Finanzielle Situation der Evangelischen Kirche bleibt angespannt

Evangelische Kirche Haltern

Mehr Kirchensteuereinnahmen, aber auch mehr Ausgaben: Die evangelische Kirchengemeinde hat ihren Haushaltsplan 2020 vorgelegt. Sicher ist dabei nur eins: Die Lage bleibt angespannt.

Haltern

, 31.03.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Erlöserkirche und das Gemeindehaus verursachen die größten Kosten.

Die Erlöserkirche und das Gemeindehaus verursachen die größten Kosten. © Benjamin Glöckner

Das Gemeindehaus und die Erlöserkirche verursachen die größten Kosten bei der evangelischen Kirchengemeinde in Haltern. Das geht aus den Planungen für den Haushalt 2020 hervor. Soweit aktuell überhaupt konkret geplant werden kann. Denn das Coronavirus könnte sich schließlich auch noch auf den Haushalt auswirken, räumte Pfarrer Karl Henschel im Gespräch mit der Halterner Zeitung ein. Zunächst aber seien im laufenden Jahr 121.000 Euro für Gemeindehaus und Kirche vorgesehen. Wie Henschel erklärte, gehe es dabei um Löhne für Küster und Reinigungskräfte, um Heizkosten und weitere Kosten für den Unterhalt der Gebäude. 2019 waren 119.870 Euro veranschlagt worden.

Nach den Schätzungen der Kirchengemeinde belaufen sich die Kirchensteuereinnahmen in diesem Jahr auf 475.000 Euro. Dem stehen noch weitere Ausgaben gegenüber. Das Gemeindebüro schlägt mit 72.610 Euro (2019: 55.510 Euro) zu Buche. Die Mehrausgaben resultieren aus einer Fehlbuchung aus 2019.

Kirchenmusik wird teurer in diesem Jahr

Die Ausgaben für die Jugendarbeit gehen laut Henschel von 73.025 Euro (2019) auf 64.730 Euro zurück. Das habe aber nichts mit einer Streichliste zu tun, hieß es. Vielmehr seien die Personalkosten aufgrund eines Personalwechsels gesunken. Derzeit befinde sich die Diakonin in Elternzeit.

Die Ausgaben für Kirchenmusik betragen 64.550 Euro (49.350). Der Anstieg ist zurückzuführen auf tarifliche Entwicklungen und auch auf eine Zunahme der Arbeitsstunden. Die Musikarbeit in den Kindergärten solle ausgebaut werden, erklärte Pfarrer Henschel.

Die Kindergärten Anne Frank und Martin Luther werden mit 56.200 Euro (51.200) unterstützt, die Gemeindezentren mit 52.540 Euro (51.725). Auf die Gemeindearbeit entfallen 32.540 Euro (32.690).

Aktion Gemeindespende wirkte sich positiv aus

Wie Pfarrerin Merle Vokkert als Vorsitzende des Presbyteriums und Finanzkirchmeister Hans-Jürgen Kröncke im aktuellen Gemeindebrief mitteilen, habe sich die finanzielle Situation der evangelischen Kirchengemeinde Haltern zwar gebessert. Angesichts der demografischen Entwicklung und der konjunkturellen Risiken bleibe sie aber angespannt. Auch die höhere Kirchensteuerzuweisung sei durch tarifliche Lohnsteigerungen und allgemeine Preiserhöhungen bereits aufgezehrt.

„Bisher haben wir es in Haltern geschafft, alle Gottesdienststätten (Erlöserkirche und die drei Zentren in Sythen, Lippramsdorf und Flaesheim), das Paul-Gerhardt-Haus und die zwei Kindergärten sowie alle Arbeitsbereiche zu erhalten“, heißt es in dem Gemeindebrief. Dazu habe auch die „Aktion Gemeindespende“ beigetragen. 2019 seien so gut 37.000 Euro zusammengekommen.

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