Weil diese vier Linden das Pflaster aufwerfen, ist der Bereich seitlich der Sixtuskirche seit vielen Wochen gesperrt. © Elisabeth Schrief (A)
Pfarrei St. Sixtus Haltern

Experten begutachten Linden an Sixtuskirche – und fällen ein Urteil

Was passiert mit den vier Linden an der Sixtus-Kirche, die mit ihrem Wurzelwerk das Pflaster des Alten Marktes hochdrücken? Der Kirchenvorstand hat jetzt eine Entscheidung getroffen.

Elf Lindenbäume umrunden die stattliche Pfarrkirche St. Sixtus. Vier von ihnen bereiten dem Kirchenvorstand seit einigen Monaten Kummer. Die dicken Wurzeln drücken das Pflaster seitlich der Kirche hoch und sorgen für Stolperfallen. Seit vielen Wochen sind der Bereich abgesperrt und der Seiteneingang geschlossen. Jetzt hat der Kirchenvorstand über die Zukunft der Bäume entschieden und dabei auch Stadt und Politik zu Rate gezogen.

„Bereits im Dezember 2020 haben umfangreiche Besichtigungen aller elf Bäume stattgefunden. Dies aufgrund der Tatsache, dass die Stadtverwaltung und der Baubetriebshof die katholische Kirchengemeinde bei vier Bäumen auf erhebliche Mängel hinsichtlich der Verkehrssicherheit hingewiesen hat“, erläutert Kirchenvorstandsmitglied Heiner Kemper den Ausgangspunkt der Diskussionen. Am Ende bleibt keine Wahl: Die Bäume werden gefällt.

Viele Experten involviert – und auch die Grünen

Bei Ortsterminen wurde laut Heiner Kemper jeder Baum kritisch begutachtet. Man habe gemeinsam überlegt, wie die Verkehrssicherheit wiederhergestellt beziehungsweise dauerhaft sichergestellt werden könne. Involviert in die Gespräche waren auch Anette Fleuster und Ulrike Doebler von den Grünen. Zusätzlich seien auch eine Gutachterin vom Kreis Recklinghausen angefragt worden ebenso Experten vom Bischöflichen Generalvikariat Münster.

Das Ergebnis der umfangreichen Beratungen war, so Heiner Kemper, an sieben Bäumen einen Pflegerückschnitt vorzunehmen. Das ist schon vor Längerem geschehen. Für vier Bäume am Seitenportal – die Halterner sprechen von der „Brockmann‘schen Seite“ – wurde die Fällung empfohlen, da das Wurzelwerk die Pflasterung erheblich angehoben hat und eine Wurzelausfräsung die weitere Standsicherheit erheblich in Frage stellen würde.

„Entscheidung stößt möglicherweise auf Unverständnis“

Im Anschluss daran soll nach Instandsetzung des Pflasters eine Neuanpflanzung erfolgen. Hierbei soll darauf geachtet werden, so die Sachverständigen, dass den neuen Bäumen deutlich mehr freie Wurzelzone zur Verfügung gestellt wird. „Ebenso soll sichergestellt werden, wo machbar, dass der natürliche Zulauf des Niederschlagwassers in Richtung der Bäume geht, um die Vitalität zu fördern“, ergänzt Heiner Kemper.

Die Firma Vofrei aus Lavesum wird die vier Bäume am 20. Februar fällen – sofern die Witterungsverhältnisse es zulassen. „Wir als handelnde Personen haben uns diese Entscheidung nicht leicht gemacht, stößt sie doch bei einigen möglicherweise auf Unverständnis. Nach Expertenaussage gibt es jedoch nur diesen Weg“, sagt Heiner Kemper gegenüber der Halterner Zeitung.

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Elisabeth Schrief

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