In Haltern dominiert seit einem Jahr das Coronavirus das öffentliche und private Leben. © Foto Blossey/Montage Klose
Corona-Pandemie

Ein Jahr Coronavirus in Haltern: So kam die Pandemie in die Stadt

Seit einem Jahr begleitet das Coronavirus den Alltag der Menschen in Haltern. Zum Jahrestag bieten wir einen Rückblick auf die ersten Fälle und den Verlauf der Pandemie in der Seestadt.

Das Coronavirus ist seit mehr als einem Jahr in Deutschland. Seither ist es aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Vor einem Jahr kannten wir Masken nur im Krankenhaus oder beim Zahnarzt, Abstand halten war keine Gesundheitsvorsorge und Desinfektionsmittel nach dem Händewaschen benutzten nur die wenigsten.

Doch seit dem 11. März 2020 ist auch in Haltern alles anders. Am 6. März gab es den ersten Corona-Verdachtsfall in der Nachbarstadt Dorsten.

Die ersten Hamsterkäufe werden getätigt, in den Geschäften Halterns werden Toilettenpapier, Hefe, Mehl und sogar Dosenravioli in großen Mengen gekauft.

Schon am 9. März sagen viele Vereine und Veranstalter in Haltern geplante Feiern und Versammlungen ab. Der Schüleraustausch an der Realschule fällt aus.

Am Mittwoch, 11. März 2020, meldet der Kreis die ersten beiden bestätigten Corona-Fälle in der Seestadt. Bereits einen Tag zuvor hatte die Halterner Zeitung über einen möglichen Verdachtsfall berichtet, der jedoch mit einem negativen Ergebnis endete.

Bei den ersten beiden Fällen handelt es sich um Urlaubsheimkehrer. Zu diesem Zeitpunkt gibt es im gesamten Kreis 9 bestätigte Fälle, zwei in Dorsten, drei in Marl, jeweils einen in Oer-Erkenschwick und Recklinghausen.

Einige Hausärzte in Haltern sind anfänglich noch überfordert, wenn Patienten mit grippe-ähnlichen Symptomen die Sprechstunden aufsuch en. Häufig werden sie abgewiesen, denn es fehlt in den Praxen an ausreichend Atemmasken und Schutzkleidung.

Am 12. März werden in Haltern alle nicht notwendigen Veranstaltungen abgesagt, das Römermuseum schließt seine Türen, die Sixtus-Gemeinde kippt alle Osterfeuer. Hallenbad und Sauna bleiben allerdings noch geöffnet.

Der erste Halterner, der sich Mitte März öffentlich zu einer Infektion mit dem Coronavirus bekennt, ist der Allgemeinmediziner Dr. Dirk Heufers aus Lippramsdorf. Er hatte sich im Skiurlaub in Österreich mit dem Virus angesteckt.„Das Thema Coronavirus wird uns noch monatelang begleiten“, sagt der Arzt gegenüber der Halterner Zeitung. Damit sollte er mehr als recht behalten.

Am Sonntag, 15. März, sind in Haltern bereits 7 Menschen als infiziert gemeldet.

Schulen und Kitas schließen in Haltern ab dem 16. März.

Am 18. März müssen auf Anordnung der Bundesregierung und des Landes NRW auch in Haltern alle Geschäfte, die nicht der Grundversorgung dienen, schließen. Friseure bleiben geöffnet. Auch Kneipen, Cafés, Eiscafés, Tanzschulen und Teestuben machen dicht.

Die Zahl der bestätigten Fälle in Haltern steigt am 21. März auf 21. Damit verdoppelt sie sich nahezu innerhalb von 24 Stunden. Am 25. März sind es bereits 32.

Ein paar Tage später müssen auch Restaurants schließen, es gibt Kontaktsperren.

Das Gedenken an den Germanwings-Flugzeugabsturz findet am 24. März in aller Stille, ohne öffentliche Veranstaltung, statt.

In den kommenden Wochen wird das öffentliche Leben nahezu lahmgelegt. Es gibt Kontakteinschränkungen im Privaten.

Tanz in den Mai, Sunset Beach Festival, Heimatfest, Haltern bittet zu Tisch sowie Schützenfeste und viele andere geplante Großveranstaltungen finden in der bewährten Form nicht statt, als Alternative werden oft Live-Streams angeboten.

Am 1. April verzeichnet Haltern mit 34 einen Höchstwert an aktuell Infizierten, anschließend sinken die Zahlen stetig, bis am 5. Juni kein Infizierter mehr in Haltern gemeldet wird. Die Zahl der bis dato Infizierten bleibt ab dem 5. Juni über einen langen Zeitraum bei 84.

Über den Sommer werden die Maßnahmen gelockert, Restaurants und Geschäfte öffnen wieder, kleinere private Feiern werden erlaubt, alles unter Einhaltung der Corona-Schutzmaßnahmen. Masken gehören mittlerweile zum Alltag der Menschen in Haltern. Es entsteht eine gewisse Normalität im Umgang mit dem Virus.

Erst am 29. Juli werden die ersten zwei Neuinfektionen registriert. Langsam klettert die Kurve wieder nach oben, am 17. September sind in Haltern genau 100 Menschen als jemals infiziert gemeldet, akut infiziert sind 11.

Bis November steigen die Zahlen wieder stetig, am 8. November ist der Höchststand des Jahres von 88 akut Infizierten bei 283 insgesamt Infizierten erreicht. Ab da verläuft die Kurve in Wellen, die Zahlen sinken zunächst, steigen ab Ende Dezember wieder an. Im November häufen sich die Corona-Fälle an Halterner Schulen und Kitas, die Zahl der Halterner in Quarantäne erreicht einen Höchststand.

Anfang November werden erneut umfangreiche Corona-Schutzmaßnahmen umgesetzt, die Restaurants geschlossen, der Schulunterricht eingeschränkt. Mitte Dezember trifft es auch Geschäfte und Friseure, die wieder schließen müssen.

Bis zum 10. Dezember ist Haltern die einzige Stadt im Kreis, die keine Corona-Toten zu beklagen hat. Das ändert sich am 11. Dezember. Der Kreis gibt den Tod eines 82-Jährigen bekannt. Am 22. Dezember stirbt ein 86-jähriger Halterner im St. Sixtus-Hospital an den Folgen einer Covid-19-Infektion. Am 29. Dezember wird der Tod einer 81-Jährigen bekannt gegeben. Bis zum 8. März werden sechs weitere Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus offiziell registriert.

Die neue britische Virusmutante B.1.1.7 wird am 2. Februar erstmals in Haltern nachgewiesen. Ein Fall ist bisher offiziell bekannt.

Am 10. März haben sich 674 Halterner seit Beginn der Pandemie mit dem Virus infiziert, akut infiziert sind davon 22.

Über die Autorin
Redakteurin
Vor mehr als zwanzig Jahren über ein Praktikum zum Journalismus gekommen und geblieben. Seit über zehn Jahren bei Lensing Media, die meiste Zeit davon als Redakteurin in der Nachrichten- und Onlineredaktion in Dortmund. In Haltern seit September 2019.
Zur Autorenseite
Avatar

Der neue Lokalsport-Newsletter für Dorsten

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Dorstener Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.