Es stinkt an der Stever: Hunderte tote Fische treiben auf dem Fluss

dzFischsterben

Das Fischsterben in der Stever nimmt dramatische Züge an. Inzwischen treiben die toten Fisch auf den Halterner Stausee zu.

Haltern

, 05.08.2019, 15:18 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es riecht nicht gut, wenn man sich in diesen Tagen der Stever zwischen Hullerner und Halterner Stausee nähert: Der Fluss stinkt nach Tümpel und Verwesung. Wenn man sich dem Ufer nähert, sieht man die Ursache: Dort treiben hunderte tote Fische.

„Leider hat sich das Fischsterben verschlimmert“, sagt André Ziegert, Pressesprecher der Gelsenwasser AG. Die ersten toten Fische waren am Freitag entdeckt worden. Zunächst hatte sich die Zahl der toten Fische verringert, nachdem am Freitagabend Regen gefallen war. „Am Wochenende entdeckten unserer Mitarbeiter keine neuen toten Fische, aber am Montagmorgen hatte sich das Problem drastisch verschlimmert“, so Ziegert.

Sauerstoffmangel in der Zwischenstever

Ursache sei Sauerstoffmangel im Verlauf der Zwischenstever. Bei den Untersuchungen der Wasserproben, die Gelsenwasser am Freitag entnommen hatte, seien keine anderen Schadstoffe nachgewiesen worden. Die Stever habe im Verbindungsstück zwischen Hullerner und Halterner Stausee einen sehr flachen Verlauf, so André Ziegert. „Die Wasserpflanzen dort produzieren zwar tagsüber Sauerstoff, entziehen ihn aber nachts wieder dem Wasser. Zusammen mit Algen, die sich dort gebildet haben, können sie so den Sauerstoffmangel verstärken.“ Ansonsten sei vor allem die warme und trockene Witterung dafür verantwortlich.

Mit dem Regler können Sie sich zwischen der Situation am Freitag (l.) und am Montag (r.) ein Bild machen.

Zurzeit sind Gelsenwasser-Mitarbeiter vor Ort und versuchen, die toten Fische mit Keschern von der Wasseroberfläche zu fischen. „In so einem Fall von Sauerstoffmangel würde man normalerweise den Wasserdurchfluss erhöhen, um dem Abschnitt frisches Wasser und somit auch Sauerstoff zuzuführen“, sagt André Ziegert. „Da wir aber bereits Kanalwasser aus der Schleuse Senden der Stever zuführen, ist der Wasserdurchfluss zurzeit schon hoch und wir sind somit im Augenblick machtlos.“

Kein Zusammenhang mit dem Kanalwasser

Einen Zusammenhang des Fischsterbens mit dem Kanalwasser, das seit gut einer Woche ab Senden durch die Stever fließt, schließt Ziegert aus. „Wenn dort die Ursache läge, müsste es auch im Bereich der Oberstever vor den Halterner Stauseen Probleme geben. Davon ist aber bisher nichts bekannt.“ Eine Gefahr für das Trinkwasser bestehe aufgrund des Fischsterbens nicht. Zwar gelangen über das Wehr an der Antoniusbrücke jetzt auch vermehrt tote Fische ins Nordbecken des Halterner Stausees. „Das Trinkwasser entnehmen wir aber dem Südbecken. Davor gibt es das Walzenwehr, wo das Wasser gefiltert wird. Anschließend versickert das Wasser mehrere Wochen durch die Halterner Sande, die es reinigen, bevor wir es mit dem Grundwasser wieder nach oben pumpen und als Trinkwasser ins Netz einspeisen.“

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