Ein Blick auf Halterns Stadtmitte: Bund und Länder haben neue Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie beschlossen. © www.blossey.eu
Coronavirus

Eingeschränkte Bewegungsfreiheit: Was würde das für Haltern bedeuten?

Wer in einem Corona-Hotspot wohnt, muss künftig mit Einschränkungen der Bewegungsfreiheit rechnen. Aber was würde das konkret für die Menschen in Haltern am See bedeuten?

Ab dem 11. Januar wird die Bewegungsfreiheit für Menschen in Deutschland eingeschränkt – zumindest für einen Teil. In Regionen, in denen sich binnen sieben Tagen mehr als 200 Menschen pro 100.000 Einwohner neu mit dem Coronavirus infiziert haben, soll der Bewegungsradius für die Bürgerinnen und Bürger beschränkt werden. Der Radius soll dann auf 15 Kilometer um den Wohnort begrenzt werden. Das haben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Länderchefs am Dienstag beschlossen.

7-Tages-Inzidenz im Kreis Recklinghausen zuletzt unter 200

Als Corona-Hotspots gelten kreisfreie Städte und Kreise, in denen sich in den vergangenen sieben Tagen mehr als 200 Menschen pro 100.000 Einwohner neu mit dem Coronavirus angesteckt haben. Die sogenannte 7-Tages-Inzidenz für den Kreis Recklinghausen lag zuletzt am 27. Dezember über diesem Wert (207,9). Seitdem liegt der Wert unterhalb der Grenze. Aktuell (Stand: 6. Januar 2021) liegt er bei 160,4.

Die folgende Grafik zeigt beispielhaft, wie weit 15 Kilometer von Halterns Stadtmitte in alle Himmelsrichtungen reichen.

Entscheidend sei allerdings nicht die eigene Adresse, sondern der Wohnort, wie es heißt. Der Radius beginne an der Stadtgrenze. Innerhalb dessen soll man sich frei bewegen dürfen. Es gehe darum, dass die Mobilität der Menschen weiter abnimmt – und es somit zu weniger Kontakten kommt, bei denen man sich anstecken kann.

Triftiger Grund

Als Ausnahme für diese Regelung soll lediglich ein triftiger Grund gelten, wie etwa die Fahrt zum Arbeitsplatz oder zum Arzt. Tagesausflüge sollen explizit nicht zu triftigen Gründen zählen, wie NRW-Ministerpräsident Armin Laschet betont.

Aktuell würde die Regel in NRW nicht greifen. Keine einzige Kommune überschreitet derzeit die 7-Tages-Inzidenz-Grenze von 200. Der Städte- und Gemeindebund wirft zudem die Frage auf, wie die Regel umgesetzt werden kann, da sie kaum kontrollierbar sei.

Vom Ziel der Politik, den 7-Tages-Inzidenz-Wert dauerhaft unter 50 zu drücken, sind die meisten kreisfreien Städte und Kreise jedenfalls noch weit entfernt. Der Kreis Recklinghausen gilt seit dem 10. Oktober 2020 als Risikogebiet, da seitdem auf der Seite des Landeszentrums Gesundheit NRW (LZG) der Inzidenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen überschritten worden ist. Seitdem ist der Wert dauerhaft über dieser Grenze. Schon mehrere Male war er für kurze Zeit auch über der 200er-Grenze.

Um nicht mehr als Risikogebiet zu gelten, muss der Kreis Recklinghausen auf der Seite des Landeszentrums Gesundheit sieben Tage lang einen Inzidenzwert von unter 50 aufweisen. Dieses Ziel liegt derzeit noch in weiter Ferne.

Über den Autor
Redaktion Haltern
1982 in Haltern geboren. Nach Stationen beim NRW-Lokalfunk, beim Regionalfernsehen und bei der BILD-Zeitung Westfalen 2010 das Studium im Bereich Journalismus & PR an der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen erfolgreich beendet. Sportlich eher schwarz-gelb als blau-weiß orientiert. Waschechter Lokalpatriot und leidenschaftlicher Angler. Motto: Eine demokratische Öffentlichkeit braucht guten Journalismus.
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Daniel Winkelkotte

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