Im Schlafzimmer sollte Ruhe im Vordergrund stehen. Zu viel Elektronik lenkt meist von einem erholsamen Schlaf nur ab. © Pixabay
Bauen-Wohnen-Genießen

Experte erklärt: So wirkt sich das Bett auf den ruhevollen Schlaf aus

Das Schlafzimmer ist einer der Orte, an dem man die meiste Zeit verbringt. Hier wird neue Energie getankt. Doch viele kommen morgens nicht so richtig gut aus dem Bett. Wir sagen, woran es liegt.

Und geben Tipps, was man bei der Wahl des richtigen Bettes beachten sollte. Im achten Teil unserer Serie „Bauen – Wohnen – Genießen“ sprechen wir darüber mit Expertin Susanne Bischof (Schlaftrend).

Welche verschiedenen Bettentypen gibt es denn so?

Es gibt das „klassische Bettgestell“ aus Holz oder mit Stoff bezogen, das sogenannte Boxspring-Bett und natürlich selbstverständlich – für uns – immer noch das „Wasserbett“!

Worin bestehen die wichtigsten Unterschiede?

Bei dem klassischen Holz-/Stoffbett-Gestell hat der Kunde die Möglichkeit, individuell zu entscheiden, welche Matratze und Unterfederung (Lattenrost) für ihn die Passende ist. Das Boxspringbett zum Beispiel ist eine Kombination bestehend aus Federkernunterfederung, aufliegender Matratze und auf Wunsch mit einem sogenannten Topper und natürlich einem Kopfteil, sozusagen ein komplettes Schlafmöbel. Beim Wasserbett ist es, wie der Name schon gesagt ein mit Wasser gefülltes System, welches in jedes klassische Bettgestell eingebaut werden kann oder auch sehr viel persönliche Gestaltungsmöglichkeit bietet.

Worauf kommt es bei einem guten Bett an?

Um die Frage so zu beantworten, wie sie gestellt wurde: Auf das Innenleben – sprich „Wie Mann/Frau sich bettet – so liegt es sich!“ Hier ist nicht die Optik entscheidend, sondern die Matratze und Unterfederung in Kombination.

Ein neues Bett kauft man sich ja nicht jedes Jahr. Ab welch einer Lebensdauer sollte man sich aber mit einem Neukauf beschäftigen?

Ganz entscheidend ist hierbei natürlich das persönliche Liegegefühl über die Jahre hinweg – sobald ich körperliche Auffälligkeiten habe – sprich: Rückenschmerz verspüre, macht es Sinn, ein Fachgeschäft aufzusuchen.

Zu einem Bett gehört ja auch immer die passende Matratze. Welche Matratzentypen gibt es?

Es gibt unter anderem punktelastische Federkernmatratzen (Taschenfederkern), Schaummatratzen, Latexmatratzen und Wassermatratzen mit extrem guter Anpassung an den Körper und extrem guter Hygiene. Aber auch bei Luftkern-Matratzen, die bis zu 58 (!) Möglichkeiten der individuellen Einstellung bieten, gibt es natürlich sehr gute Anpassungsmöglichkeiten.

Nach welch einem Zeitraum ist eine neue Matratze denn sinnvoll?

Aus hygienischen Gründen macht es Sinn, sich nach dem sechsten oder siebten Jahr Gedanken zu machen. Sicherlich verlängern Reinigungsfähigkeit beziehungsweise Waschbarkeit der Materialien der Matratze diesen Zyklus maßgeblich.

Wie viel Sinn macht das Probeliegen im Fachgeschäft? Und zu welcher Tageszeit ist dies sinnvoll?

Das Probeliegen macht sehr viel Sinn! Nicht nur, dass der Kunde selbst die verschiedensten Systeme in aller Ruhe probeliegen und kennenlernen kann, es ist auch für uns sehr entscheidend zu sehen, wie der Kunde auf der Matratze liegt. Ist die Wirbelsäule in der richtigen Position, wird die Halswirbelsäule entsprechend stabilisiert, wie ist die Druckverteilung. Nur so kann es zu einer optimalen Empfehlung für das passende Schlafsystem kommen und das kann nur ein stationäres Fachgeschäft und nicht der Online-Handel.Nach unserer Erfahrung sind die Vormittage, wenn nicht sogar der frühe Morgen die beste Zeit für eine optimale Beratung und zum Testen der Schlafsysteme. Daher bieten wir auch an den Vormittagen unsere Beratung nach Terminvereinbarung an.

