Ehepaar erhielt eine exklusive Führung durch die Borkenberge

Borkenberge

Das Ehepaar Hüning konnte jetzt eine besondere Landschaft entdecken. Es hatte nämlich eine Führung durch die Borkenberge gewonnen, auf der es allerhand interessante Dinge erfuhr.

Haltern/Dülmen

von Beena Shaikh

, 06.08.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das Ehepaar Hüning wurde von Georg Feldmeier (r.) und Michael Diekamp (l.) durch die Borkenberge geführt.

Das Ehepaar Hüning wurde von Georg Feldmeier (r.) und Michael Diekamp (l.) durch die Borkenberge geführt. © Beena Shaikh

Auf 1769 Hektar erstreckt sich das Gebiet des ehemaligen Truppenübungsplatzes Borkenberge, das aus Heidelandschaft, Moorgebieten und alten Laubwäldern besteht. „Diese Verteilung der Landschaft ist einzigartig und äußerst wertvoll“, erklärte Revierleiter Georg Feldmeier.

Er ist gemeinsam mit Michael Diekamp von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) hergekommen, um die beiden Dülmener Karin Hüning (60) und ihrem Mann Helmut mit auf eine exklusive Führung durch das besondere Stück Natur zu nehmen, das zwischen Haltern, Dülmen und Lüdinghausen liegt.

Fahrt zum Schäfer

Das Ehepaar Hüning war erst vor Kurzem zufällig mit dem Rad durch die Borkenberge gefahren. „Da wäre ich schon gern abgestiegen und hätte mir die Pflanzen angeschaut, die hier wachsen. Allerdings ist das ja immer schwierig in der Gruppe“, erzählte Karin Hüning. Wie praktisch, dass sie nun eine exklusive Führung gewonnen hat.

Zuerst ging es zum Schäfer Heinz-Josef Stratmann. Er beweidet seit 1987 mit seinen bis zu 360 Bentheimer Landschafen und ein paar Ziegen einen Teil des Borkenberger Geländes, das sich Süskenbrocker Moor nennt. „Der Grund ist, dass so das Offenland gepflegt wird“, erläuterte er.

Keine Forstwirtschaft im herkömmlichen Sinne

„Die Schafe und Ziegen fressen kleine Pflanzen, die sonst zu einem Wald heranwachsen würden.“ Das sei jedoch so hier nicht gewollt. Dafür gibt es andere Plätze auf dem Gelände. Dort wird keine Forstwirtschaft im herkömmlichen Sinne mehr betrieben. „Wir investieren in den Artenschutz“, so Diekamp. „Wir möchten einen artenreichen und standortgerechten Wald, was bedeutet, dass wir beispielsweise Totholz liegen lassen. Das ist wichtig für die natürliche Entwicklung des Waldes.“

Eine besondere Flora und Fauna ist in den Borkenbergen zu finden: Das Foto zeigt Sonnentau, eine fleischfressende Pflanze.

Eine besondere Flora und Fauna ist in den Borkenbergen zu finden: Das Foto zeigt Sonnentau, eine fleischfressende Pflanze. © Beena Shaikh

Eine besondere Flora und Fauna ist auf dem Gelände des alten Borkenberger Truppenübungsplatzes zu finden: Moorlilien, Glockenheide, Torfmoos und Sonnentau, eine fleischfressende Pflanzenart. Und auch Tiere, die sonst nicht so leicht zu finden sind, tummeln sich hier: unter anderem eine Art Trichternetzspinne, die Heidelerche und die seltene Nachtschwalbe.

Ein Teil des Geländes ist seit 2018 auch für Spaziergänger und Radfahrer zugänglich. „Allerdings haben wir große Probleme mit Leuten, die mit ihren Quads und Motorrädern den 134 Meter hohen Fischberg befahren“, bedauert Revierleiter Feldmeier. Das schadet Pflanzen- und Tierwelt ungemein. Strafen bewegen sich zwischen 1000 und 5000 Euro. „Außerdem ist es sehr gefährlich, die öffentlichen Wege zu verlassen, da es immer noch eine Kampfmittelbelastung durch vorherige Nutzungen gibt.“

Ein Fossil

Ein Fossil © Beena Shaikh

Diese fand ab 1873 durch den Kanonenproduzenten Krupp statt, der hier einen Schießplatz etablierte. Auch die Wehrmacht, die einen Flugplatz einrichtete, und nach 1945 dann die Briten nutzten das Gelände für Infanterieübungen. Doch das Gebiet ist natürlich viel älter: Aufmerksame Spaziergänger finden vielleicht Fossilien, die Geschichten erzählen könnten, die schon mehrere Millionen Jahre alt sind.

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