Weniger Einbrüche und Straßenkriminalität, dafür mehr Betrugsfälle im Internet - auch die Arbeit der Polizei verändert sich. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild
Statistik der Polizei

Erfreuliche Entwicklung: Rund 20 Prozent weniger Straftaten in Haltern

Wie berichtet, schneidet Haltern in Sachen Kriminalität im Vergleich zu anderen Städten besonders gut ab. Woran liegt das? Und was beschäftigt die Polizei mittlerweile mehr als früher?

Insgesamt wurden in Haltern im vergangenen Jahr mit 1546 Fällen satte 20 Prozent weniger Straftaten erfasst als im Vorjahr (1912 Fälle). Aufgeklärt wurde in Haltern fast jede zweite Straftat. Im gesamten Bereich des Polizeipräsidiums Recklinghausen befindet sich die Gesamtzahl der Straftaten „auf dem niedrigsten Stand seit über 40 Jahren“, wie die Polizei mitteilte (wir berichteten).

Vergleichbar werden die Zahlen der einzelnen Städte durch die Kriminalitätshäufigkeitszahl (KHZ), die Straftaten auf 100.000 Einwohner betrachtet. Die KHZ ist damit ein Gradmesser für die Kriminalitätsgefährdung einer Kommune. Haltern weist mit 4085 bekannt gewordenen Straftaten, umgerechnet auf 100.000 Einwohner, den niedrigsten Wert im Kreis Recklinghausen auf. Besonders hoch ist die Kriminalitätsgefährdung dagegen in Recklinghausen (8647).

Haltern liegt seit Jahren unter dem Durchschnitt

Der aktuelle Wert für das Polizeipräsidium Recklinghausen insgesamt (6355) ist der niedrigste der vergangenen 15 Jahre. Der Wert für Haltern am See ist zuletzt von 2016 (6144) auf 2017 (6381) gestiegen. Seitdem ist die Tendenz wieder sinkend. Insgesamt bewegt sich Haltern seit Jahren auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau, deutlich unter dem Durchschnitt der Kreispolizeibehörde. Im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums (Kreis Recklinghausen und Bottrop) verzeichnet die Seestadt im Vergleich zum Vorjahr zudem den höchsten Rückgang der KHZ. Lag der Wert 2019 noch bei 5030, ist er 2020 auf 4085 gesunken.

Einen Einfluss auf die Statistik hat offensichtlich auch die Corona-Pandemie genommen. „Es war für uns alle ein Jahr, das geprägt war durch das Corona-Virus. Eine Pandemie, die uns und unseren Alltag bis heute beeinflusst und auch Auswirkungen auf die Kriminalitätsentwicklung hatte“, so Friederike Zurhausen, Präsidentin der Kreispolizeibehörde, bei der Vorstellung des Kriminalitätsberichts.

Anhand der Statistik lässt sich jedenfalls eine Verschiebung bei den erfassten Straftaten erkennen. So haben die Straftaten im Internet laut Polizei deutlich zugenommen, Stichwort „Cybercrime“. Außerdem sind erneut öfter ältere Menschen Opfer von Straftaten geworden. Als Schlagworte nannte die Polizeipräsidentin Anrufe von falschen Polizeibeamten oder Betrugsversuche rund um das Thema „Corona“. Bei anderen Delikten habe sich dagegen der positive Trend der vergangenen Jahre fortgesetzt. 2020 gab es in der Region beispielsweise so wenige Wohnungseinbrüche wie zuletzt vor 32 Jahren.

Coronabedingte Einschränkungen hindern Einbrecher

In Haltern gab es nur 26 Fälle. Vor fünf Jahren waren es noch 183. Coronabedingte Einschränkungen hinderten Einbrecher an Beutezügen, da viele Menschen im Homeoffice arbeiteten und seltener ausgingen, so Polizeisprecher Andreas Lesch. „Das nimmt Kriminellen häufiger die Gelegenheiten in eine ‚leere‘ Wohnung einzudringen.“

Die Fallzahlen im Bereich Raub und Straßenkriminalität sind in der Seestadt ebenfalls stark rückläufig. Nur vier Raubdelikte sind im vergangenen Jahr in Haltern zur Anzeige gebracht worden. Gleichzeitig konnten zwei der Fälle aufgeklärt werden. Im Bereich der Straßenkriminalität gab es 2020 mit 506 Fällen ebenfalls deutlich weniger Arbeit für die Polizei. In beiden Bereichen ist die Anzahl der Fälle der niedrigste Stand der vergangenen 10 Jahre. „Zusammengefasst ist das Risiko, Opfer einer Straftat zu werden, noch einmal gesunken“, so Polizeisprecher Andreas Lesch.

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Redaktion Haltern
1982 in Haltern geboren. Nach Stationen beim NRW-Lokalfunk, beim Regionalfernsehen und bei der BILD-Zeitung Westfalen 2010 das Studium im Bereich Journalismus & PR an der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen erfolgreich beendet. Sportlich eher schwarz-gelb als blau-weiß orientiert. Waschechter Lokalpatriot und leidenschaftlicher Angler. Motto: Eine demokratische Öffentlichkeit braucht guten Journalismus.
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Daniel Winkelkotte

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