Am Feuerwehrstandort in Sythen soll ein Neubau entstehen. © Silvia Wiethoff
Feuerwehr

Für 1,7 Mio. Euro – Stadt plant Neubau des Feuerwehrgerätehauses Sythen

Die Anforderungen an die Feuerwehr sind gestiegen. Das wirkt sich auch auf ihre Unterkünfte aus. Die Stadt Haltern muss reagieren. Ein Neubau am Standort Sythen soll den Anfang machen.

Die Feuerwehrgerätehäuser in Haltern sind in die Jahre gekommen und „platzen aus allen Nähten“. Mittelfristig sollen alle Standorte modernisiert werden. Das kündigte Bürgermeister Andreas Stegemann am Dienstag im Haupt- und Finanzausschuss (HFA) an.

Das Beispiel des Standorts Sythen zeigt, vor welche Herausforderungen die Stadt gestellt ist. Eine Prüfung hat ergeben, dass ein Umbau nicht ausreichen würde, den Anforderungen an ein „zukunftssicheres Feuerwehrhaus“ zu entsprechen. Nun soll das Gebäude an der Von-Galen-Straße aus dem Jahr 1965 für rund 1,7 Millionen Euro durch einen Neubau ersetzt werden.

Der HFA fasste dafür einen Grundsatzbeschluss, der den Weg frei machen und die Beantragung von Fördermitteln des Landes ermöglichen soll. Allein kann die Stadt Haltern eine solche Investition nicht stemmen. Alle Fraktionen erklärten, dass sie die Feuerwehr und ihre Aufgabe der Daseinsvorsorge in Haltern unterstützen. Die Grünen enthielten sich allerdings bei der Abstimmung, da der Beschlussentwurf mitsamt den Informationen erst am Montag bei den Fraktionen eingetroffen war. Das sei zu kurzfristig für ehrenamtliche Lokalpolitiker, um sich ausreichend mit der Sachlage auseinanderzusetzen, erklärten Sarah Radas und Dr. Hannes Müller.

Die Mängelliste ist lang

In der Zustandsbeschreibung der Verwaltung heißt es über das Gerätehaus in Sythen unter anderem: „In sämtlichen Bereichen des Gebäudes – Fahrzeughalle, Sozialräume und Sanitäranlagen sowie Schulungsbereich – bestehen Mängel sowie Gefahrenquellen. Außerdem besteht ein deutlicher Flächenmehrbedarf, der sich u. a. auch aus den geltenden Unfallverhütungsvorschriften, der Arbeitsstättenverordnung und den Technischen Regeln für Arbeitsstätten ergibt. Insbesondere ist hier die für vier Fahrzeuge unzureichende Größe der Fahrzeughalle, deren veraltete technische Einrichtungen, die zu kleinen Tormaße und deren bauliche Beschaffenheit zu nennen.“

Einsatzkräfte in Sythen haben nicht genügend Parkplätze

Außerdem benötigten die Einsatzkräfte 22 Pkw-Stellplätze, die zurzeit nicht vorhanden sind. Der Abriss und anschließende Wiederaufbau des Feuerwehrgerätehauses in Sythen sei für die Aufrechterhaltung des Brandschutzes und zur Verbesserung der Sicherheit der Kameradschaft alternativlos. Noch vor Weihnachten soll das Projekt mit einem Bau- und Finanzierungsbeschluss endgültig auf den Weg gebracht werden. Der Baubeginn bzw. der Abriss könnten dann frühestens im Sommer/Herbst 2022 erfolgen.

In den Räumen der Feuer- und Rettungswache Haltern herrscht drangvolle Enge.
In den Räumen der Feuer- und Rettungswache Haltern herrscht drangvolle Enge. © Stadt Haltern © Stadt Haltern

Kapazitätsprobleme gibt es auch am Standort Haltern Mitte. Dabei wurde die Feuer- und Rettungswache hier vor zehn Jahren durch einen Anbau ergänzt. Weil dieser aus statischen Gründen nicht aufgestockt werden kann, muss eine andere Lösung gefunden werden. Geplant ist die Nutzung von Container-Raumsystemen, um dort den alltäglichen Bedarf der Kleiderkammer der Feuerwehr unterzubringen.

Der Reservebestand müsste in anderen Liegenschaften der Stadt untergebracht werden. Dadurch würden zusätzliche Büroarbeitsplätze bei der Wache geschaffen. Entsprechende Mittel in Höhe von 35.000 Euro hat die Verwaltung bereits in ihrem neuen Haushalt für 2022 berücksichtigt.

Container sollen an der Holtwicker Straße stehen

Bürgermeister Andreas Stegemann teilte mit, dass die Sichtachse zur Innenstadt nicht beeinträchtigt werden soll. Zurzeit ist vorgesehen, zwei Container (9,12 m x 2,43 m) an der Westseite der Rettungswache auf dem Grünstreifen in Längsrichtung zur Holtwicker Straße zu positionieren.

Schlafplatz in der Feuer- und Rettungswache Haltern
Schlafplatz in der Feuer- und Rettungswache Haltern © Stadt Haltern © Stadt Haltern

Dass die Fraktionen bei diesem Tagesordnungspunkt lediglich den Bericht der Verwaltung zur Kenntnis nehmen sollten, ohne abzustimmen, stieß bei den Grünen und bei der SPD im HFA auf Kritik. Die Politik sollte besser mitgenommen werden und eine Sachentscheidung treffen, mahnten Hannes Müller (Grüne) und Beate Pliete (SPD) an. Selbstkritisch müsse man anmerken, dass die Anbaulösung an der Rettungswache langfristiger hätte Bestand haben sollen, erklärte Beate Pliete außerdem.

Die aktuelle Maßnahme am Standort Mitte dürfe nicht darüber hinwegtäuschen, dass man sich in Haltern Gedanken über eine grundsätzliche neue Lösung für einen Feuerwehrstandort in der Innenstadt machen müsse. Das historisch anmutende Gebäude biete womöglich nicht mehr die entsprechenden Möglichkeiten für die Entwicklung einer modernen Feuerwehr.

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Silvia Wiethoff

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