Gutachterausschuss: Immobilienpreise in Coronazeiten weiter gestiegen

dzImmobilienpreise

Die Preise auf dem Immobilienmarkt sind in Zeiten von Corona gestiegen. Das zeigen auch die Zahlen in Haltern. Der Gutachterausschuss des Kreises stellt die Zwischenbilanz für 2020 vor.

Haltern

, 03.09.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Gutachterausschuss des Kreises ist ein neutrales, weisungsunabhängiges Gremium von Immobilienfachleuten. Seine Sachverständigen und ehrenamtlich tätigen Mitglieder sind auf die Dauer von jeweils fünf Jahren von der Bezirksregierung bestellt.

Der Ausschuss hat im Kreis Recklinghausen in diesem Jahr beschlossen, eine halbjährige Sonderauswertung des Immobilienmarktes vorzunehmen. „Sowohl in der Presse als auch im Austausch mit Fachleuten und Bürgerinnen und Bürgern kam immer wieder die Frage auf, inwieweit die Corona-Pandemie auch Spuren auf dem heimischen Immobilienmarkt hinterlassen hat. Das wollten wir genauer wissen“, erläutert Jürgen Vahlhaus, der Vorsitzende des Gutachterausschusses für Grundstückswerte.

Weniger Verkäufe aber höhere Preise

Das Ergebnis der Auswertungen aller Kaufverträge, die durch die Notare an den

Gutachterausschuss übersandt worden sind, ist relativ eindeutig. „Eine große Delle bei der Anzahl der Kaufverträge ist festzustellen, der Geldumsatz ist nahezu konstant, aber die Preise sind weiterhin in den einzelnen Marktsegmenten steigend. Wir sprechen hier zum Beispiel bei den Eigentumswohnungen von rund zehn Prozent Preissteigerung im Vergleich zu 2019“, sagt Vahlhaus zusammenfassend.

Im ersten Halbjahr 2020 wurde insgesamt 1159 Kaufverträge registriert, die Zahl sank gegenüber dem 1. Halbjahr 2019 um 14 Prozent. Der Gutachterausschuss hat die Daten für den Bereich Castrop-Rauxel, Datteln, Haltern, Herten, Oer-Erkenschwick und Waltrop ermittelt. Der Geldumsatz der Kaufpreise sank von 248 in 2019 auf 244 Millionen Euro in 2020. Das ist lediglich ein Rückgang um zwei Prozent. Daraus lässt sich auf ein weiteres Ansteigen der Immobilienpreise schließen.

37 Millionen Euro in Haltern umgesetzt

In Haltern wurden im ersten Halbjahr 2020 148 Verkäufe registriert für einen Gesamtwert von 37 Millionen Euro. Darunter waren 37 Ein-oder Zweifamilienhäuser. Die Preise für Doppelhaushälften oder Eigentumswohnungen stiegen im Durchschnitt um bis zu 10 Prozent. Ähnliche Werte hatten auch die Immobilienberater der Stadtsparkasse Haltern und der Volksbank Immobilien und Dienstleistungen GmbH bereits im Juli auf eine Anfrage unserer Redaktion genannt.

Werden Vertragsabschlüsse bald nachgeholt?

„In den nächsten Wochen und Monaten werden wir jetzt genau beobachten, ob viele Vertragsabschlüsse nur aufgeschoben wurden und in der zweiten Jahreshälfte nachgeholt werden oder ob die Nachfrage tatsächlich gesunken ist. Hier können sicherlich die Banken und Immobilienmakler erste Tendenzen erkennen“, sagt Jürgen Vahlhaus vom Gutachterausschuss.

Bei der Preisentwicklung bleibe es ebenfalls spannend, teilt der Ausschuss mit. Hier werde sich zeigen, inwieweit eine lahmende Konjunktur mit immer mehr Arbeitslosen Auswirkungen auf den Immobilienmarkt hat. „Es ist aber auch möglich, dass die Menschen ihr Vermögen weiterhin in relativ sicheres Betongold investieren und die Preise mindestens stabil bleiben“, sagt Vahlhaus.

Raus aus der Großstadt

„Als Randzone des Ruhrgebietes dürfte der Kreis Recklinghausen von der Corona-Krise profitieren. Raus aus der Großstadt und das Leben auf dem Land gewinnen momentan wieder an Attraktivität. Zudem steigt der Bedarf an Wohnraum, der Wohnen und Arbeiten im Homeoffice ermöglicht und ausreichend Rückzugsmöglichkeiten schafft.“

Die Ergebnisse sind in einem Flyer zusammengefasst worden. Dieser kann auf der Internetseite gars.nrw/kreis-recklinghausen/produkte-re/halbjahresbericht-re abgerufen werden.

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