Steuersätze

Grund- und Gewerbesteuern: Haltern ist nicht gerade billig

Die statistischen Landesämter haben aktuelle Steuer-Hebesätze ermittelt. Sie sind jetzt im Internet für jeden abrufbar. Keine Überraschung: Haltern gehört zu den teuren Kommunen.
Die Steurerhebesätze liegen in Haltern hoch. © picture alliance/dpa

Welche Kommune in Deutschland bietet Unternehmen den günstigsten Gewerbesteuerhebesatz? Wo sind für Landwirte und wo für Hauseigentümer die Grundsteuerhebesätze am höchsten? Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt jetzt mitteilt, stehen diese Informationen ab sofort für das Jahr 2020 kostenlos im Internet zur Verfügung.

Die Gemeinschaftsveröffentlichung der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder beinhaltet für alle 10 797 deutschen Kommunen Angaben zu den Hebesätzen der Grundsteuer A (für land- und forstwirtschaftlich genutzte Flächen), der Grundsteuer B (für sonstige Grundstücke) und der Gewerbesteuer im Jahr 2020.

Haltern belegt Platz 14 bei der Grundsteuer B

Bei der Grundsteuer A beträgt der Hebesatz in Haltern 400 Prozent. Damit liegt die Seestadt auf Rang 49 der 396 NRW-Kommunen und Gemeinden. Deutlich höher ist er bei der Grundsteuer B: Mit 825 rangiert Haltern hier auf Platz 14 der Rangliste. Platz 30 belegt die Seestadt bei der Gewerbesteuer: Hier beträgt der Hebesatz 500.

Die niedrigsten Hebesätze der Grundsteuer A erheben im Kreis Recklinghausen Marl, Herten und Gladbeck mit 285, das ist Platz 177. Bei der Grundsteuer B teilt sich Haltern den Spitzenplatz 14 mit Castrop-Rauxel, Datteln und Oer-Erkenschwick.

Bei den 396 Städten und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen reichte die Spannweite bei der Grundsteuer A von 110 Prozent (Verl im Kreis Gütersloh) bis 870 Prozent (Hürtgenwald im Kreis Düren). Den geringsten Hebesatz bei der Grundsteuer B meldete mit 190 Prozent ebenfalls Verl (Kreis Gütersloh), den höchsten Wert verzeichnete hier mit 959 Prozent Bergneustadt (Oberbergischer Kreis). Der Gewerbesteuerhebesatz war in Monheim am Rhein (Kreis Mettmann) und in Leverkusen mit 250 Prozent am niedrigsten – in Oberhausen und Mülheim an der Ruhr mit 580 Prozent war er am höchsten.

Teuerste Gemeinden liegen in Hessen

Bundesweit liegt der Schwerpunkt bei allen drei Realsteuerarten zwischen 300 und 399 Prozent. In Nordrhein-Westfalen hingegen liegt der Schwerpunkt der Grundsteuer A zwischen 200 und 299 Prozent, bei der Grundsteuer B und der Gewerbesteuer zwischen 400 bis 499 Prozent.

Den höchsten Hebesatz der Grundsteuer A erhoben zwei Gemeinden in Hessen mit 1 900 Prozent (Bad Herrenalb und Bad Wildbad), bei der Grundsteuer B war es eine Gemeinde mit 1 050 Prozent ebenfalls in Hessen (Lautertal im Odenwald) und bei der Gewerbesteuer lag der Höchststeuersatz mit 600 in Rheinland-Pfalz (Wettlingen).

Unter der Adresse webshop.it.nrw.de/details.php?id=23336 stehen die „Hebesätze der Realsteuern – Ausgabe 2020“ zum kostenlosen Download bereit.

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