Der Gospelchor Nameless Joy ist eine große Gemeinschaft. © privat
Kulturecke

Für den Flaesheimer Gospelchor ist Musik die Sprache der Leidenschaft

Halterns Kulturszene ist vielfältig. In der Rubrik „Kulturecke“ geben wir lokalen Künstlern, Bands und Vereinen eine Plattform. Heute: der Gospelchor Nameless Joy aus Flaesheim.

Dass Menschen mit ihrer Art, mit ihrem Auftreten, mit ihrem Handeln und Tun andere mitreißen können, ist kein Geheimnis. In der Regel geschieht das real. Wer Kontakt zum Flaesheimer Gospelchor Nameless Joy aufnimmt, stößt unweigerlich auf Andrea Kittel, Chorleiterin der Gospelsängerinnen und Sänger. Kittel braucht keinen persönlichen realen Kontakt, um jemanden von ihrer Leidenschaft zu überzeugen. Einige E-Mails, das Hauptkommunikationsmittel in der Corona-Zeit, reichen und man taucht neugierig und begeistert in die Geschichte und Musik dieses Chores ein.

Der Gospelchor absolviert viele seiner Auftritte in Gotteshäusern.
Der Gospelchor absolviert viele seiner Auftritte in Gotteshäusern. © privat © privat

„Im Grunde gibt es uns schon seit 2003 als Projektchor, der im Zuge des 125-jährigen Bestehens des katholischen Kirchenchores St. Maria Magdalena entstanden ist“, erzählt Andrea Kittel. „Heute sind wir ungefähr 50 begeisterte Sängerinnen und Sänger und kommen aus dem ganzen Ruhrgebiet zusammen.“ Die Corona-Zeit setze dem Chor und der Gemeinschaft derzeit aber ganz schön zu.

Das Proben sei nur noch auf einem Bauernhof mit viel Abstand möglich gewesen. Die Highlight-Konzerte zu Pfingsten und auch geplante Konzerte für den Sommer mussten entfallen. „Dabei gibt es Konzerte, die einem besonders am Herzen liegen“, fährt Andrea Kittel fort. Als Beispiel nennt sie die Veranstaltung für die Palliativstation des St. Marien Hospitals in Marl oder die Sternenkinder-Andacht in Haltern. Hier spiegeln sich die sozialen christlichen Werte des Gospelchores wider.

Aus Beethovens Oper

Wie kam es zu dem Namen „Nameless Joy“?

„Für eine Veranstaltung wollte der Pastor den Chor auf einem Plakat namentlich ankündigen“, erinnert sich die Chorleiterin. Ihr sei spontan aus Beethovens Oper „Fidelio“ das Duett „O namenlose Freude“ eingefallen. Also habe sie eine Rund-Mail an alle mit der Anrede „Liebe Namenlose!“ und „Viel Freude!“ verschickt. „Am Ende war der Name für den Gospelchor geboren.“

Dieses Bild entstand bei einem Ausflug nach Gerleve.
Dieses Bild entstand bei einem Ausflug nach Gerleve. © privat © privat

Neben der Musik spielen gute Laune, Humor und Freundschaften eine wichtige Rolle im Chorleben. Die zahlreichen Anekdoten unterstreichen das. 2009 befand man sich in intensiven Proben für die Aufführung des Musicals „Jesus Christ Superstar“. Die Technik spielte verrückt. Nichts funktionierte richtig. Das Murren der Akteure wurde immer lauter und die Zeit schritt immer weiter voran. Um drei Uhr in der Nacht ergriff schließlich der Hauptdarsteller des Herodes das Wort und hielt eine, heute immer noch in den Ohren hallende, „Blut, Schweiß und Tränen -Rede“. Im Anschluss wurde bis in die Morgenstunden hinein, geordnet und effektiv geprobt. Kittel: „Von diesen Anekdoten und Erlebnissen lebt der Chor. Es sind Dinge, die zusammenschweißen.“

Hoffnung auf Normalität

Seit der Gründung konnte der Chor viele musikalische Spuren hinterlassen. Neben „Jesus Christ Superstar“, begeisterten sie bei Veranstaltungen wie „Varus meets Classic“, „Day of Song“ oder mit Stücken aus „Sister Act“, die sie gemeinsam mit ihrem Schwesterchor, dem „Neuen Chor Heroldsbach“, auf die Bühne gebracht haben. „Es sind aber nicht nur die großen Konzerte oder Veranstaltungen, die einem in Erinnerung bleiben“, erzählt Andrea Kittel, „Auch die vielen kleinen Auftritte auf Hochzeiten oder in Gedenkgottesdiensten geben uns so viel. Wenn wir nach unseren Liedern in die Gesichter der Zuhörer blicken, dann wissen wir, dass wir jemanden glücklich gemacht haben. Und das ist es, was zählt.“

Für 2021 lebt die Hoffnung, dass bei den Proben auf Dauer wieder ein Stück weit Normalität einzieht. Auf Umarmungen verzichten falle der Chorgemeinschaft schon schwer. „Aber zurzeit müssen wir komplett auf Chorproben verzichten“, sagt Andrea Kittel. „Unsere WhatsApp-Gruppe funktioniert. Wir halten uns mit Aufmunterungen und Witzen über Wasser. Und auch mit Gesangsübungen, die jeder für sich allein machen kann.“

Richard Wagner sagte einmal: „Die Musik ist die Sprache der Leidenschaft“, dieses Zitat hat sich der Chor zum Leitsatz gemacht und Chorleiterin Andrea Kittel füllt ihn täglich mit Leben. Mehr Infos zum Chor unter: www.nameless-joy.de

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