Ärztin Nadine Anstipp (l.) verabreicht Gisela Wallkötter (83) die Impfdosis. Elisabeth Leineweber (Sozialer Dienst) begleitete die Bewohnerin. © Arne Pöhnert
Coronavirus

Erste Bewohner im Halterner Seniorenhaus geimpft: „Alle waren gut gelaunt“

In einem Seniorenzentrum haben am Dienstag in Haltern die ersten Corona-Schutzimpfungen begonnen. Die Impfbereitschaft war groß. Zwei Halterner Ärzte waren im Einsatz.

Zwei Halterner Hausärzte waren am Dienstag an einem besonderen Einsatz im ASB-Seniorenzentrum Kahrstege in Haltern beteiligt: In der Einrichtung wurden die ersten Schutzimpfungen in der Seestadt gegen das Coronavirus durchgeführt.

In der Caféteria des Altenwohnheims waren insgesamt vier Impfkabinen aufgebaut worden, zwischen denen die Allgemeinmediziner Dr. Nadine Anstipp und Dr. Friedhelm Bous pendelten. Zwei medizinische Fachangestellte unterstützten sie bei ihrer Arbeit.

Gut 120 Personen wurden geimpft

Die Impfbereitschaft im Haus, das sich in Trägerschaft des Arbeiter-Samariter-Bundes befindet, sei sehr groß gewesen, teilte ASB-Sprecher Martin von Berswordt-Wallrabe mit. 68 Bewohnern und rund 60 Mitarbeitern – Pflegekräften wie auch Mitarbeitern des sozialtherapeutischen Dienstes – sei der Impfstoff von Biontech und Pfizer verabreicht worden. „Es gab nur zwei Bewohner und nur einzelne Mitarbeiter, die sich nicht impfen lassen wollten“, sagte der Sprecher. Auch in den anderen ASB-Häusern in Dortmund, Herne und Gelsenkirchen sei die Impfbereitschaft sehr hoch gewesen. „Das ist sehr erfreulich. Wir hoffen auch in der Bevölkerung auf eine hohe Bereitschaft.“

Dr. Friedhelm Bous, hier mit einer medizinischen Fachangestellten, registriert die Bewohner vor der Impfung.
Dr. Friedhelm Bous, hier mit einer medizinischen Fachangestellten, registriert die Bewohner vor der Impfung. © Arne Pöhnert © Arne Pöhnert

Ab etwa 13 Uhr wurden die Bewohner nach und nach in die Caféteria gebracht – „zuerst aus dem Erdgeschoss, dann aus dem oberen Geschoss“. Ein Einbahnstraßen-System sei eingerichtet worden, um Sicherheitsabstände wahren zu können. Zu Ansammlungen sei es zu keinem Zeitpunkt gekommen. „Das hatten die Mitarbeiter bestens im Griff“, sagte Berswordt-Wallrabe. Nach der Impfung sei jeder Bewohner dann auf seinem Zimmer noch eine Weile hinsichtlich möglicher Nebenwirkungen der Impfung beobachtet worden.

Hoffen auf einen einigermaßen normalen Alltag

Martin von Berswordt-Wallrabe ist froh, dass die Stimmung bei Bewohnern und Mitarbeitern „überaus positiv“ gewesen sei. „Alle waren gut gelaunt. Die Angst vor dem Virus ist eben groß.“ Mit der Impfung würden viele im Haus nun aufatmen. „Alle hoffen, dass im Seniorenzentrum Kahrstege schon bald wieder ein einigermaßen normaler Alltag möglich sein wird.“ In dem man ein wenig unbesorgter mit Bewohnern und Angehörigen in Kontakt treten könne.

Nur ein kleiner Pieks: In der Kahrstege war die Impfbereitschaft sehr groß.
Nur ein kleiner Pieks: In der Kahrstege war die Impfbereitschaft sehr groß. © Arne Pöhnert © Arne Pöhnert

„Natürlich sind wir froh über jeden Kontakt, den die Bewohner haben“, erklärte der ASB-Sprecher. Aber eine gewissen Angst vor Infektionen sei auch immer dabei gewesen. Bislang habe sich in der Kahrstege aber noch niemand mit dem Virus infiziert.

Lob für engagierte Mitarbeiter

Berswordt-Wallrabe hob in diesem Zusammenhang das „große Engagement der Mitarbeiter“ hervor, die in ihrem Privatleben, insbesondere auch über die Feiertage, ihre Kontakte sehr stark eingeschränkt hätten. „Sie empfinden eine große Verantwortung gegenüber den Bewohnern des Seniorenzentrums.“

Am späten Nachmittag konnten Nadine Anstipp und Friedhelm Bous ihren Einsatz bereits beenden. „Wir sind sehr schnell fertig geworden“, erklärte Martin von Berswordt-Wallrabe. Mit der Impfung am Dienstag sei die gesamte Kahrstege nun versorgt. In drei Wochen steht nach Angaben des Sprechers die Impfung mit der zweiten Dosis an. Ein genauer Termin stehe aber noch nicht fest.

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Redaktion Haltern
Geboren in Dülmen, Journalistin, seit 1992 im Medienhaus Lensing - von Münster (Münstersche Zeitung) über Dortmund (Mantelredaktion Ruhr Nachrichten) nach Haltern am See. Diplom-Pädagogin und überzeugte Münsterländerin. Begeistert sich für die Menschen und das Geschehen vor Ort.
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Ingrid Wielens

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