Disko-Schlägerei in Haltern: Einer der beiden Angeklagten kann plötzlich hoffen

dzLandgericht Essen

Im Prozess um den brutalen Angriff auf einen Sicherheits-Mitarbeiter aus Olfen in einer Halterner Diskothek sind neue Fragen aufgetaucht. Einer der beiden Angeklagten kann wieder hoffen.

Haltern, Olfen

, 20.03.2020, 10:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Einer warf ein Cocktailglas, der andere schlug immer wieder mit den Fäusten auf die Verletzung: So steht es in der Anklage. Doch im Prozess um den brutalen Angriff in einer Halterner Diskothek, bei der ein Security-Mitarbeiter aus Olfen ein Auge verloren hat, sind plötzlich neue Fragen aufgetaucht. Unklar ist vor allem die Rolle des Älteren.

Keine Hämatome im Gesicht des Opfers

Der 26-Jährige hatte gleich zu Prozessbeginn beteuert, dass er sich praktisch nur verteidigt hat. Die Videos, die im Prozess am Essener Landgericht gezeigt wurden, zeigen allerdings eher, wie er den bereits schwer verletzten Sicherheitsmann mit Fäusten vor sich hertreibt. Aber hat er überhaupt richtig getroffen?

Die vom Gericht beauftragte Rechtsmedizinerin hat keine Hämatome im Gesicht des Opfers festgestellt, die auf brutale Faustschläge zurückzuführen seien. Wörtlich sagte sie den Richtern: „Alle Verletzungen können auch allein durch den Wurf des Cocktailglases erklärt werden.“ Das soll allerdings der jüngere Bruder des 26-Jährigen geworfen haben, der erklärt hat, dass er sich daran nicht erinnern könne. Er habe zuviel getrunken.

Prozess wird fortgesetzt

Wie die Richter die Aussage der Ärztin am Ende bewerten, ist noch offen. Offiziell geht es bei beiden Angeklagten weiter um versuchten Totschlag. So lautet der Vorwurf in der Anklage. Der Prozess wird fortgesetzt.

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