Meinung

Fahrradboom: Haltern droht von der Entwicklung überrollt zu werden

Das Geschäft mit Fahrrädern boomt. Mit der Entwicklung der entsprechenden Infrastruktur holpert Haltern aber hinterher. Diskutieren reicht nicht, meint unser Autor.
In Haltern reicht die Fahrradinfrastruktur nicht aus. © picture alliance/dpa

Das Fahrradfahren erfreut sich zunehmender Beliebtheit. E-Bikes und die Corona-Krise haben inzwischen zu einem regelrechten Fahrradboom geführt. Die Entwicklung ist extrem: Wer sich in Haltern ein spezielles Rad kaufen will, das erst noch bestellt werden muss, kann sich auf teils jahrelange Wartezeiten einstellen.

Lieferengpässe bei Ersatzteilen aus Asien tragen wesentlich dazu bei. Fahrradhändler müssen mitunter die Wut enttäuschter Kunden über sich ergehen lassen.

Dabei kommt noch ein ganz anderes Problem auf die Kommunen und damit auch Haltern zu. Es gibt schon jetzt keine zufriedenstellende Infrastruktur für Fahrradfahrer. Wie erst soll sich die Situation im Straßenverkehr für Radler entwickeln, wenn ihre Zahl deutlich steigt, auch vor dem Hintergrund der zahlreichen Rad-Touristen in der Seestadt?

Ein Fahrradweg am Schüttenwall, eine Fahrradschleuse vor der Ampel der Holtwicker Straße, eine direkte Verbindung von der Recklinghäuser Straße in die Innenstadt, der Stever-Lippe-Radweg, insgesamt mehr abgetrennte Radwege – es gibt viele Vorschläge, bei denen es nicht mehr allein bei der Diskussion bleiben sollte.

Auch beim Fahrradklimatest des ADFC bekam die Stadt im vergangenen Jahr schlechte Noten. Moniert wurden unter anderem die Ampelschaltungen für Radler, mangelnde Falschparkerkontrollen auf Radwegen und die Führung an Baustellen.

Haltern muss schnell handeln, um nicht von der Entwicklung überholt zu werden.

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