Haltern fällt vom Tellerrand des Ruhrgebiets

HALTERN Wenn sich 2010 das Ruhrgebiet vor den Augen der Welt als Kulturhauptstadt feiert, nimmt Haltern nicht nur eine Randlage ein. Unsere Stadt ist dabei gar nicht vertreten.

von Von Silvia Wiethoff

, 04.07.2008, 15:56 Uhr / Lesedauer: 2 min
Es müsste ja  nicht gleich eine große Kapelle wie die Melvin-Beddow-Big-Band aus Rochford sein, die für Haltern Zeichen bei der Kulturhauptstadt 2010 setzt.

Es müsste ja nicht gleich eine große Kapelle wie die Melvin-Beddow-Big-Band aus Rochford sein, die für Haltern Zeichen bei der Kulturhauptstadt 2010 setzt.

53 Städte und Gemeinden waren in den letzten Monaten aufgerufen, sich mit kreativen Ideen an der Außendarstellung der Region zu beteiligen. Nachbarkommunen wie Marl, Gladbeck oder Dorsten haben sich mit Projektideen um ein Stück des 51 Mio. Euro großen Förderkuchens beworben und bereits Zusagen erhalten. Haltern dagegen geht leer aus, weil es sich lediglich mit einem Vorschlag an die Jury wandte. Der Antrag auf Unterstützung einer Quarzausstellung im Alten Rathaus fand keinen Zuspruch und wurde unter anderem wegen mangelnder Nachhaltigkeit abgelehnt.

In Zurückhaltung geübt

Georg Nockemann bestätigte, dass sich die Stadt gegenüber bei den Bewerbungen im Rahmen der Kulturhauptstadt 2010 in Zurückhaltung geübt habe. Man habe aufgrund der leeren städtischen Haushaltskasse die hohen Kosten gescheut. Als Beispiel nannte er das Leitprojekt „Twins2010“, bei dem Kulturprojekte zwischen den Städten des Ruhrgebiets und den Partnerstädten im Ausland angestoßen werden sollen.

Einigkeit

„Wir können keine drei Delegationen (Rochford, Roost Warendin, St. Veit) mit dem Bus nach Haltern holen und versorgen“, so Nockemann. Aus diesem Grund habe man keine weiteren Ambitionen gehabt und auch nicht das Gespräch mit an Kultur Interessierten in Haltern gesucht. Das sei von Bürgermeister Bodo Klimpel, dem Rat und dem Kulturausschuss so getragen worden.

Enttäuschung

Die Vorsitzende des Kulturausschusses, Marlies Breuer, erklärte ihre Enttäuschung über das Scheitern der Quarzausstellung. Zum Zeitpunkt der Ausschreibung sei Haltern Haushaltssicherungsgemeinde gewesen. Überschüssige Arbeitskraft und finanzieller Aufwand für die Projekte der Kulturhauptstadt seien nicht vorhanden gewesen. In anderen Städten seien es wohl eher private Initiativen, die sich engagieren.

Chance vertan

Dass sie nicht einmal gefragt wurden, ob sie sich einbringen wollen, ärgert manchen Vertreter der Halterner Partnerschaftsvereine. Ulrich Puschmann (St. Veit): „Hier wurde leichtfertig eine Chance vertan.“ Dr. Horstfried Masthoff (Kulturstiftung Masthoff) bedauert es ebenfalls sehr, dass die Kulturhauptstadt 2010 kein Thema in Haltern ist. Ein Gespräch am runden Tisch hätte seiner Meinung nach im Kulturausschuss auf der Tagesordnung stehen müssen. „Es gibt so hervorragende Möglichkeiten, sich zu präsentieren. Tourismus setzt voraus, das die Leute die Stadt kennen“, teilte er mit. Der Zusatz „Am See“ reiche auf jeden Fall nicht aus.

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