Flüchtling aus Afghanistan darf nicht mittrainieren

Streit um Mitgliedschaft im Fitnessstudio

Der 35-jährige Mohammad Shirzad aus Afghanistan lebt in der Asylbewerberunterkunft an der Schmeddingstraße. Jetzt wollte er sich im Fitness Place anmelden. Aber: Das Fitnessstudio verweigert ihm die Aufnahme.

HALTERN

, 18.12.2015, 10:52 Uhr / Lesedauer: 1 min
Flüchtling aus Afghanistan darf nicht mittrainieren

Mohammad Shirzad wurde von seinem Freund Theo Haggeney als Mitglied des Fitness Place geworben, aber vom Studio abgelehnt.

Mohammad Shirzad ist verärgert. „Die Ablehnung kann ich nicht verstehen. Das ist für mich nicht nachvollziehbar“, sagt auch Theo Haggeney, der mit Mohammad Shirzad befreundet ist und selbst Mitglied in dem Fitnessstudio am Münsterknapp ist. „Bereits seit Monaten“, so erzählt er, „wirbt das Studio darum, Freunde, Bekannte und Kollegen zu einer Mitgliedschaft zu motivieren.“ 50 Euro in bar gäbe es als Prämienbonus. „Ich wollte meinen Freund Mohammad werben, denn das Abo in Höhe von rund 20 Euro pro Monat hätte er sich leisten können“, so Theo Haggeney.

Antrag abgelehnt

Doch am 7. Dezember flatterte ein Brief in den Postkasten der Asylbewerberunterkunft an der Schmeddingstraße. Das Fitnessstudio bedankte sich darin für das Interesse von Mohammad Shirzad, doch sein Antrag auf eine Mitgliedschaft wurde abgelehnt. Ein konkreter Grund wurde in dem Schreiben nicht genannt.

Geschäftsbedingungen

Auf Anfrage unserer Zeitung sagt Tim Elverich, Leiter vom Fitness Place in Haltern: „Wir wollen niemanden diskriminieren, aber wir haben klare Geschäftsbedingungen, die verbindlich für jedermann sind. Die Nationalität eines Interessenten spielt keine Rolle. Wir haben Mitglieder aus aller Herren Länder, sogar ausländische Trainer.“ Doch für eine Aufnahme sei ein gültiger Reisepass, eine Meldebescheinigung oder ein gültiger Personalausweis erforderlich. „In diesem Fall waren diese Voraussetzungen jedoch nicht gegeben.“

Juristisch sauber

Mohammad Shirzad und sein Freund Theo Haggeney seien zum Anmeldetermin lediglich mit der Kopie eines Aufenthalttitels erschienen. „Dieses Dokument enthielt lediglich einen Fingerabdruck und arabische Schriftzeichen“, sagt Elverich. Das Problem: Ein anderes Dokument hat Mohammad Shirzad nicht. Seinen Reisepass habe er beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) abgeben müssen. Wie ist der Fall juristisch zu bewerten? Der Halterner Fachanwalt Marcus Mänz: „Grundsätzlich steht dem Betreiber des Fitnessstudios frei, mit wem er einen Vertrag eingeht und mit wem eben nicht.“ 

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