Halterner Fewo-Betreiber bleiben nicht von Tourismus-Krise verschont

dzCorona-Pandemie

In den Sommermonaten hat der Tourismus in Haltern unter der Coronavirus-Pandemie gelitten. Auch die Anbieter von Ferienwohnungen blieben in der Seestadt nicht verschont.

Haltern

, 26.10.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit Umsatzrückgängen hat auch die Tourismusbranche in Haltern aufgrund der Corona-Pandemie zu kämpfen. Nur jedes dritte Bett in Haltern war im August 2020 belegt. Das besagt eine aktuelle Statistik des Landesbetriebs IT NRW. Zahlen zu den Übernachtungen in Ferienwohnungen werden allerdings nicht von dieser Statistik erfasst. Denn die Beherbergungsstatistik des Landes NRW nimmt nur Beherbergungsangebote mit mindestens zehn Betten auf. Ferienwohnungen haben meist weniger und werden deshalb nicht in der Statistik erfasst.

Aber wie gut belegt waren Ferienwohnungen in Haltern im Jahr 2020? Die Halterner Zeitung hat bei Betreibern und der Stadtagentur Haltern nachgefragt.

Während des Lockdowns waren Buchungen für touristische Zwecke nicht erlaubt. „Da liegt es in der Natur der Sache, dass die Nachfrage stillsteht“, sagt Katharina Overkott, die eine Ferienwohnung in Haltern besitzt. Wer in Haltern auf Buchungen seiner Ferienwohnungen angewiesen sei, „für den muss es ein hartes Jahr 2020 gewesen sein“, sagt Bärbel Farwick von der Pension Farwick in Sythen.

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Erst ab Juni habe sich die Situation langsam erholt, sagt Andrea Böing von der Stadtagentur in Haltern. Sie schränkt ein: „Allerdings nur leicht.“ Die Stadtagentur, aber auch die Betreiber der Ferienwohnungen hätten damit gerechnet, dass mehr Menschen innerhalb Deutschlands in diesem Zeitraum Urlaub mit dem Reiseziel Haltern hätten machen wollen. Schließlich böten sich doch gerade Ferienwohnungen an, weil man den Kontakt zu anderen Menschen umgehen könne, hatten Stadtagentur und Fewo-Betreiber gedacht.

Zunehmend entspannt habe sich die Situation dann ab Juli und August, sagte Böing: „Teilweise hatten wir Wochenenden, da waren in Haltern alle Betten in den Ferienwohnungen belegt.“ So zumindest habe es sich angefühlt.

Ehemalige Halterner kamen

Katharina Overkott war mit der Saison unter Corona-Bedingungen allerdings nicht unzufrieden. „Wir waren in den Sommerferien gut ausgebucht“, sagt sie. Einige ehemalige Halterner seien angereist, um ihre Heimatstadt wiederzusehen, erzählt Overkott. Andere wiederum wollten das Römermuseum oder das Münsterland erkunden.

Einen ruhigeren Sommer erlebte auch Bärbel Farwick. In dem Zimmer, das sie anbietet, übernachten besonders häufig Radfahrer. Viele Gäste seien es in diesem Jahr aber nicht gewesen, sagt die Sythenerin. Zum Glück sei sie nicht auf die Einnahmen angewiesen. „Ich mache das einfach gerne“, sagt sie.

Bärbel Farwick hatte in der vergangenen Sommersaison auch weniger Feriengäste zu verzeichnen.

Bärbel Farwick hatte in der vergangenen Sommersaison auch weniger Feriengäste zu verzeichnen. © Silvia Wiethoff

Schwierigkeiten bereiteten den Fewo-Anbietern in bestimmten Bereichen die Hygienerichtlinien. Bernhard Abendroth von der Pension Abendroth erklärt beispielsweise, dass er das Frühstück aus dem Angebot genommen habe. Denn es habe nicht – wie vor Corona in der Pension Abendroth üblich – in Buffett-Form bereitgestellt werden dürfen. Stattdessen müsse immer am Tisch serviert werden. „Da hätten wir die ganze Zeit einen Kellner gebraucht“, sagt Bernhard Abendroth. Der hätte zudem immer direkt die Tische desinfizieren müssen. „Der Aufwand hätte sich nicht gelohnt. Die Auflagen waren für uns zu hoch“, sagt Bernhard Abendroth.

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Bärbel Farwick dagegen servierte das Frühstück in einem separaten Raum nur für die Gäste.

Andere Hygieneregeln stellten offenbar ein geringeres Problem für die Ferienwohnungs-Betreiber dar. „Wir müssen eh, auch ohne Corona, auf totale Sauberkeit achten“, sagt Bärbel Farwick. Das Desinfizieren nach dem Auszug der Gäste habe sich genauso schnell eingespielt wie das Notieren der Daten für eine mögliche Kontaktnachverfolgung.

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