Günter Zöllner ist tot: „In Haltern hatte ich es überwiegend gut“

Ehemaliger Stadtdirektor Halterns

Günter Zöllner, bis Juni 1996 acht Jahre lang Stadtdirektor und zuvor Rechtsrat von Haltern, ist tot. Er starb nach schwerer Krankheit im Alter von 69 Jahren in Marl.

Haltern

, 17.06.2020, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Günter Zöllner (4.v.r.) saß 1989  mit Bundeskanzler Helmut Kohl in der ersten Reihe, als Haltern 700 Jahre Stadtrechte feierte.

Günter Zöllner (4. v. r.) saß 1989 mit Bundeskanzler Helmut Kohl in der ersten Reihe, als Haltern 700 Jahre Stadtrechte feierte. © Bruno Lücke

Haltern bedeutete Günter Zöllner immer sehr viel: „Ich habe es überwiegend gut gehabt in Haltern“, sagte er in seiner Abschiedsrede 1996. Der Jurist Günter Zöllner war zunächst Rechtsrat in Haltern, ging 1985 als Beigeordneter nach Marl und kehrte im Juni 1988 als Stadtdirektor und damit als Leiter der städtischen Verwaltung zurück. Er übernahm damals die Nachfolge von Paul Witte.

1996 wurde eine neue Gemeindeordnung verabschiedet, damit gab es keine Stadtdirektoren mehr, sondern stattdessen einen Verwaltungschef und Bürgermeister in Personalunion. Der Jurist arbeitete fortan in einer Marler Kanzlei und war parallel Geschäftsführer der Marler CDU, stellvertretender Fraktionsvorsitzender im Rat und Kreistags-Mitglied des Kreistags.

Günter Zöllner holte die Klassik auf den See

Die Halterner schätzten Günter Zöllner, der - so hieß es zum Abschied - mit intellektuellem Niveau und einem wohltuenden kulturellen Verständnis die Verwaltung führte. Sein Anliegen war, Haltern weiter voranzubringen. Beispielsweise war er 1993 Mitbegründer von Haltern aktiv oder Initiator der Seefestspiele.

Ein besonderes Ereignis, an das sich Günter Zöllner auch Jahre später noch gern erinnerte, war der Besuch von Helmut Kohl am 3. Februar 1989. In der Aula wurde die Verleihung der Stadtrechte vor 700 Jahren gefeiert. Zöllner hatte Gelegenheit, ein langes Gespräch mit Bundeskanzler Helmut Kohl zu führen.

Bundeskanzler dankte für städtische Diskretion

„Wir redeten über die römische Vergangenheit Halterns und die daraus resultierenden Chancen der Stadt und ich über die erstaunlichen Detailkenntnisse des damaligen Bundeskanzlers verwundert.“ Daneben bedankte Kohl sich bei ihm, dass die Stadt stets mit dafür Sorge getragen habe, dass seine jährlichen Besuche am Grab seines Bruders diskret erfolgen konnten.

Nicht alles war immer nur gut. Es gab auch die Querelen, Zöllner geriet zwischen instabile politische Mehrheiten und die üblichen Intrigen der Kommunalpolitik. Er verglich das in seiner Abschiedsrede mit einer Autoscooter-Fahrt: „Es gibt keine Verkehrsregeln, das Fahren macht auch nicht das Vergnügen, der Zusammenstoß ist das eigentlich Schöne.“

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