Der Stadtsportverband ehrte Heinrich Schriewer mit einer besonderen Chronik. Mit seiner herzlichen, ehrlichen und zupackenden Art war der Halterner, der schon seit einigen Jahren in der Ferienhaussiedlung Bergflagge in Hausdülmen lebte, überall beliebt. © Foto: Horst Lehr
Sport und Politik

Ein Fürsprecher des Halterner Sports: Heinrich Schriewer ist tot

Mit heiterer Menschenfreundlichkeit prägte Heinrich Schriewer über Jahre Sport, Politik und Musik in seiner geliebten Stadt Haltern. Sein Einsatz hinterlässt Spuren, sein Tod große Trauer.

Heinrich Schriewer, das war in erster Linie ein bedingungsloser Fürsprecher der Halterner Sportwelt, in zweiter Linie ein leidenschaftlicher Chormusiker. Er steckte voller Tatendrang und war ein Mensch, der dem Leben ständig zulächelte. Nun ist der Ehrenvorsitzende des Stadtsportverbandes, der frühere stellvertretende Bürgermeister Halterns und Tenor der Kantorei St. Sixtus im Alter von 81 Jahren gestorben.

Mit zehn Jahren kam Schriewer zum TuS Haltern. Dort erkannte man sein Torwarttalent und stellte ihn in den Kasten. Mit 18 Jahren, als er bei der Polizei anfing, entdeckte er den Handball für sich. Natürlich stand er auch dort im Tor. Schriewer spielte in der Feldhandball-Oberliga, sogar eine Nationalmannschafts-Berufung flatterte ihm ins Haus. Doch zu einem Länderspiel reiste er nie: Der Feldhandball wurde zu seinem Bedauern eingestellt. Dafür durfte er dann beim TuS Haltern wieder gegen den Ball treten. Außerdem spielte er in den Auswahlteams der Polizei Handball und Fußball und wurde zweimal Deutscher Meister. Er liebte die Überdosis Sport. Auch Tennis und Leichtathletik zählten zu seinen Disziplinen.

Heinrich Schriewer kümmerte sich mit Herzblut um den Sport

1988 übernahm Heinrich Schriewer den Vorsitz des Stadtsportverbandes, auf diesem Posten bewies er eine unglaubliche Ausdauer. Sein Hausarzt habe ihm gesagt, er sei in noch viel zu guter Verfassung um aufzuhören, erklärte er nach 25 Jahren Amtszeit.

Heinrich Schriewer kämpfte in diesem Dachverband der gut 50 Halterner Sportvereine unaufhörlich für deren Interessen, was nicht immer leicht war angesichts des strammen Sparkurses der Stadt, unter dem auch der Sport litt. Und natürlich gab es auch auf den Plätzen und in den Hallen kritische Situationen, die er als Vermittler und Streitschlichter zu regeln hatte. Aber Heinrich Schriewer kümmerte sich mit Herzblut um den Sport: Dem Engagement der Vereine sei zu verdanken, dass das Sozialgefüge in Haltern so im Lot sei. Heinrich Schriewer wirkte wie ein Kraftwerk.

Ein amüsanter Entertainer auf vielen Veranstaltungen

Als amüsanter und kompetenter Moderator und Mitorganisator der Halterner Sportparty sorgte er für lebendige Unterhaltung einmal im Jahr, um die erfolgreichsten Sportler der Stadt zu ehren. Genauso professionell moderierte er zwölf Jahre lang die Halterner Seetage. Als sich 2004 mal wieder Dauerregen ankündigte, machte er eine Wallfahrt zum Annaberg, immerhin schien dann zwischendurch auch mal die Sonne.

Der Erlebnistag Wandern trägt ebenso seine Handschrift wie auch eine Vielzahl von sportlichen Ereignissen bis hin zu Sporttagen für geflüchtete Menschen. 2008 bedankte sich der SV Lippramsdorf während der Sportparty mit Blumen für den außergewöhnlichen Einsatz. „Mir fehlen nicht oft die Worte, aber jetzt schon!“ Genauso gerührt war er über die Ernennung zum Ehrenvorsitzenden des Stadtsportverbandes nach 27 Jahren aktiven Dienstes an der Spitze.

Die zweite Leidenschaft gehörte der Chormusik

Sein zweites Lieblingshobby war die Kantorei St. Sixtus. 18 Jahre war der Tenor Pressewart von Chor und Orchester, schrieb 420 Artikel. Er könne nicht oft genug herausstellen, wie herausragend die Kantorei sei.

Heinrich Schriewer war politisch in der CDU verankert. 17 Jahre war er beispielsweise Vorsitzender der CDU Holtwick, er war Ratsherr (ab 1979) und stellvertretender Bürgermeister (1994-1999), er gehörte unter anderem dem Sportausschuss, dem Jugendwohlfahrts- und Tiefbauausschuss an. Er lernte auch, mit Niederlagen umzugehen. Nach einem Streit mit seiner Fraktion wurde er zeitweise ausgeschlossen.

Heinrich Schriewer hat durch Wort und Tat seiner Stadt Haltern und ihren Menschen viel gegeben.

Über die Autorin
Redaktion Haltern
Haltern am See ist für mich Heimat. Hier lebe ich gern und hier arbeite ich gern: Als Redakteurin interessieren mich die Menschen mit ihren spannenden Lebensgeschichten sowie ebenso das gesellschaftliche und politische Geschehen, das nicht nur um Haltern kreist, sondern vielfach auch weltwärts gerichtet ist.
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Elisabeth Schrief

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