Ein Hochwasser riss vor über 70 Jahren die Brücke über den Sandbach mit sich

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Vor exakt 74 Jahren riss ein Hochwasser die Brücke über den Sandbach am Stockwieser Damm in Sythen mit sich. Die Menschen waren den Naturgewalten ausgeliefert.

Sythen

, 06.02.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Ein unerwartetes Hochwasser scheint heute undenkbar. Sobald die Pegelstände der Gewässer steigen, werden diese engmaschig kontrolliert. Vor über 70 Jahren war das noch nicht der Fall. So sorgte im Februar 1946 tagelanger Dauerregen dafür, dass die Brücke über den Sandbach am Stockwieser Damm weggerissen wurde.

Dies geschah in den frühen Morgenstunden. Glück im Unglück hatten an diesem Samstag Heinrich David und der ihn begleitende Junge Heinz Ruhnau. Sie wollten mit Pferd und Wagen Milch von den Bauernhöfen in der Stockwiese abholen.

Kurz bevor das Gefährt die Brücke erreichte, brach diese zusammen. Aus dem Schlaf gerissen eilte Bauer Bernhard Schlüter an den Sandbach, um mithilfe einer Laterne vor der Gefahrenstelle zu warnen.

Ein Hochwasser riss vor über 70 Jahren die Brücke über den Sandbach mit sich

Der Mühlenbach hat Haus Sythen überflutet. Im Wasser stehen (v.l.) der Diener Otto Thiele, sowie Maria und Franz Lindenbaum. © Foto (Archiv) Wübbe

Wahrscheinlich hatte er das Getöse der zusammenbrechenden Brücke gehört, so Wübbe. Mindestens 40 Zentimeter hoch habe das Wasser im Schlüterschen Untergeschoss gestanden.

Drei Tage soll es wie aus Eimern gegossen haben. Der Müller hatte die Schütten an der Mühle nicht hochgezogen, die noch per Hand bedient wurden. Vermutlich weil Baumstämme und Äste das Aufziehen behinderten. So trat der Mühlenbach über die Ufer und die näher gelegenen Flächen wurden überschwemmt.

Nur ein Umweg führte von der Stockwiese noch ins Dorf

Für die Kinder in der Stockwiese fiel die Schule im Dorf Sythen nach dem Verlust der Brücke gleich für eine ganze Woche aus. Wer ins Dorf wollte, konnte dieses nur über den Weg über die Stadtmühle erreichen.

Wenige Tage nachdem das Hochwasser zurückgegangen war, bauten die Stockwieser Bauern etwas ostwärts der alten Sandbachbrücke eine Notbrücke aus Holzplanken, die von Fußgängern, und natürlich auch von Kindern mit Schulranzen, genutzt werden konnte. Im März 1946 schließlich wurde unter Leitung von Hermann Mühlenbrock (Bergpeter) eine solide Holzbrücke für Fuhrwerke gebaut.

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