Halterner Ärzte sehen Zurückhaltung bei nötigen Arztbesuchen mit Sorge

dzCorona-Lockerungen

Viele Halterner schieben in der aktuellen Corona-Pandemie nötige Behandlungen und Vorsorgeuntersuchungen auf. Die Halterner Ärzte wollen den Patienten die Angst vor dem Praxisbesuch nehmen.

Haltern

, 21.05.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Corona-Pandemie ist trotz der rückläufigen Ansteckungszahlen und der daraus folgenden Lockerungen für viele Patienten weiterhin ein Grund, Besuche beim Arzt weitestgehend zu vermeiden. Das bemerken die niedergelassenen Halterner Ärzte, wie ihre Sprecherin Dr. Astrid Keller mitteilt. Das gelte sowohl für nötige Behandlungen als auch für Vorsorgeuntersuchungen.

Im Hinblick auf die Corona-Pandemie habe jede Praxis inzwischen ein Konzept entwickelt, um Verdachtsfälle und Infektionen von den Patienten ohne Infekte zu trennen.

Auch aufgrund der anhaltend niedrigen Infektionszahlen sei die Ansteckungsgefahr – natürlich unter Einhaltung der Hygiene-Maßnahmen (Maskenpflicht, wenige Patienten in den Wartezimmern, nicht zu früh zu den Terminen erscheinen und unbedingt erst telefonisch anmelden, bei Symptomen wie Husten, Schnupfen, Halsschmerzen, Fieber) sehr gering, heißt es in der Mitteilung der Halterner Ärzteschaft.

Verzögerte Diagnostik könnte schwere Folgen für Patienten haben

Die Mediziner befürchten eine verzögerte Diagnostik von anderen Krankheiten, weil Patienten mit Symptomen zu lange zögerten, die Praxen aufzusuchen. Dies könne dazu führen, dass Krankheiten zu spät diagnostiziert würden. Schwere Folgen können hierdurch auftreten.

Sicherlich ist es sinnvoll, unnötige Besuche zu unterlassen, dazu gehören unter anderem Befundabfragen, Rezeptbestellungen, abgesprochene Überweisungen, die telefonisch, per Fax oder E-Mail in Auftrag gegeben werden können. Nötige Untersuchungen aufzuschieben ist sicher nicht sinnvoll. Immer wieder werden durch eine Vorsorgeuntersuchung, ein persönliches Arzt-Patienten-Gespräch und eine körperliche Untersuchung Krankheiten erkannt, die vorher gar nicht vermutet worden sind.

Vermehrt Anfragen wegen Befreiung von der Maskenpflicht

Des Weiteren werden immer wieder Anfragen zur Befreiung von der Maskenpflicht oder ein Attest für das Homeoffice angefragt. Bei letzterem müssen die Einzelfälle sehr genau abgewogen werden, ggf. kann nur in Absprache mit einem Betriebsarzt eine Gefährdungsbeurteilung erstellt werden. Eine pauschale Befreiung von der Anwesenheitspflicht am Arbeitsplatz, wenn ein Patient einen Risikofaktor hat, ist nicht ohne weiteres möglich.

Ohne Maske besteht größeres Risiko

Einen Patienten von der Maskenpflicht - zum Beispiel beim Einkaufen - zu befreien, ist ebenfalls nur unter Abwägung aller Fakten möglich. Für viele war die Maske anfangs so ungewohnt, dass sie Angstgefühle beim Tragen entwickelten. Hier bessern sich die Beschwerden, je öfter man die Maske trägt. Patienten, die zum Beispiel aufgrund einer Lungenerkrankung Probleme mit der Atmung haben, haben so ein hohes Risiko, dass sie sich ohne Maske (Ärzte empfehlen Risikopatienten die FFP3-Masken) einer hohen Infektionsgefahr aussetzen würden. Diesen Patienten würde man lieber dringend von Einkäufen abraten.

„Sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt oder Facharzt, wenn sie Fragen haben. Kommen sie mit Beschwerden in die Sprechstunde. Melden Sie sich gerne telefonisch oder auf anderen elektronischen Wegen an, um unnötige Kontakte zu vermeiden, aber zögern Sie nicht, wenn Sie Gesundheitsstörungen feststellen“, heißt es von den Halterner Ärzten.

Sixtus-Hospital bittet um Verzicht auf Besuche

Im Halterner Sixtus-Hospital ist von Zurückhaltung im Moment wenig zu spüren - auch wenn es nur die Besucher betrifft. Wie das Krankenhaus am Mittwoch mitteilte, führt die seit Montag eingeführte Besuchsregelung von einem Besucher pro Patient und Tag zu einem großen Andrang. Hier appelliert die Klinik an die Bevölkerung, auf unnötige Besuche zu verzichten - gerade bei denjenigen, die nur kurz im Halterner Hospital behandelt werden.

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