Halterner Betrüger kämpft vor Gericht um seine letzte Chance

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Am Essener Landgericht will ein Betrüger aus Haltern am See seine Freiheit erstreiten. Ob er die Richter „gnädig“ stimmen kann, ist nicht absehbar. Es geht aktuell um rund 17.000 Euro.

Haltern/Essen

, 11.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Die Masche war eigentlich ganz einfach. Fast ein Jahr lang hat ein vorbestrafter Betrüger aus Haltern Handys und andere Elektronikartikel bestellt und nicht bezahlt. Am Ende belief sich die Gesamtrechnung auf rund 17.000 Euro. Eigentlich soll er dafür nun endgültig ins Gefängnis. Doch der 32-Jährige kämpft um seine allerletzte Chance.

Das Amtsgericht Marl hatte in einem ersten Prozess bereits durchgegriffen. Dort hatten die Richter 28 Monate Haft verhängt – ohne Bewährung. Schließlich war es bereits das fünfte Mal, dass der 32-Jährige vor Gericht stand. Und immer wegen Betruges.

"Ich möchte nicht ins Gefängnis"

Doch so einfach wollte sich der angehende Kaufmann nicht geschlagen geben. Er legte Berufung ein. Deshalb muss sich seit Donnerstag nun auch das Landgericht Essen mit dem Fall befassen.

„Ich möchte meine Ausbildung zum Kaufmann weitermachen – und nicht ins Gefängnis“, sagte der 32-Jährige den Richtern. „Dann kann ich auch den Schaden wieder gutmachen.“

Der Angeklagte habe extra sein Auto verkauft

Nach eigenen Angaben hat er damit auch schon begonnen. Er hat angeblich sein Auto verkauft und so zusammen bereits 13.000 Euro an seinen Gläubiger – einen Onlineshop – überwiesen. Die letzten 1000 Euro ein paar Stunden vor der Verhandlung.

Doch genau da sind Richter und Staatsanwältin hellhörig geworden. Ohne direkten Beleg, dass das Geld auch angekommen ist, wollten sie dem 32-Jährigen die "Last-Minute-Überweisung" nicht glauben. „Da bin ich ganz vorsichtig“, so die Staatsanwältin. Und die Richterin ergänzte: „Betrug ist oft ein eingeschliffenes Verhalten. Da kommt man ganz schlecht wieder raus.“

Die Bewährungshelferin ist vorsichtig geworden

Selbst die Bewährungshelferin, die den Mann aus Haltern schon seit ein paar Jahren kennt, ist vorsichtig geworden. „Ich glaube inzwischen nichts, was nicht nachweisbar ist“, sagte sie vor Gericht. „Ich bin ein paar Mal auf die Nase gefallen.“

Auch der Lebenspartner des 32-Jährigen ist wegen Betruges vorbestraft. Er hat sogar schon wieder das nächste Strafverfahren vor der Brust. Diesmal geht es um Urkundenfälschung. Vor allem auch deshalb wollten die Richter die vorgelegten Überweisungsträger des Angeklagten nicht so einfach akzeptieren. Der Prozess wird fortgesetzt.

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