Landgericht Essen

Drogen im Eisfach, Revolver im Schrank: Angeklagter Halterner schweigt

Die Polizei durchsucht die Wohnung eines Mannes aus Haltern und stößt auf Drogen und Waffen. Jetzt beschäftigt der Fall das Essener Landgericht.
Schweigt zum Prozessauftakt: Der Angeklagte zwischen seinen Verteidigern Thomas Schwieren (r.) und Matthias Rahmlow. © Jörn Hartwich

Es ist nicht das erste Mal, dass der Mann aus Haltern vor Gericht steht. Doch diesmal könnte es ernst werden. Der 44-Jährige sitzt schon seit über fünf Monaten in Untersuchungshaft. Im schlimmsten Fall drohen ihm über fünf Jahre Haft. Seit Donnerstag beschäftigt sein Fall das Essener Landgericht.

Es war der 2. Dezember 2020, als die Polizei zu seiner Wohnung ausrückte. Es hatte offenbar einen anonymen Hinweis gegeben. Lange suchen mussten die Beamten damals nicht. Überall lagen Drogen und Waffen herum. Richtig versteckt war nur ein Revolver, der ganz hinten im Kleiderschrank gelegen haben soll, umwickelt mit Tüten. Dazu 49 Schuss Munition.

Amphetamin und Marihuana

Der erste Blick war scheinbar auf eine Fliese mit Amphetamin-Resten gefallen, die Drogen selbst lagen laut Anklage in einer Tupperdose im Gefrierfach des Kühlschranks. Fast 800 Gramm Amphetamin sollen hier gelagert worden sein, in einer weiteren Tupperdose fanden sich laut Anklage 45 Ecstasytabletten und 20 Gramm MDMA. Auch Streckmittel war damals sichergestellt worden, dazu Marihuana in einer Menge von rund 210 Gramm.

Was den Fall für den Angeklagten besonders „gefährlich“ macht, sind weitere Waffen, die griffbereit in der Nähe gelegen haben sollen. Ein Schlagring mit Elektroschockerfunktion zum Beispiel, ein Teleskopschlagstock und ein weiterer Schlagring, der sich in einer Bauchtasche befunden haben soll. Im Schlafzimmer lagen dazu außerdem noch ein Reizstoffsprühgerät und eine Tüte mit sogenannten „Polenböllern“.

Angeklagter überlegt noch

Die Anklage lautet deshalb auf Drogenhandel mit Waffen, was aufgrund der potenziellen Gefährlichkeit besonders hart bestraft wird. Außerdem geht es um einen Verstoß gegen das Waffen- und Sprengstoffgesetz.

Zum Prozessauftakt vor der 1. Strafkammer des Essener Landgerichts hat sich der auch schon wegen Drogendelikten vorbestrafte Angeklagte nach Rücksprache mit seinen Verteidigern Thomas Schwieren und Matthias Rahmlow noch nicht zu den Vorwürfen geäußert. Das könnte sich aber noch ändern. „Ob ich mich an einem anderen Tag einlasse, müssen wir mal schauen“, sagte der Halterner den Richtern.

Revolver angeblich gestohlen

Dass er bereits im Gefängnis sitzt, ist auch für den 44-Jährigen eine neue Erfahrung. Bisher soll er immer nur zu Geld- oder Bewährungsstrafen verurteilt worden sein.

Der gefundene Revolver soll übrigens aus einem Diebstahl stammen. Angeblich hat die Polizei schon seit mehreren Jahren nach der Waffe gesucht.

Die Essener Richter haben für den Prozess zunächst noch drei Verhandlungstage vorgesehen. Mit einem Urteil ist möglicherweise Anfang Juni zu rechnen.

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