Enge in Halterner Schulbussen wird in Corona-Zeiten zum Problem

dzSchulbusse

Manche Halterner Schulbusse sind überfüllt. Unter Corona-Bedingungen kann das zum Problem werden. Stadt und Busunternehmen suchen nach Lösungen.

Haltern

, 24.08.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

In Schulbussen herrscht oft drangvolle Enge. In Zeiten von Corona entsteht dadurch ein zusätzliches Problem, da in den Bussen kein Abstandsgebot gilt, sondern nur eine Maskenpflicht.

„Vor allem auf der Rückfahrt ist es voll“, sagen Ole, der das Berufskolleg besucht, und Lenn vom Joseph-König-Gymnasium. Wenn sie morgens aus Flaesheim bzw. Hullern zur Schule fahren, würden mehrere Busse eingesetzt. „Enger wird es aber bei der Rückfahrt, da wäre es besser, wenn nach Hullern noch ein zweiter Bus fahren würde“, ergänzt Lenn.

Frank Cremer, Schulleiter der Alexander-Lebenstein-Realschule, hat von seinen Schülern Rückmeldungen über volle Schulbusse erhalten. „Bei einigen Linien sind die Busse sehr voll, wir stehen im Kontakt zur Stadt, die sich bereits mit der Vestischen in Verbindung gesetzt hat“, sagt Cremer.

Drei Linien sind besonders betroffen

Betroffen seien vor allem die Linien 227 nach Marl, 273 nach Sythen und 88 nach Lippramsdorf. Noch kämen relativ viele Schüler mit dem Fahrrad zur Schule, aber das könne sich bei kälteren Temperaturen auch noch ändern, sagt der Realschulleiter.

Auch Ulrich Wessel, Schulleiter der Joseph König Gymnasiums, sieht das Problem. Allerdings hatte er noch keine direkten Rückmeldungen von Eltern oder Schülern. „Für weiterführende Schulen ist es auch schwierig, Unterrichtszeiten zu entzerren, wegen des häufigen Lehrerwechsels in den Klassen“, sagt er. Daher würde es auf dem Schulhof und in den Bussen zeitweise voll.

Die Vestische Straßenbahnen GmbH arbeitet mit Hochdruck an dem Thema. „Wir fahren seit dem 23. April wieder im Regelbetrieb, am 12. Mai haben wir Schulen und Schuldezernate angeschrieben mit der Bitte, uns ihre voraussichtlichen Bedarfe und Schulzeiten mitzuteilen“, sagt Christoph van Bürk, Sprecher des Unternehmens. Viele Schulen hätten ihre Unterrichtszeiten aber individuell verändert, um den Unterrichtsablauf zu entzerren. Diese Planungen seien oft erst zum Ende der Sommerferien abgeschlossen worden, so van Bürk. „Um Fahrpläne zu erstellen und Busse einzusetzen, brauchen wir aber einige Wochen Vorlauf. Wenn man eine Linie verändert, hat das Auswirkungen auf viele andere“.

Insgesamt hat die Vestische 242 eigene Busse in ihrem Fahrplangebiet im Einsatz. Dazu kommen weitere 130 Busse von Fremdunternehmen. „Bisher haben wir sechs Schulbusse zusätzlich angemietet, das Personal zur Koordinierung des Schulbusverkehrs haben wir aufgestockt.“

„Wir haben alles auf der Straße, was wir haben“

Im Schulbusverkehr hat die Vestische im Kreis Recklinghausen, Bottrop und Teilen von Gelsenkirchen insgesamt 215 eigene und Fremdbusse im Einsatz. „Wir haben alles auf der Straße, was wir haben und nehmen gerade neue Busse in Betrieb, ein neuer E-Bus wird nach Absprache mit dem Halterner Schulamt bereits auf der Linie 227 von Marl zum Halterner Schulzentrum eingesetzt. In einigen Fällen fahren auch Reisebusse hinter den Linienbussen her, um die Schülerzahlen in den Fahrzeugen zu reduzieren“, sagt der Pressesprecher der Vestischen.

Die Stadt Haltern hat sich mit der Vestischen in Verbindung gesetzt und auf den erhöhten Bedarf auf den drei Linien hingewiesen. „Bei der 227 gibt es schon eine Lösung“, bestätigt Stadtsprecher Georg Bockey. „Wir bleiben mit den Verkehrsbetrieben in Kontakt, um auch für die anderen Linien eine Lösung zu finden.“

Die Vestische und der Kreis Recklinghausen stehen außerdem in Kontakt, um für den entstehenden Mehraufwand Fördermittel des Landes zu beantragen. „Das kann aber erst geschehen, wenn wir den genauen Aufwand beziffern können“, sagt Christoph van Bürk. Das Landesverkehrsministerium hat dafür 13,2 Millionen Euro bereitgestellt.

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