Weitere Vorfälle: Halterner berichtet von Rasern auf Münsterstraße

dzRaser in Haltern

Einem Anwohner sind Raser auf der Münsterstraße schon seit Längerem ein Dorn im Auge. Er hat das Gefühl, dass niemand für das Problem zuständig sein will und fühlt sich im Stich gelassen.

Haltern

, 15.05.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein 22-jähriger Halterner und ein 21-jähriger Essener mussten am Mittwoch, 13. Mai, ihre Autoschlüssel an die Polizei abgeben, nachdem sie sich ein Rennen auf der Weseler Straße geliefert hatten - am helllichten Tag. Eine eher ungewöhnliche Zeit für ein Autorennen, bestätigt Ramona Hörst, Pressesprecherin der Polizei des Kreises Recklinghausen. Ein Halterner berichtet von weiteren abendlichen Autorennen auf der Münsterstraße.

Illegale Rennen zwischen mehreren Autofahrern würden normalerweise eher abends, wenn die Straßen leerer sind, stattfinden, erklärt Hörst. Doch „auch im Dunkeln gelten die Verkehrsregeln“, sagt sie.

Ordnungsamt ist nicht zuständig

Wenn es allmählich dunkel wird, gibt es laut einem Anwohner auch in Haltern häufig Autofahrer, die es mit der Geschwindigkeitsbegrenzung nicht so ernst nehmen. Am Wochenende würden die ersten schon gegen 20 Uhr auf der Münsterstraße Vollgas geben. An Wochentagen meist erst etwas später, sagt der 45-Jährige.

Er müsse gar nicht aus dem Fenster gucken, um die Autofahrer zu sehen. „Man hört die“, sagt er. Einige hätten unter anderem ihre Auspuffe präpariert, was deutlich mehr Lärm zur Folge haben kann. „Einige fahren mit quietschenden Reifen mehrmals durch den Kreisverkehr.“ Andere würden einfach mit hoher Geschwindigkeit und übertrieben laut die Münsterstraße „bis nach Dülmen fahren“.

Genauso wie auf am Mittwoch, 13. Mai, auf dem Parkplatz des Römermuseums, hinterließen vor einiger Zeit auch einige Autofahrer auf der Sythener Straße mit quietschenden Reifen sogenannte "Donuts".

Genauso wie auf am Mittwoch, 13. Mai, auf dem Parkplatz des Römermuseums, hinterließen vor einiger Zeit auch einige Autofahrer auf der Sythener Straße mit quietschenden Reifen sogenannte "Donuts". © Steffi Papproth

Dort würden sie auch an Sythen-Lehmbraken vorbeifahren. Dass dort einige Verkehrsteilnehmer manchmal zu schnell fahren und zudem zu laut sind, sei auch schon Thema im Bau- und Verkehrsausschuss sowie im Stadtentwicklungs- und Umweltausschuss gewesen, erklärt Stadtsprecher Georg Bockey.

Es habe immer mal wieder Hinweise gegeben, dass an einigen Stellen zu schnell und zu laut gefahren werde. Vor einen dreiviertel Jahr hatte auch der Anwohner der Münsterstraße das Gespräch mit der Stadt gesucht. Doch auch das Ordnungsamt habe ihm nicht weiterhelfen können. Die Begründung: Es handelt sich nicht um liegenden Verkehr. Dass das Ordnungsamt für den fließenden Verkehr nicht zuständig ist, bestätigt auch Georg Bockey.

Für die Polizei sind Kennzeichen „super wertvoll“

Der Anwohner wurde zur Polizei weitergeleitet. Er landete letztendlich bei der Marler Polizeiwache. Dort sei ihm gesagt worden, er solle anrufen, wenn die Tuner oder Raser wieder unterwegs sind. „Aber wenn ich die um 20 Uhr anrufe, sind die (Autofahrer, Anm. d. Red.) schon weg, wenn die Polizei hier ist“, sagt er. Er habe das Gefühl, dass niemand für das Problem zuständig sein möchte. „Man hat keinen Ansprechpartner, der was machen will“, sagt der Halterner. „Ich bin echt am Verzweifeln.“

Wer Raser sieht, sollte sich aber immer bei der Polizei melden, sagt Ramona Hörst. „Es wäre schade, wenn man sich sagt, ‚das wird sowieso nichts‘ und dann nicht anruft.“ Denn für die Polizei sei es wichtig, diese Informationen überhaupt erst mal zu bekommen. „Wenn man Glück hat, steht ein Streifenwagen sogar direkt um die Ecke“, erklärt sie. Wenn nicht, seien die Informationen immer noch nützlich, um mögliche neue Hotspots ausfindig zu machen. Und dass Hinweisen generell nachgegangen wird, zeige der Fall am Mittwoch in Haltern, bei dem Polizeibeamte nach Zeugenhinweisen schnell vor Ort waren.

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Sich gezielt an bekannten Raser-Hotspots mit einem Streifenwagen hinzustellen, bringe hingegen nur selten etwas, so Hörst. „Wenn wir da stehen, kommt auch keiner“, erklärt sie. Eine Erfahrung, die auch der Anwohner der Münsterstraße bereits gemacht hat. „Das sieht einer und dann sagt er allen Bescheid“, vermutet der 45-Jährige. Dennoch, so Ramona Hörst, sei es wichtig, der Polizei Raser oder Autorennen immer zu melden. „Super wertvoll für uns ist natürlich, wenn man uns das Kennzeichen nennen kann“, sagt sie.

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