In den neuen Katharinenhöfen ist auch eine Kita (auf dem Foto hinter den Bullaugen) untergebracht, die sich auf zwei Geschosse verteilt und an drei Seiten zu einer Freifläche öffnet. © Privat
Neuer Kindergarten

Evangelische Kirche wird Träger der neuen Kita in Hamm-Bossendorf

Hamm-Bossendorf erhält mit der Klimaschutzsiedlung Katharinenhöfe eine neue Mitte, die die Generationen zusammenführen soll. So gehört auch eine Kita zum Projekt. Träger ist die Kirche.

Wohnen, Dienstleistung und nicht störendes Gewerbe sollen in dem neuen Hamm-Bossendorfer Quartier Katharinenhöfe eng aneinander rücken. So wie es auch die Generationen tun sollen. In einem der sechs Häuser zieht eine Kindertagesstätte ein, in einem anderen entsteht eine Wohngemeinschaft für Demenzkranke.

Investor Michael Hiesgen und Bauunternehmer Johannes Stock stellten die Pläne aus aktuellem Anlass am 9. März im Ausschuss Generationen und Soziales vor. In dieser Sitzung ging es um die Vergabe der Trägerschaft für den Drei-Gruppen-Kindergarten. Mit einem ersten Anlauf Ende 2020 waren Stadt und Investor gescheitert: Der Ausschuss Generationen und Soziales sollte sich direkt mit dem DRK als Träger abfinden und keine Wahl mehr haben. Die Vergabe von Trägerschaften liegt aber in der Kompetenz des Ausschusses. Das Thema wurde wieder von der Tagesordnung genommen, am 8. März gab es im zweiten Anlauf eine Entscheidung.

So sehen die Katharinenhöfe zur Seite Recklinghäuser Straße aus. Ganz links im Bild das Haus mit der Kindertagesstätte.
So sehen die Katharinenhöfe zur Seite Recklinghäuser Straße aus. Ganz links im Bild das Haus mit der Kindertagesstätte. © Privat © Privat

Die Evangelische Kirchengemeinde Haltern und das Deutsche Rote Kreuz bewarben sich um die Leitung der neuen Kindertagesstätte. Nach einer Vorstellungsrunde fiel das Abstimmungsergebnis deutlich aus: Einstimmig gab der Ausschuss der Evangelischen Kirchengemeinde den Vorzug.

Dennis Löpenhaus, der Leiter der Martin-Luther-Kita in Haltern, Pfarrerin Merle Vokkert und Presbyter Klaus Tykwer brachten zur Sitzung – anders als der DRK-Kreisverband – ein erstes Konzept für das neue Haus mit.

Kinder lernen Flora und Fauna kennen

Die Arbeit mit den Kindern wird unter den Schwerpunkt „Urbane Naturpädagogik“ gestellt. In Kooperation mit der Stadt und einem Waldpädagogen sollen die Kinder Flora und Fauna im Jahreszyklus kennenlernen. Wöchentliche Besuche im Wald sollen die Erfahrungen der 55 Kinder vertiefen und viel Raum für Freispiele lassen. Eine Kooperation mit dem Bossendorfer Sportverein steht auch auf der Agenda.

Ein Eierkarton mit Blättern und Zweigen - gebastelt für die Präsentation in der Seestadthalle - steht als Symbol für das Konzept der neuen Bossendorfer Kita: Urbane Naturpädagogik soll die Kinder mit Flora und Fauna bestens vertraut machen.
Ein Eierkarton mit Blättern und Zweigen – gebastelt für die Präsentation in der Seestadthalle – steht als Symbol für das Konzept der neuen Bossendorfer Kita: Urbane Naturpädagogik soll die Kinder mit Flora und Fauna bestens vertraut machen. © Schrief © Schrief

Die Evangelische Kirchengemeinde ist bislang Träger des Anne-Frank- sowie des Martin-Luther-Kindergartens in Haltern-Mitte. Dennis Löpenhaus ist sehr zuversichtlich, was Bossendorf betrifft: „Es mag Kritik wegen Kinderlärm oder falsch parkender Autos geben, aber wir werden nicht überrascht sein, wenn das erste Lob kommt.“ Die Kita soll von 7 bis 17 Uhr öffnen.

Inbetriebnahme im Kindergartenjahr 2022/2023

Michael Hiesgen will mit den Arbeiten für den ersten Bauabschnitt zeitnah beginnen, damit die Kita mit einem rund 650 Quadratmeter großen Freigelände im Kindergartenjahr 2022/23 in Betrieb gehen kann.

Investor Michael Hiesgen und Bauunternehmer Johannes Stock verwirklichen die Katharinenhöfe in Hamm-Bossendorf.
Investor Michael Hiesgen und Bauunternehmer Johannes Stock verwirklichen die Katharinenhöfe in Hamm-Bossendorf. © Elisabeth Schrief © Elisabeth Schrief

Zum Quartier Katharinenhöfe gehören sechs Häuser. Etwa 100 Wohnungen zwischen 25 und 140 Quadratmetern stehen zur Vermietung an, dazu gibt es neben der Kita drei Wohngruppen für 24 Menschen mit Demenzerkrankung, Büro- und Praxisflächen, eine Apotheke und einen Bäcker. Die „neue Mitte Bossendorf“ (Michael Hiesgen) wird eine von 100 Klimaschutzsiedlungen Nordrhein-Westfalens und nach LiNa (Leben in Nachbarschaft) die zweite Halterns.

Geplant ist eine städtebauliche Planung unter Beachtung hoher ökologischer und sozialer Standards. „Wir werden eigenen Strom produzieren und direkt vor Ort verbrauchen“, erklärte Michael Hiesgen, wie autark das Leben auf dem ehemaligen Dickerhoff-Betriebsgelände sein soll. Und attraktiv: „Wir wollen durch die Konzeption den sozialen Zusammenhalt aller Generationen fördern.“

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Elisabeth Schrief

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