Ein Ausflug in den Naturwildpark Granat

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Naturliebhaber, Familien mit Kindern oder Hobby-Fotografen: Für sie alle gibt es viel zu entdecken auf 60 Hektar Wald und Wiesen mit Rotwild, Kängurus und Hängebauchschweinen.

Haltern

, 11.08.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Etwas versteckt im Waldgebiet „Hohe Mark“ zwischen Haltern am See und Reken, gegenüber von einem Reiterhof, liegt der Wildpark Granat. Motorräder rauschen vorbei und die Sonne bahnt sich ihren Weg durch die hohen Bäume. An diesem Sonntagnachmittag ist der Parkplatz vorm Eingang schon voll, denn viele möchten das gute Wetter nutzen, um die Natur zu genießen.

Eine Warteschlange gibt es an der Kasse dennoch nicht: Ein Ticket für 5 Euro ist schnell bezahlt. Weil direkt am Eingang nur ein schmaler Weg in den Park führt und es sich zwischen Toiletten und Kiosk schnell tummelt, herrscht in diesem Bereich Maskenpflicht. An einer kleinen Wippe vorbei geht es dann auch schon los zum ersten Tiergehege.

Die Brüder Dien und Ali füttern die Rehe mit Maiskörnern.

Die Brüder Dien und Ali füttern die Rehe mit Maiskörnern. © Pia Stenner

Die meisten der etwa 400 Tiere leben hier auf freien Flächen, doch die Wölfe sind nur durch den gut gesicherten Zaun zu sehen. Eine Informationstafel erklärt, wie Wölfe in der freien Wildbahn leben, welche Arten es gibt, und wie ihre Körpersprache zu verstehen ist. Gegenüber suhlt sich ein Wildschwein im Sand: Auch das hinter einem Zaun. Die kleineren, zutraulicheren Hängebauchschweine auf der Wiese dahinter laufen frei im Wildgehege zwischen hohen Fichten herum.

Känguru und Pfau einträchtig nebeneinander auf der Wiese.

Känguru und Pfau einträchtig nebeneinander auf der Wiese. © Pia Stenner

Durch ein kleines Tor mit Metallstreben auf dem Boden, damit die Tiere nicht hinübergehen, gelangen die Besucher in den nächsten Teil des Naturwildparks. Auf der linken Seite reihen sich Volieren mit bunt gefiederten Sittichen und Fasanen aneinander. Auf der eingezäunten Wiese gegenüber sonnen sich Pfaue, Hühner und auch zwei Exoten: Ein braunes und ein weißes, kleines Känguru. Von einer Holzplattform aus lassen sich Kois, Enten, Libellen und beim genauen Hinschauen auch Frösche, Kröten und Lurche entdecken.

In der Ferne ist das Röhren der Rothirsche zu hören

Nach einem Areal mit hohem Zaun und vielen Büschen, zwischen denen sich Luchse vor Besuchern verstecken, beginnt auch schon das größte Gehege des Parks, das gar nicht mehr wie ein Gehege scheint: Eine große, hügelige Fläche aus Wald und Wiesen. In der Ferne ist das Röhren der Rothirsche zu hören. Schnell versammeln sich Dutzende Rehe um die Besucher, neugierig, ob sie Futter mitbringen.

Ein Nandu im Wildpark Granat. Die ursprünglich in Südamerika beheimateten Laufvögel fühlen sich inzwischen in Deutschland richtig heimisch.

Ein Nandu im Wildpark Granat. Die ursprünglich in Südamerika beheimateten Laufvögel fühlen sich inzwischen in Deutschland richtig heimisch. © Pia Stenner

Mittendrin zwischen einer Gruppe von Rehen steht, kaum größer als die Rehe, die sechsjährige Emilia. „Weil sie so zutraulich sind und sich streicheln lassen, sind das meine Lieblingstiere hier“, sagt sie und streckt ihre Hand mit Maiskörnern einem Reh entgegen. Auch ihre Mutter Sandra ist begeistert vom Wildpark Granat. „Wir kommen aus Dortmund und sind jetzt schon zum zweiten Mal hier, weil es so schön ist“, sagt sie.

Spazierwege sind für etwa zwei Stunden ausgelegt

Als die Packung mit Tierfutter leer ist, bekommt auch Emilia Hunger – Zeit für eine Picknickpause. „Insgesamt mit Pausen zum Spielen und Picknicken kann man sich schon so vier bis fünf Stunden in dem Park aufhalten“, sagt Sandra. Im Kiosk am Eingang des Parks werden Getränke, Eis und Würstchen mit Brötchen verkauft. Über die gesamte Fläche verteilt gibt es verschiedene Sitzgelegenheiten mit Tischen, wo gepicknickt werden kann.

Die Spazierwege durch den Naturwildpark Granat sind so ausgelegt, dass sie etwa zwei Stunden dauern. Auf der bewaldeten Fläche kann man dabei immer wieder den Blick auf Sika- und Rothirsche, Damwild, Mufflons und Lamas erhaschen.

An einigen Tagen im Jahr kommen auch Falkner aus den Niederlanden mit ihrer Greifvogelschau zu Besuch und lassen ihre Falken und Eulen über die Hügel fliegen. Jeden Sonntag um viertel nach zwei kommt außerdem der „Vater der Wölfe“ in den Park und heult mit den Tieren um die Wette – ein weiteres Highlight für viele Besucher.

Die Freundesgruppe von Ursula, Beatrix, Dieter und Renate aus Herten und Bochum genießt die Aussicht auf die Wiese mit den Rehen.

Die Freundesgruppe von Ursula, Beatrix, Dieter und Renate aus Herten und Bochum genießt die Aussicht auf die Wiese mit den Rehen. © Pia Stenner

Ein paar Meter weiter sitzen Ursula, Beatrix, Dieter und Renate zusammen auf einer Bank. Etwas eng zu viert: „Die Granat ist super, aber schön wären noch mehr Bänke“, sagen sie und lachen. Aus Bochum und Herten sind sie hier hingefahren, um die Tiere zu beobachten und dabei das schöne Wetter in der Natur zu genießen.

Kulisse ist Instagram-tauglich

Und auch für Hobbyfotografen ist der Naturwildpark ein beliebtes Ziel geworden. In bunten Kleidern machen zwei junge Frauen Fotos mit den Rehen im Hintergrund. Auf der Online-Plattform Instagram gibt es mittlerweile tausende Bild-Einträge zum Wildpark Granat.

Preise und Öffnungszeiten:

Montag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr, im Winter schließt der Park bei Einbruch der Dämmerung. Erwachsene zahlen 5 Euro, Kinder von 2 bis 12 Jahren 3 Euro. Weitere aktuelle Informationen gibt es auf www.naturwildpark.de.

Trotz der insgesamt großen Fläche wird es da an manchen Stellen, wenn die Tiere ganz nah kommen, doch schon mal eng. Schilder weisen darauf hin, dass an diesen Stellen dann auch Maskenpflicht gilt. Wer möchte, hat hier auf den 60 Hektar aber auch genug Platz, um Abstand zu anderen zu halten und Ruhe zu finden – bis die Wölfe anfangen zu heulen oder die Hirsche röhren.

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