Dorsten schrumpft schneller als gedacht

DORSTEN So kann man sich irren. Während die "Bevölkerungsprognose 2015" aus dem Jahr 2000, die sich noch auf der Homepage der Stadt Dorsten befindet, bis weit in das nächste Jahrzehnt hinein von einer Einwohnerzahl von über 80 000 ausging, hat sich diese in der Realität inzwischen heftig nach unten orientiert.

von Von Michael Klein

, 17.07.2008, 19:15 Uhr / Lesedauer: 1 min
Dorsten schrumpft schneller als gedacht

Nur noch 78547 Menschen lebten Ende des vergangenen Jahres in Dorsten, mehr als 2700 weniger als noch am 31.12.2001.

Diese Zahlen finden sich im "Kommunalprofil Dorsten", das das Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik im Internet aktualisiert hat. Interessant dabei ist, dass der Bevölkerungsrückgang in Dorsten im Landesvergleich überdurchschnittlich ausfällt. Das liegt aber nicht daran, dass mehr Menschen als früher aus Dorsten wegziehen oder dass es mehr Sterbefälle gibt, sondern allein daran, dass weitaus weniger als sonst üblich hinzuziehen oder geboren werden.

Wenig Zugezogene

Die Zahl der Fortgezogenen war zum Beispiel im vergangenen Jahr mit 3000 so gering wie nie in diesem Jahrzehnt, die Zahl der Zugezogenen lag mit 2648 allerdings noch deutlich darunter (2001 betrug sie noch 3351). Wurden im Jahr 2001 noch 750 Kinder hier geboren, waren es 2007 nur noch 596. Dem gegenüber stehen 833 Sterbefälle, allerdings weniger als zum Beispiel im Jahr 2002 (841).

Mehr Senioren

Aus den Zahlen geht auch hervor, dass Dorsten schneller altern dürfte als andere Städte. Denn der Rückgang bei den 18 bis 25-Jährigen Bewohnern ist in den letzten vier Jahren weitaus größer gewesen als in anderen Städten. Dafür zieht es gegen den Landestrend mehr Senioren ab 65 nach Dorsten als von hier weg.

Bei den Zuwanderungs-Strömen zeigt sich, dass die meisten Neubürger aus Gelsenkirchen (219), Bottrop (156) und Essen (150) zugezogen sind. Die, die Dorsten den Rücken gekehrt haben, zog es vornehmlich nach Marl (204) und Schermbeck (180). Weniger Arbeitsplätze

Warum nicht mehr Menschen nach Dorsten ziehen wollen? Es gibt hier spätestens seit Schließung der Zeche Fürst Leopold viel weniger Arbeitsplätze als früher. Denn die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Männer ist seit 1999 von 12697 auf 7534 gesunken, den größten Rückgang gab es dabei im verarbeitenden Gewerbe.

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