So voll sehen die Einzelhändler und Gastronomen Halterns Innenstadt (hier ein Archivbild vor Corona) am liebsten. © Foto: Benjamin Glöckner
Befragung in der Innenstadt

Halterner empfehlen ihre Stadt gern weiter – Lokale bringen Frequenz

In 107 Städten Deutschlands wurden Passanten zu ihren Einkaufsgewohnheiten und zur Attraktivität der Innenstadt befragt. Auch in Haltern waren die Marktforscher aus Köln unterwegs.

Wie sieht die Zukunft der deutschen Innenstädte aus und was wünschen sich Innenstadtbesucher von ihren Stadtzentren? Antworten auf diese Fragen liefert eine Untersuchung des Marktforschungs- und Beratungsunternehmen IFH Köln. 107 Städte unterschiedlicher Größe wurden im Rahmen des Projektes „Vitale Innenstädte 2020“ unter die Lupe genommen. Auch Haltern – und das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Die Datenerhebung erfolgte zwischen Ende September und Mitte Oktober 2020 anhand eines einheitlichen Fragebogens. Ziel der Untersuchung ist es, den Partnern in Handel, Politik und Verwaltung dringend benötigte Informationen über den Stellenwert ihrer Stadt aus Sicht der Besucher zu vermitteln. Die Ergebnisse sollen Grundlage für Planungen und neue Konzepte liefern.

Haltern im Vergleich mit 38 anderen Städten

In der Größenklasse der Stadt Haltern am See (25.000 bis 50.000 Einwohner) haben sich 39 Vergleichsstädte beteiligt. Die Interviews in der Halterner Innenstadt wurden donnerstags und samstags geführt.

Haltern ist eine beliebte Stadt zum Bummeln und Einkaufen. Das bestätigte sich: Danach erhält die Innenstadt von den Besuchern die Durchschnittsnote 1,8 in Bezug auf die Attraktivität (Vergleichsstädte 2,5).

Das Einkaufsverhalten der Besucher entspricht in Bezug auf die Zahl der besuchten Geschäfte, die Aufenthaltsdauer und Besuchshäufigkeit dem vergleichbarer Städte. Unterdurchschnittlich ist allerdings der Anteil der Besucher, die die Innenstadt zum Einkaufen aufsuchen. Hier gaben 58,1 Prozent der Befragten an, zum Einkaufen zu kommen, der Durchschnitt liegt bei 64,9 (Mehrfachnennungen möglich).

Die Gastronomie ist ein Anziehungspunkt

Allerdings liegt der Anteil der Besucher, die die Gastronomie aufsuchen, mit 32 Prozent etwas über dem Durchschnitt von 28,7. Hierzu passt, dass eine geplante Aufenthaltsdauer von über zwei Stunden von 36,7 Prozent der Besucher angegeben wurde (26,8 Prozent). Über dem Durchschnitt liegt mit 53,7 Jahren das Alter der Innenstadtbesucher (Durchschnitt 49,4 Jahre).

Schlechte Noten erhält die Stadt bezüglich der Parkplätze. Hier gibt es nur die Note 2,8. Dafür ist die Stadt bezüglich energiefreundlicher Mobilität Vorbild. Mit 30,1 Prozent kommen fast doppelt so viel Besucher mit dem Fahrrad in die Innenstadt. In den Vergleichsstädten liegt dieser Wert im Durchschnitt bei 16,9 Prozent. Dafür fahren aber nur 5,7 Prozent mit dem Bus oder mit der Bahn (auswärtige Gäste) in die Stadt.

Online-Angebote werden weniger genutzt

Besucher der Innenstadt empfehlen Haltern gerne weiter. 84 Prozent tun das, nur 3,3 Prozent nicht. Bei den Vergleichsstädten liegen diese Werte bei 48,8 bzw. 22,4 Prozent. Auch im Vergleich mit allen Städten schneidet Haltern am See weit über dem Durchschnitt ab.

Doch natürlich hat auch die Corona-Pandemie das Verhalten zwangsläufig verändert. 23,4 Prozent der Befragten erklärten, dass sie jetzt online einkaufen. Online-Angebote lokaler Händler werden allerdings weniger genutzt als in den Vergleichsstädten (8,4 Prozent in Haltern am See, Vergleichsstädte 11,9 Prozent).

Erkenntnis sind hilfreich für die Politik

In seiner ersten Bewertung der Ergebnisse erklärt Bürgermeister Andreas Stegemann: „Ich halte die vorliegenden Erkenntnisse für hilfreich. So können wir in der Politik, Verwaltung, im Einzelhandel und in der Gastronomie gut erkennen, wie unsere Innenstadt von den Menschen wahrgenommen wird.“ Wichtige Frequenzbringer seien sicherlich die Lokale rund um den Marktplatz. Umso wichtiger sei, sobald es die Infektionszahlen zuließen, wieder Lockerungen zu bekommen.

Unterstützt wurde die Untersuchung von der Bundesvereinigung City- und Stadtmarketing Deutschland, dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag, dem Handelsverband Deutschland und dem Deutsche Städte- und Gemeindebund.

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Elisabeth Schrief

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