Dürreschäden: RVR muss Millionensumme in Wälder investieren - das ist in Haltern geplant

dzNeue Bäume für die Haard

Die Dürre der letzten Sommer und der Borkenkäferbefall hat vor allem den Fichten in der Haard sehr zugesetzt. Momentan wird auch auf Halterner Gebiet in großem Maße Schadholz entfernt.

Haltern

, 02.10.2019, 12:27 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Im nächsten Jahr werden hier keine gesunden Fichten mehr stehen“, sagt Kersten Blaschczok, Leiter des Forsthofes Haard des Regionalverbandes Ruhr (RVR).

Der Baum werde ganz aus den niederen Lagen verschwinden, fürchtet der Förster. Zwar entspanne sich die Situation bei den Borkenkäfern langsam. Die Fichten würden trotzdem weiter absterben, so Blaschczok weiter.

„Hier auf Halterner Gebiet haben wir das Glück, dass der Fichtenbestand bei unter 5 Prozent liegt“, erklärt Kersten Blaschczok. In der gesamten Haard liege er bei 3 Prozent. „Es tut trotzdem weh, mitanzusehen.“ Er schätzt, dass von den 100 Hektar Fichtenwald im Jahr 2015 auf RVR-Gebiet in der Haard nur 20 Hektar übrigblieben.

Auch Buchen von Dürre betroffen

Zurzeit seien in Haltern Maschinen zur Holzernte eingesetzt, die die Fichten fällten und zur Weiterverarbeitung vorbereiteten. Die Bäume würden zu einem niedrigen Kurs verkauft.

Auch Buchenausfälle gebe es. In der Haard sei der aber nicht so groß, weil die Bäume hier nicht so alt seien. Die Ausfälle beträfen hauptsächlich Bäume, die über 100 Jahre alt seien.

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Der Regionalverband Ruhr (RVR) hatte am Mittwoch (25. September) anlässlich des Waldgipfels in Berlin angekündigt, seine Wälder in den kommenden Jahren klimafreundlich umbauen und resistenter gegen Krankheiten und Schädlinge machen zu wollen. Dafür würden insgesamt zwei Millionen Euro veranschlagt, teilt der RVR mit.

„Wir hoffen, dass wir vom Land und vom Bund dabei finanziell unterstützt werden“, sagt RVR-Pressesprecherin Barbara Klask auf Anfrage. „Das sind Ausgaben, mit denen wir so nicht gerechnet haben“, sagt sie und spielt auf die extremen Klimaverhältnisse der letzten Jahre an.

100 Millionen Euro für den Wald

Der RVR Ruhr Grün gehört zum Regionalverband und pflegt und bewirtschaftet Waldgebiete wie die Haard und die Hohe Mark. Am Dienstag (24. September) hatte das Land NRW angekündigt, in den nächsten zehn Jahren insgesamt 100 Millionen Euro für die Wiederaufforstung der Wälder bereitzustellen.

Dabei werden nun Bäume eingepflanzt, die sich den veränderten Klimabedingungen besser anpassten als Fichte und Buche. „Wir versuchen, einen Mischwald zu begründen“, sagt Förster Kersten Blaschczok. Roteiche, Douglasie, Küstentanne kämen besser mit Dürre und trockenen Sommern zurecht.

Der Roteichenbestand sei mittlerweile auf 600 Hektar angewachsen, mit Douglasien habe man zum Beispiel in Lavesum gute Erfahrungen gemacht. Am Forsthof gebe es außerdem bereits einen älteren, schönen Küstentannen-Bestand.

Insgesamt 500.000 Bäume will der RVR laut Mitteilung auf den frei werdenden Flächen in NRW pflanzen. Im Bereich von RVR Ruhr Grün werde sich das Aufforsten über die nächsten zwei bis drei Jahre erstrecken, sagt Kersten Blaschczok. „Es wird schwierig, Pflanzen über Baumschulen zu bekommen, die Nachfrage ist hoch“, weiß der Förster.

Man werde auch über Naturverjüngung versuchen, neue Bäume anzusiedeln. Dabei wird die natürliche Ansamung der Altbäume für die Begründung einer neuen Waldgeneration genutzt.

September viel zu trocken

Laut Deutschem Wetterdienst war der Monat September trotz der Regenfälle der vergangenen Tage unter dem Strich zu trocken. Mit knapp 60 Litern pro Quadratmeter sei NRW nur auf 87 Prozent des Regensolls von 67 Litern gekommen. Mit durchschnittlich 14,2 Grad habe die Temperatur über dem vieljährigen Mittelwert von 13,7 Grad gelegen.

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