Große Not wegen Corona

Halterner Förderverein stillt den Hunger der Kinder von Khayelitsha

Die Weihnachtspost des Fördervereins Khayelitsha hat eine Welle der Hilfsbereitschaft ausgelöst. Es ist viel Geld eingegangen, um den in der Corona-Krise hungernden Kindern zu helfen.
Die Kinder von Khayelitsha werden täglich mit einer warmen Mahlzeit versorgt. Die Not in dem südafrikanischen Slumgebiet nahe Kapstadt ist groß. © Privat

Als am 5. März 2020 der erste Fall von Corona in Südafrika bekannt wurde, reagierte die Regierung sofort mit einem strengen Lockdown. Der ist inzwischen etwas gelockert, aber das ändert nichts an der Not in den Slums von Kapstadt.

„Wir sind sehr dankbar für das große Mitgefühl unserer Mitglieder und Freunde“, sagt Fördervereins-Vorsitzende Anne Feldmann. Von dem eingegangenen Geld wurden bei Händlern vor Ort Grundnahrungsmittel gekauft und an die Familien ausgeteilt. Außerdem werden täglich in den Suppenküchen warme Mahlzeiten serviert. Wie wichtig diese Hilfe ist, kann am besten Hiltraud Elsing, Tochter der Fördervereins-Gründerin Meta Rentzsch, erzählen.

Dank Spenden aus Haltern konnten für die Familien Grundnahrungsmittel gekauft und verteilt werden.
Dank Spenden aus Haltern konnten für die Familien Grundnahrungsmittel gekauft und verteilt werden. © Privat © Privat

„Die Kindergärten und Schulen sind wegen der Corona-Pandemie noch geschlossen. Hier bekommen die Kinder sonst täglich eine warme Mahlzeit. Die einzige überhaupt“, berichtet Hiltraud Elsing per Telefon. Damit sie auch jetzt etwas zu essen haben, kochen die Mitarbeiterinnen in den Suppenküchen täglich für die hungernden Kinder.

„Dank der Spenden läuft diese Hilfe gut. Sie wird gern und dankbar angenommen“, sagt Hiltraud Elsing, die seit Jahrzehnten in Kapstadt lebt und als Bauingenieurin und guter Engel die Arbeit des Fördervereins vor Ort organisiert und die acht großen Projekte wie Schulen, Kindergärten und Gemeindezentren begleitet. Den Kindern fehlen Betreuung und Unterricht, Homeschooling ist ein Fremdwort.

Familien sind in Sorge, weil es keine Arbeit gibt

Die hohe Arbeitslosigkeit in dem Slum sei ein weiteres großes Problem. Die Familienväter fallen ins Bodenlose, weil es für Tagelöhner nichts zu tun gibt und der Staat ihnen keine Unterstützung gewährt. Auch die Arbeitsplätze in der Tourismus-Branche brechen weg. Gästehäuser und Hotels sind leer, Beihilfen wie in Deutschland bekommen die Inhaber nicht.

„Es herrscht gerade ein außergewöhnlicher Notstand“, beschreibt Hiltraud Elsing die Lage. Damit aus Frust nicht der Alkoholkonsum steigt und als Folge die Gewalt in den Familien zunimmt, ist der Verkauf von alkoholischen Getränken in Südafrika strikt verboten.

In Khayelitsha, einem Slumgebiet mit über einer Million Einwohnern, die in primitiven Wellblechhütten leben, ist die Pandemie eine Herausforderung. Aber die Familien seien diszipliniert. „Hier wird für alles und gegen alles gestreikt, aber nicht gegen die Einschränkungen zum Schutz vor Infektionen.“

Die Arbeitslosigkeit ist wegen Corona immens groß, die Familien sind dankbar für jede Hilfe.
Die Arbeitslosigkeit ist wegen Corona immens groß, die Familien sind dankbar für jede Hilfe. © Privat © Privat

Hiltraud Elsing fährt gemäß der Corona-Verordnungen zurzeit nur noch einmal wöchentlich nach Khayelitsha. Ansonsten schaut die 72-Jährige, dass sie so wenig wie möglich Kontakt zu anderen hat. Sie wartet geduldig auf Besserung. Was sie allerdings vermisst, sind ihre morgendlichen Schwimmrunden im Meer. Denn die Strände sind gesperrt. Um sich jetzt im südafrikanischen Sommer dennoch ein wenig abkühlen zu können, will sie eine Angellizenz beantragen. Dann dürfte sie wenigstens bis zum Bauchnabel ins Wasser, lacht sie über ihren Einfall.

Lebensmittelmarkt hilft mit besonderer Aktion

Unklar ist, wann Hiltraud Elsing wieder nach Deutschland kommen kann. Klar ist aber, dass der Förderverein weiterhin in Khayelitsha hilft. „Solidarität können Halterner aktuell bei einem Einkauf im Sythener Edeka-Markt zeigen“, weist Anne Feldmann auf eine besondere Aktion hin. Jeder Kunde erhält für den Einkauf ab einem gewissen Betrag einen Chip. dieser kann in Röhren verteilt werden, die verschiedenen Vereinen zugeordnet sind. Eine Röhre ist auch für den Förderverein Khayelitsha reserviert. Diese Chips werden am Ende der Aktion (31. März) in bares Geld von Edeka eingetauscht.

Anne Feldmann ist glücklich über die allgemein gute Unterstützung aus Haltern. „Wir halten unser Engagement für die Familien in Khayelitsha, einem der größten Slumgebiete am Kap, auf jeden Fall aufrecht“, verspricht sie.

Seit 1989 Hilfe für Khayelitsha

Seit 1989 finanziert der von Meta Rentzsch gegründete Halterner Förderverein den Bau gemeinnütziger Projekte in Khayelitsha. Gebaut werden Kindergärten, Vorschulen und Gemeindezentren, die anschließend an lokale Organisationen übertragen werden.

Der Förderverein freut sich über jede finanzielle Hilfe. Dazu sind Spendenkonten eingerichtet: DE85 4265 1315 0007 0009 04 bei der Stadtsparkasse Haltern am See oder DE82 4016 4528 0187 451900 bei der Volksbank Südmünsterland-Mitte eG – Stichwort „Coronahilfe“.

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