Gefühlschaos: Pia Wendland und die zweite Eröffnung des „Lido Azzurro“

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Das „Lido Azzurro“ in Sythen hatte gerade seine Premiere gefeiert, da sorgte das Coronavirus schon wieder für die Schließung. Betreiberin Pia Wendland hat bange Wochen hinter sich.

Sythen

, 10.05.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Pia Wendland hatte mit ihrem Lokal „Lido Azzurro“ am Sythener Freibad gerade hoffnungsvolle Eröffnung gefeiert, als die Coronakrise über das Land hereinbrach und auch in Haltern für die Schließung der gastronomischen Betriebe sorgte. Alles hatte sich die junge Unternehmerin zu Beginn ihres Abenteuers Selbstständigkeit vorstellen können. An die Macht eines unsichtbaren Virus aber hatte sie nicht gedacht.

Die gute Nachricht ist: Das Restaurant mit italienischem Flair hat die Wochen des Lockdowns überstanden. Geholfen hat dabei die Umstellung auf einen Lieferservice für den Ortsteil Sythen. Dieser wurde von den Sythenern sehr gut angenommen, von denen viele als Mitglieder des Freibadvereins um die besondere Situation des „Lido Azzurro“ wussten.

Freunde übernahmen den Lieferservice

Die Bestellungen wurden von Freunden des Ehepaares Pia Wendland und Marco Heller ausgefahren, die Rechnungen einfach aufs Handy geschickt. „Das hat prima geklappt. Wir mussten keiner hinterherlaufen“, berichtet Marco Heller.

Nun aber sei es an der Zeit, wieder richtig in Betrieb zu gehen und Geld zu verdienen, deutet er an, welche Sorgen das Paar in der Zeit der Schließung umgetrieben haben. Schließlich hat es eine stattliche Summe in die Renovierung der Gasträume investiert. Schon ab Montag (11. Mai) gelten im „Lido Azzurro“ wieder die üblichen Öffnungszeiten (Dienstag Ruhetag). Um die Gäste sowie das Personal und sich selbst zu schützen, wird Pia Wendland eine Reihe von Schutzmaßnahmen ergreifen.

Das „Lido Azzurro“ kann zwei Terrassen nutzen

„Wir stehen dafür auch im Austausch mit anderen Gastronomen in Haltern“, sagt Marco Heller. Unter anderem werde im Lokal am Sythener Freibad die Bestuhlung an die neuen Abstandsregeln angepasst. Bei gutem Wetter kann das „Lido Azzurro“ zwei Terrassen nutzen - eine auf der Freibadseite, die andere gegenüber am Brinkweg. Das schafft ausreichend Platz für Gäste und könnte sich für die Wirtschaftlichkeit des Betriebs auszahlen.

Sowohl im Eingangsbereich, als auch auf den Toiletten finden die Gäste Desinfektionsmittelspender vor. „Unser Service wird natürlich Mundschutz tragen“, erläutert Marco Heller. Auch Gläser würden nur noch in der Spülmaschine gereinigt. Speisekarten entweder als Einweglösung auf Papier ausgedruckt oder laminiert, um sie desinfizieren zu können.

„In der Kernarbeit müssen wir zum Glück gar nicht viel verändern“, teilt Marco Heller mit. Zapfhähne und Leitungen seien beispielsweise auch vor Corona schon desinfiziert worden.

Auf eine traditionelle Einrichtung in der Freibadgaststätte werden die Besucher allerdings bis auf Weiteres verzichten müssen. Die große Theke bleibt für Gäste auch nach dem Neustart Sperrgebiet.

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