Thomas Knuth und Gitta Kiehle (l.), beide Mitglieder der evangelischen Kirchengemeinde, stellten das Projekt „Brücken bauen“ im Januar 2020 der Öffentlichkeit vor. Seitdem ist es stetig gewachsen. © privat
Netzwerk

Halterner Ehrenamt-Netzwerk „Brücken bauen“ ist erfolgreich und wächst

„Brücken bauen“ heißt das Netzwerk aus Ehrenamtlichen, das seit über einem Jahr in Haltern aktiv ist. Viele Projekte hat es seitdem angestoßen und umgesetzt. Nun folgte auch ein Preis.

Anfang 2020 wurde das Netzwerk aus der Taufe gehoben, kurz bevor die Corona-Pandemie die Welt überrollte. Doch die Ehrenamtlichen des Netzwerks „Brücken bauen“ haben sich auch durch das Virus nicht in ihrem Engagement bremsen lassen.

Gitta Kiehle und Thomas Knuth, die beide in der evangelischen Kirchengemeinde in Haltern aktiv sind, hatten die Idee und konnten schnell andere dafür begeistern. Beim „Brücken bauen“ geht es vor allem darum, schnell und unkompliziert Hilfe anzubieten.

Über einen Whatsapp-Verteiler können Anfragen gestellt werden und wer möchte, kann sich einbringen. „Das kann Hilfe beim Umzug einer Flüchtlingsfamilie sein, oder wenn jemand Möbel abzugeben hat, bietet sich vielleicht jemand an, der sie transportiert“, erklärt Gitta Kiehle. „Es gibt völlig unterschiedliche Hilfebedarfe.“ Ein Anpacken reiche oft völlig aus. Die Ehrenamtlichen können sich kurzfristig, aber auch langfristig wie zum Beispiel bei der Nachhilfe engagieren. Insgesamt 80 Halternerinnen und Halterner sind als „Brückenbauer“ vernetzt, darunter auch viele jüngere Menschen. „Viele Schultern tragen leichter“, sagt Gitta Kiehle, die das Engagement der Halterner Bürger sehr schätzt. „Brücken bauen“ hat sich aber auch zum Ziel gesetzt, größere Projekte umzusetzen.

An Weihnachten besuchten Ehrenamtliche zum Beispiel Fernfahrer auf dem Rastplatz Hohe Mark West, die dort die Feiertage weit weg von ihren Familien verbringen mussten und übergaben den Männern Päckchen mit kleinen Geschenken.

Zu Ostern initiierten sie die Aktion „Aufatmen“ und sammelten Spenden für Pflege- und Reinigungskräfte im Sixtus-Hospital, die in der Corona-Pandemie besonders gefordert sind. 3000 Euro kamen so zusammen, die in Form von Stadtgutscheinen auch noch dem Handel vor Ort unterstützten. Auch die Blumenwiese an der Unterkunft Lorenkamp geht auf die Initiative des Netzwerks zurück.

Für ihre Arbeit wurden sie jetzt mit dem Diakoniepreis 2021 des Diakonischen Werkes im Kirchenkreis Recklinghausen ausgezeichnet, zusammen mit zwei anderen Projekten. Wann und in welcher Form der mit 1000 Euro dotierte Preis verliehen wird, stehe noch nicht fest, sagt Gitta Kiehle.

Unterstützt wird das Netzwerk von der evangelischen und katholischen Kirchengemeinde in Haltern, der Freien Gemeinde Wendepunkt, dem Diakonischen Werk im Kirchenkreis Recklinghausen, der Caritas Ostvest, der Bürgerstiftung und dem Ehrenamt Haltern am See.

Geschenke und Stadtgutscheine für Pflege- und Reinigungskräfte des St. Sixtus-Hospitals verteilten Vertreter des Netzwerks zu Ostern.
Geschenke und Stadtgutscheine für Pflege- und Reinigungskräfte des St. Sixtus-Hospitals verteilten Vertreter des Netzwerks zu Ostern. © KKRN, Birgit Böhme-Lueg © KKRN, Birgit Böhme-Lueg

„Jeder ist willkommen, mitzumachen“, wirbt Gitta Kiehle. Der Umgang im Netzwerk sei respektvoll und offen. Sie ist begeistert über die große Hilfsbereitschaft der Mitglieder.

Über Gitta Kiehle (01575 6303031) und Thomas Knuth (01515 3574544) können sich Interessierte mit dem Netzwerk in Verbindung setzen und in den Verteiler aufnehmen lassen.

Über die Autorin
Redakteurin
Vor mehr als zwanzig Jahren über ein Praktikum zum Journalismus gekommen und geblieben. Seit über zehn Jahren bei Lensing Media, die meiste Zeit davon als Redakteurin in der Nachrichten- und Onlineredaktion in Dortmund. In Haltern seit September 2019.
Zur Autorenseite
Ilka Bärwald
Lesen Sie jetzt