Ein Coronafall in Halterner Flüchtlingsunterkunft bestätigt

Coronavirus

Nachdem ein Bewohner einer Flüchtlingsunterkunft in Haltern positiv auf das Coronavirus getestet wurde, setzt die Stadt ein vorbereitetes Sicherheitskonzept um.

Haltern

, 08.05.2020, 14:12 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ein Sicherheitsdienst kontrolliert in Zusammenarbeit mit der Stadt die Einhaltung der Quarantäne an der Wasserwerkstraße.

Ein Sicherheitsdienst kontrolliert in Zusammenarbeit mit der Stadt die Einhaltung der Quarantäne an der Wasserwerkstraße. © Silvia Wiethoff

Ein Bewohner einer Flüchtlingsunterkunft an der Wasserwerkstraße ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Darüber informierte Bürgermeister Bodo Klimpel zusammen mit dem Fachbereichsleiter für Ordnung und Soziales, Helmut Lampe, die Halterner Zeitung.

„Es muss sich niemand Sorgen machen“, sagte Klimpel dabei auch in Richtung der Halterner Bevölkerung und signalisierte, dass die Verwaltung die Lage im Griff habe. Der Erkrankte sei mittlerweile in eine andere Unterkunft in einem Ortsteil verlegt worden, die extra für besondere Quarantänefälle in Haltern vorbereitet worden sei.

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Laut Stadt hatte sich der Mann mit Krankheitssymptomen bei einem Arzt vorgestellt. So war der Fall bekannt geworden und das Handlungskonzept der Verwaltung angelaufen. Beim Mitbewohner des Asylbewerbers sei der Test auf Corona negativ ausgefallen. Er befindet sich wie auch die übrigen über 50 Bewohner der Unterkunft, darunter sowohl Einzelpersonen als auch Familien, in Quarantäne.

Drei Kontaktpersonen in der Nachbarunterkunft benannt

Zusätzlich sind bei drei Bewohnern der Nachbarunterkunft Tests durchgeführt und eine Quarantäne verhängt worden. Sie waren von dem Corona-Patienten als Kontaktpersonen angegeben worden, der mit den Behörden kooperiert.

Die Ergebnisse ihrer Tests werden laut Kimpel spätestens Anfang nächster Woche erwartet. Auch die Kontaktpersonen sind unter Quarantäne gestellt und dürfen ihre Wohnungen nicht verlassen. Das Haus ist bereits abgeriegelt. Der Hausmeister und ein Sicherheitsdienst kontrollieren die Einhaltung der Ausgehverbote.

Migrationsdienst übernimmt Einkäufe

Einkäufe für die Bewohner würden vom Migrationsdienst des Caritasverbandes in Haltern erledigt, so Klimpel. Auf diese Weise könne jeder Kontakt nach draußen unterbunden werden.

Die Entscheidung der Stadt, Flüchtlinge nicht mehr in großen Gemeinschaftseinrichtungen, sondern in kleineren Wohneinheiten mit Küche und Bad unterzubringen, stelle sich in der Coronakrise als Glücksfall heraus, machte der Bürgermeister deutlich. Zurzeit werde nur noch das Gesundheitsamt an der Schmeddingstraße als Gemeinschaftseinrichtung betrieben, ergänzte Helmut Lampe. Hier seien aber nicht mehr sehr viele Asylbewerber untergebracht, sodass genügend Platz vorhanden sei, um Abstandsregeln einzuhalten.

Flüchtlinge sind über Lage gut informiert

Auf die Frage, ob es schwierig sei, die Flüchtlinge mit dem Thema Corona und Kontakteinschränkungen zu erreichen, antwortete Klimpel: Alle Informationen seien in die jeweiligen Landessprachen übersetzt. Außerdem hielten die Betroffenen über das Handy Kontakt zu ihren Heimatländern, wo die Pandemie ebenfalls die Nachrichten beherrsche. Das notwendige Wissen für vorsichtiges Verhalten sei also vorhanden.

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