Haltern hat eine Rettungshundestaffel

HALTERN Unsere Stadt hat eine DLRG-Rettungshundestaffel – die erste in Nordrhein-Westfalen. Der Anlass ist ein trauriger: Im vergangenen Sommer ereignete sich ein Segelunfall, der für einen der drei Segler tödlich endete; ein weiterer schaffte es nur mit letzter Kraft ans rettende Ufer.

von Von Elke Rüdiger

, 09.07.2008, 12:28 Uhr / Lesedauer: 1 min
Buffy hat den Geruch aufgenommen und zeigt den Hundeführern "Hier müsst Ihr suchen!"

Buffy hat den Geruch aufgenommen und zeigt den Hundeführern "Hier müsst Ihr suchen!"

Für die Angehörigen war es eine schlimme Zeit, der Ertrunkene wurde erst sechs Tage nach dem Unfall gefunden. Dieser schreckliche Unfall war ein Ansporn für die Halterner DLRG (Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft), eine Rettungshundestaffel in Haltern einzusetzen.

Sieben Hundeführer

Die sieben Hundeführer aus Olfen, Erkenschwick, Recklinghausen und Schwerte sind stark motiviert und suchen ein Einsatzgebiet. Rettungshunde kennt wohl jeder. Sie kommen zum Einsatz, wenn nach Naturkatastrophen, Erdbeben, Explosionen Menschen unter „Schutt und Asche“ in Trümmerfeldern vergraben sind, wenn jede Minute zählt, die Opfer noch lebend zu finden.

Wartezeit ersparen

Manchmal gibt es aber keine Überlebenschance mehr. Und da gilt es, den Angehörigen eine unerträglich lange Wartezeit zu ersparen. „Für die Angehörigen ist es schlimm, tagelang nichts zu wissen, sich doch immer wieder Hoffnungen zu machen. Die Hunde spüren Opfer, lebend oder tot, schneller auf.

Bessere Spürnasen

 Hunde haben einfach die besseren Spürnasen“, erklärt Andreas Schwieter, Leiter der DLRG-Rettungshundestaffel. Sie seien nach entsprechender Ausbildung geeignet als Flächen- und Trümmer-Suchhunde, aber ebenso zur Wasserortung – wenn sie seefest sind. Geruchsmoleküle steigen an die Oberfläche, und die Hunde nehmen selbst Leichengeruch vom Seeboden im Umkreis von 40 Metern wahr.

Begleithundeprüfung war Voraussetzung

Taucher leisten Kleinstarbeit, sie suchen an einer bis zu 50 m langen Leine unter Wasser Meter für Meter ab. Dabei haben sie nur begrenzt Druckluft und können auch nur eine bestimmte Anzahl an Tauchgängen absolvieren. Die Staffelteams werden zurzeit in der Wasserortung ausgebildet; die Begleithundeprüfung war Voraussetzung für einen Einsatz als Rettungshund; teilweise sind die Tiere schon geprüfte Flächen- bzw. Trümmer-Suchhunde.

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