Josef Buttgereit baut regelmäßig an seiner Modellbahnanlage im Gartenhäuschen. © Jürgen Wolter
Modelleisenbahn

Es war sein Jugendtraum: Josef Buttgereit (89) baut Modelleisenbahn

Seit einen Jahr werkelt Josef Buttgereit in seinem Gartenhaus daran, sich einen lang gehegten Traum zu erfüllen. Langsam wächst hier eine Modelleisenbahn.

Windmühlenflügel drehen sich, Züge rauschen über die kleinen Gleise, ein Bahnhof, eine Polizeistation und einige Häuserzeilen stehen schon: Im Gartenhaus von Josef Buttgereit (89) entsteht eine Modelleisenbahnanlage. Damit erfüllt er sich einen Jugendtraum.

„Welcher Junge träumt nicht von einer Modeleisenbahn?“, fragt der rüstige Senior. Für ihn war es immer ein Traum, einmal so eine Anlage zu besitzen. „Das war aber in meiner Kindheit leider nicht möglich“, sagt der gebürtiger Halterner.

Nicht immer maßstabgerecht: Josef Buttgereit füllt seine Anlage mit vielen kleinen Details.
Nicht immer maßstabgerecht: Josef Buttgereit füllt seine Anlage mit vielen kleinen Details. © Jürgen Wolter © Jürgen Wolter

Buttgereit, der zunächst eine Ausbildung zum Installateur machte und später im kaufmännischen Bereich bei einem Gasunternehmen arbeitete, erfüllte diesen Traum später seinem Sohn. „Aber der hat Musik gemacht und die Anlage eines Tages verkauft, um sich ein Keyboard zu finanzieren“, erinnert er sich. „Damals habe ich schon gesagt, das wirst du mal bereuen.“

„Jetzt baue ich eine Modellbahnanlage“

Josef Buttgereit möchte auch im Alter aktiv bleiben. Mannshohe Krippenfiguren hat er schon gebaut und auch in seinem Garten ist er gern handwerklich tätig. Als er vor gut einem Jahr in seinem Gartenhaus saß, reifte deshalb der Entschluss: „Jetzt baue ich hier eine Eisenbahnanlage rein“.

Auch eine Polizei-Station gibt es in der Modellbahnanlage.
Auch eine Polizei-Station gibt es in der Modellbahnanlage. © Jüregen Wolter © Jüregen Wolter

Da Josef Buttgereit auch in seinem hohen Alter noch immer ein Mann der Tat ist, legte er los: Erstmals fündig wurde er auf dem Modellbahnmarkt in der Seestadthalle. Seitdem kamen immer mehr Teile dazu und inzwischen füllt die Bahnlandschaft eine Fläche von rund drei mal vier Metern in dem Gartenhäuschen.

„Sitzen kann ich darin allerdings jetzt nicht mehr“, sagt Josef Buttgereit schmunzelnd. Dafür hat er aber eine Aufgabe gefunden, die ihn antreibt. Immer wieder verbringt er viele Stunden an seiner Baustelle und stellt Stück für Stück fertig. Hilfe hat er inzwischen bei einem weiteren Modelbahnfreund gefunden, der ihn bei kniffligen Arbeiten einmal wöchentlich unterstützt.

50 Meter Schienen verlegt

Etwa 50 Meter Schienen hat Josef Buttgereit inzwischen verlegt. Dazu kommen zahlreiche Gebäude, die er zum Teil neu, zum Teil gebraucht gekauft hat. Einiges, wie ein Modell vom Schloss Neuschwanstein, hat Buttgereit selbst einmal gebaut. An die Wände hat er Stadtansichten aus Holland geklebt. „Ich brauchte ja auch einen Hintergrund“, sagt er.

Auch ganze Häuserzeilen sind in der Anlage entstanden.
    
Ganze Häuserzeilen sind in der Anlage entstanden., © Jürgen Wolter © Jürgen Wolter

Der 89-Jährige wird noch viel Zeit bei seiner Anlage verbringen . „Ich brauche immer was, womit ich mich beschäftigen kann“, sagt er. „Das finde ich auch im Alter wichtig, das man aktiv bleibt.“

Über den Autor
Redaktion Haltern
Studium der Germanistik, Publizistik und Philosophie an der Ruhr Universität Bochum. Freie Autorentätigkeit für Buchverlage. Freier Journalist im nördlichen Ruhrgebiet für mehrere Zeitungshäuser. „Menschen und ihre Geschichten faszinieren mich nach wie vor. Sie aufzuschreiben und öffentlich zugänglich zu machen, ist und bleibt meine Leidenschaft.“
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