekt in Haltern installieren und in umweltfreundliche Energie investieren.

Die Konzeptenwicklung und Planung übertrug der LWL dem Ingenieurbüro Markus Ernst aus Haltern. Ernst wird auch die Baubegleitung übernehmen. Derzeit laufen die Ausschreibungen, im Oktober werden voraussichtlich die Bohrungen beginnen. 20 Sonden werden dazu in 100 Metern Tiefe eingebracht. Im Museum arbeiten derzeit noch zwei überdimensionierte Kesselanlagen mit einer Leistung von 500 Kilowatt Wärme, dazu läuft eine Kältemaschine mit 200kW. In Zukunft liegt die erforderliche Leistung bei 230kW (Heizung) und 120kW (Kälte). Mit der neuen Energietechnik spart das Museum jährlich 40 Prozent seiner Energiekosten, außerdem schlagen erhebliche CO2-Einsparungen zu Buche.

Gegen Ende des Jahres, spätestens Anfang 2014 wird die Anlage nach Schätzung von Markus Ernst betriebsbereit sein. Zum ersten Mal setzt der Landschaftsverband in einem seiner 17 Museen auf regenerative Energie. Der Landschaftsverband Rheinland war schneller: Das Römermuseum in Xanten beispielsweise wird bereits mit Geothermie beheizt und gekühlt. Die besondere Herausforderung ist, dass die Museen an 365 Tagen im Jahr gleich temperiert sein müssen, sonst nehmen die Exponate Schaden.

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