Fünfjähriger von Wolf gebissen: "Grob fahrlässig"

Naturwildpark Granat

Aufregung um den Naturwildpark Granat in Lavesum: Ein Fünfjähriger ist Ende August von einem Wolf in den Finger gebissen worden, weil der Junge den Finger durch den Zaun eines Geheges steckte. Der Parkleiter erhebt schwere Vorwürfe gegen die Familie des Kindes.

LAVESUM

, 08.09.2016, 14:04 Uhr / Lesedauer: 1 min
Fünfjähriger von Wolf gebissen: "Grob fahrlässig"

Einer der beiden Wölfe, die in einem Gehege im Naturwilpark Granat untergebracht sind.

Der Junge aus Dortmund hatte seinen Finger durch den Zaun des Geheges gesteckt – laut dem Westdeutschen Rundfunk (WDR) erlitt er eine tiefe Fleischwunde und einen Bruch des Fingerknöchels. Der Parkleiter Holger Beckmann bestätigt den Vorfall gegenüber unserer Redaktion, Kontakt zur Familie des Jungen habe er aber nicht. Deshalb könne er keine Angaben zur Verletzung machen.

Beckmann spricht von einer "Verkettung mehrerer unglücklicher Umstände" am 31. August (Mittwoch). Zunächst sei die Stelle, an der der Junge so nah an den Zaun kam, normalerweise abgesperrt. Bei einem Kontrollgang am Abend vor dem Unfalltag habe eine Kunststoffkette noch den Durchgang versperrt – nach dem Vorfall war sie abgerissen. Außerdem hätten die Großeltern des Jungen, die mit ihm im Park waren, nicht genügend auf das Kind aufgepasst, sagt Beckmann:"Das war eine ganz klare Verletzung der Aufsichtspflicht." Er spricht von grober Fahrlässigkeit. "Riesengroße Schilder weisen ganz eindeutig darauf hin, dass man Abstand halten soll", so Beckmann.

Besondere Konsequenzen aus dem Vorfall hält der Parkleiter nicht für notwendig – nur die Kette wurde erneuert: "Es ist in jedem Tierpark bei Raubtieren immer so, dass man grundsätzlich nicht den Finger in ein Gehege stecken kann." So ein starker Biss sei im Naturwildpark Granat zum ersten Mal vorgekommen, sagt der Leiter. Von der Familie des Fünfjährigen habe Beckmann seit dem Vorfall nichts mehr gehört. 

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