Der Wohnkomplex im Elterbreischlag in Sythen ist umstritten. © Ingrid Wielens
Meinung

Elterbreischlag in Sythen: Die Stadt ist nur noch ohnmächtiger Zuschauer

Internationale Kapitalgeber bestimmen im Elterbreischlag über zwei Wohnprojekte, die Senioren einen gut versorgten Lebensabend sichern sollten. Kann das gutgehen? Ein Kommentar.

In der Branche der Finanzinvestoren ist das Geschäft mit dem Gesundheitssektor längst kein Geheimtipp mehr, denn hier locken für Fremdkapitalgeber bei großer Sicherheit hohe Renditen. Ohne Not wurde für dieses Modell in Haltern 2014 die Tür geöffnet. Statt sich für einen örtlichen Bewerber mit solidem Ruf zu entscheiden, holten die CDU-Fraktion sowie einige grüne Ratsmitglieder mit Alloheim den auswärtigen Investor nach Haltern. Ein Schritt, der bis heute nicht nachvollziehbar und nicht zu korrigieren ist.

Schon zum Zeitpunkt der Abstimmung war das internationale Firmengeflecht bekannt, dem Alloheim angehörte. Wenig später wurde deutlich, wie wenig die Halterner Interessen den Partner tangieren. Vom ursprünglichen Konzept, mit dem man bei der Vergabe im Halterner Rat punktete, ist nicht viel geblieben. Alloheim, heute mit dem Kürzel SE im Namen, was für eine europäische Aktiengesellschaft steht, ist auch längst nicht mehr Hauptakteur im Elterbreischlag.

Die Fäden ziehen andere, denn Alloheim ist nur noch Betreiber des Altenheims und gehört selbst zum schwedischen Fonds Nordic Capital. Nun taucht mit der Swiss Life ein weiterer neuer Eigentümer des Altenheims und seniorengerechten Wohnens im Elterbreischlag auf der Bühne auf.

Es wäre naiv zu glauben, die internationalen Kapitalanleger würden sich mehr für die alten Menschen in Haltern als für ihre Geldanlage interessieren. Die Stadt Haltern ist nur noch ohnmächtiger Zuschauer des Heuschreckengebarens in Sythen, das mit dem Titel „Gewinne statt Gemeinwohl“ würdig zusammengefasst ist.

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Redaktion Haltern
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Silvia Wiethoff

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