Matratze oder Lattenrost: Was ist wichtiger?

Um es auf den Punkt zu bringen: Beides. Wir dürfen und sollten bei einer optimalen Beratung dieses nicht getrennt betrachten – die Matratze ist natürlich entscheidend für das Liegegefühl (eher weich, mittelfest oder fest) aber – und das sollte man nicht unterschätzen – eine gute Unterfederung hilft, das Gefühl zu stabilisieren beziehungsweise zu tragen, wie durch unsere Wirbelsäule. Es ergibt sich eine sinnvolle Kombination für ein richtiges, ergonomisches Liegen.Sie haben sicherlich bemerkt, dass wir gerne von Schlafsystemen sprechen. Zu diesem System zählt unserer Meinung nach nicht nur die Matratze und die Unterfederung (Lattenrost) – sie dürfen bitte nicht das passende Kissen vergessen. Ist die Halswirbelsäule nicht richtig gelagert und der Kopf knickt ab oder wird durch ein zu dickes Kissen überdehnt, so wird sich dieses recht schnell sehr unangenehm bemerkbar machen.Bei uns erhalten Sie allerdings auch alles einzeln: Matratze, Unterfederung oder auch das richtige Kissen.

Gibt es derzeit Trends bei Betten? Woran könnte das liegen? Woher kommt der Trend?

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a – eindeutig. In den vergangenen Jahren war sicherlich das sogenannte Boxspringbett der entsprechende Trendsetter in den Schlafzimmern. Allerdings fehlt nach unserer Einschätzung bei Boxspringbetten der ergonomische Aspekt. Es wurde von der Industrie zu wenig Wert auf die Individualität des Endverbrauchers geachtet und das ist genau der Punkt, den der Kunde wieder mehr schätzt und auf den er heute achtet. Er möchte eine Lösung für seine Probleme und er weiß, dass es nicht „Eine Matratze für Alle“ geben kann – daher sucht er das Fachgeschäft auf.In diesen besonderen Zeiten haben die Kunden auch das Gemütliche und Praktische entdeckt, wie zum Beispiel Polsterbetten oder auch Holzbetten mit großen und bequeme Rückenkissen zum Anlehnen (fürs Lesen oder das gemeinsame Frühstück). Aber auch der Wunsch nach elektrischer Verstellung der Unterfederungen ist deutlich gestiegen, bis hin zu höher verstellbaren Bettgestellen. Diese bieten nicht nur „im Alter“ einen hohen Komfortwert.

Nicht nur das Bett oder die Matratze sorgen für eine erholsame Nachtruhe. Was sollte ich zudem beachten, um morgens möglichst fit zu sein?

Ruhe ist das Entscheidende! Das Vermeiden von Hintergrundgeräuschen während der Schlafenszeit und auch eine gute Verdunkelung. Aber auch der abendliche Lifestyle sollte gegebenenfalls überdacht werden. Eine knappe Stunde vor dem Zubettgehen den Laptop/Computer links liegen lassen, den Blick auf das Handy vermeiden und die E-Mail auch mal nicht beantworten. Langsam herunterfahren, vielleicht angenehme Musik hören oder ein gutes Buch lesen. Und der „Gute-Nacht“-Trunk sollte sich nicht alkoholisch sein. Lüften Sie zudem noch einmal kräftig durch, bevor Sie zu Bett gehen – frische Luft wirkt Wunder. Außerdem sollte der Schlafraum zum Ausruhen dienen. Eine gewisse Aufgeräumtheit (keine Abstellkammer), angenehme Farben, schöne, nicht zu grelle, Beleuchtung, kuschelige, der Jahreszeit angepasste Bettdecken für ein angenehmes Schlafklima und eine Raum-Temperatur von idealer weise circa 17 bis 18 Grad sind hier zu beachten.

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