Schnelle Abreise: Halterner muss Freiwilligenarbeit in Afrika abbrechen

Verkürzter Freiwilligendienst

Sieben aufregende Monate verbrachte der Halterner Lennart Dammer in Tansania. Ein Jahr lang sollte der 19-jährige eigentlich in Afrika bleiben, doch nun ist er zurück in Deutschland.

Haltern

, 04.06.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Vier junge Menschen mussten ihren Freiwilligendenst in Tansania frühzeitig abbrechen. Darunter Lennart Dammer aus Haltern.

Vier junge Menschen mussten ihren Freiwilligendienst in Tansania frühzeitig abbrechen. Darunter Lennart Dammer aus Haltern. © Bischöfliche Pressestelle/Michaela Kiepe

Eigentlich wollte der Halterner Lennart Dammer (19) ein Jahr lang in Tansania Gutes tun. Mit drei weiteren freiwilligen Helfern zog er im vergangenen August los, um in Schulen und im Waisenhaus in Iringa auszuhelfen. In Afrika hatte er sich gut eingelebt, die Sprache Kiswahili gelernt und die Kinder tief in sein Herz geschlossen - doch plötzlich musste er im März aufgrund der Corona-Pandemie zurück nach Deutschland. Verabschieden konnte er sich von den Kindern nicht mehr.

„Eigentlich war bei uns alles normal. Dann kam die Mail mit der Entscheidung, dass wir das Land kurzfristig verlassen müssen“, berichtet Felix Kemmer aus Ahaus, der gemeinsam mit Dammer am weltwärts-Projekt des Bistums Münster teilgenommen hat. „Wir konnten uns nicht vorstellen, von jetzt auf gleich wieder nach Deutschland zurückzukehren. Es war so irreal“, fügt Dammer hinzu.

Kurzfristige Abreise aus Afrika

Dieses Gefühl hielt auch bei der Ankunft in der Heimat an. „Wir kamen aus einem Land, in dem der Alltag noch ganz normal stattfand. Plötzlich waren wir in einem Land, in dem man zunächst ‚eingesperrt‘ war. Aber im Nachhinein macht das natürlich alles Sinn“, berichtet er. Seit Mitte August vergangenen Jahres engagierten sich Dammer und zwei seiner Kollegen in den Schulen und dem Internat von St. Dominic Savio.

„Mein Schulleiter war sehr betroffen, als ich ihm von unserer kurzfristigen Abreise erzählt habe. Aber er war auch sehr dankbar, dass wir uns an der Schule engagiert haben“, erzählt Dammer, der den Computer- und den Sportlehrer an der Schule unterstützt hat. Von einem Tag auf den anderen wurden auch in Iringa die Schulen geschlossen.

Kein Abschied von den Kindern

„Nachdem wir wussten, dass wir gehen, habe ich die Kinder nicht wiedergesehen“, bedauert der 19-Jährige. Lediglich von den Lehrerinnen und Lehrern habe er sich noch verabschieden können. Etwas anders erging es Kemmer, der im Waisenhaus der Einrichtung dem Schulsozialarbeiter bei seiner Arbeit geholfen hatte. „Ich hatte Glück im Unglück, denn ich konnte den Kindern, die im Internat lebten und die ich in mein Herz geschlossen hatte, noch Tschüss sagen“, berichtet er.

Auch wenn sie statt der geplanten zwölf Monate nun lediglich sieben Monate in Tansania verbringen konnten, bereuen sie keine Minute. „Die Menschen sind so herzlich und haben eine tolle Willkommenskultur. Wir sind so freundlich empfangen worden“, sagt Dammer.

Die Freiwilligen sind dankbar dafür, dass sie die Möglichkeit hatten, ein neues Land, eine neue Kultur und neue Menschen kennenzulernen. Und für sie ist klar, dass sie nach Tansania, das ihnen zu einer zweiten Heimat geworden ist, zurückkehren werden. „Das ist fest geplant“, sind sie sich einig.

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